Pro­jekt PREPUS mit Buch­präsen­tation zu Ende gegangen

Mit der Präsentation der deutschen und ukrainischen Buchversion am 26. Februar 2019 im grünen Salon der Jurij-Fedkowytsch-Universität Tscherniwzi/Czernowitz (Ukraine) fand ein Projekt seinen Abschluss, das im Sommersemester 2016 in Innsbruck begonnen hatte.
Buchpräsentation Czernowitz
Bild: Buchpräsentation im Grünen Salon der Universität Czernowitz. (Credit: Universität Czernowitz/Andrij Oleksyšyn)

Unter dem Titel „The Presence of the Past in Urban Space” (PREPUS) sollten Studierende beider Universitäten die Gegenwart des Vergangenen im jeweils anderen Stadtraum erkunden. Die Innsbrucker Geschichtsstudenten und -studentinnen beschäftigten sich zunächst in einem Seminar mit verschiedenen Aspekten der Stadtgeschichtsforschung und der Geschichte jener östlichsten Universitätsstadt des Habsburgerreiches und lernten diese im Herbst 2016 auf einer Exkursion dann wirklich kennen. Zusammen mit Germanistik-Studierenden der Bukowiner Universität suchten sie nach den Spuren der gemeinsamen politischen und kulturellen Vergangenheit (z. B. Stadtentwicklung, Grünflächen, Schulen, Theater, Kirchen und konfessionelle Vielfalt). Ein Jahr später kamen die Ukrainer, ebenfalls nach einer vorbereitenden Lehrveranstaltung, dann auf Feldforschung in umgekehrter Richtung nach Innsbruck und konnten dabei auf die Unterstützung ihrer Tiroler KollegInnen zählen (Gedenkstätten in Innsbruck, Umbenennung von Straßennamen, Andreas-Hofer-Kult, Religionsgemeinschaften, Theater, Denkmalschutz, Grünflächen). Bis dahin waren es für die Studierenden „normale“ Lehrveranstaltungen gewesen, doch die Seminararbeiten sollten – jenseits etwaiger ECTS-Verteilung – zu Publikationen führen. Dies war von Anfang an erklärtes Ziel gewesen und so lernten nun Studierende am Inn und am Pruth den langen Weg vom Forschungskonzept, von der Ausgangsfragestellung, der Datenerhebung über ein erstes Manuskript zu einem publikationsfähigen Beitrag kennen. Für die deutschsprachige Ausgabe konnten aus dem Kreis der Studierenden Vera Kamaun und Michaela Seewald als Redakteurinnen gewonnen werden, Kurt Scharr und Gunda Barth-Scalmani bzw. Svitlana Herehova und Larysa Oleksyschnya fungierten für Innsbruck bzw. für Czernowitz als die HerausgeberInnen der Bücher, die bei Innsbruck University Press (https://www.uibk.ac.at/iup/buecher/9783903187443.html) bzw. im Verlag Knigi XXI erschienen sind (http://www.dobrabiblioteka.cv.ua/ua/news?id=1081853). Beide Versionen stehen in Kürze auch als Open-Access-Publikation zur Verfügung.

Dass die Studierenden selbst drei Jahre nach ihren ersten gemeinsamen Unternehmungen über die sozialen Medien noch immer in Kontakt sind und die Entwicklung in dem jeweils anderen Land interessiert verfolgen, zeigt, dass die Finanzierung des Projektes durch den Österreichischen Austauschdienst bereits immaterielle Zinsen trägt: Neugierde und Interessen enden nicht an den eigenen politischen Grenzen, sondern gehen weit über diese hinaus.

(Gunda Barth-Scalmani, Kurt Scharr)

Unileben aktuell – die neuesten Beiträge

weitere Beiträge

Nach oben scrollen