Preis für viel­gele­sene Studie

Beim Weltkongress der Psychiatrie in Berlin wurde die Forschungsgruppe um Martin Kopp vom Institut für Sportwissenschaft mit dem Best Paper Award ausgezeichnet. In der vielgelesen Überblicksarbeit fassen Larissa Ledochowski und ihre Mitautoren den aktuellen Forschungsstand zu körperlicher Aktivität als therapeutische Intervention bei Patienten mit Depressionen zusammen.
Martin Kopp wird von Wolfgang Maier und Annje Solomon ausgezeichnet
Bild: Wolfgang Maier, der frühere Präsident der DGPPN, und Annje Solomon vom Springer Medizin Verlag, überreichten die Auszeichnung an den Sportpsychologen Martin Kopp. (Credit: Claudia Burger/DGPPN)

In der ausgezeichneten Forschungsarbeit zeigen die Innsbrucker Sportwissenschaftler, dass insgesamt 34 von 48 untersuchten Studien zu diesem Thema von signifikant positiven Auswirkungen von Bewegungsinterventionen auf die depressive Symptomatik und die affektive Befindlichkeit berichten. Fünf Studien berichten von einer tendenziell reduzierten depressiven Symptomatik infolge der Bewegungsintervention. Neun Studien konnten keinen positiven Einfluss feststellen. „Diese Übersichtsstudie zeigt, dass körperliche Aktivität zu einer Verminderung der Symptomatik und einer Steigerung der affektiven Befindlichkeit bei Patienten mit depressiven Erkrankungen führt“, fasst Larissa Ledochowski das Ergebnis der Arbeit zusammen. „Da die Zeitschrift, in der der Beitrag veröffentlicht wurde, von Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie gelesen wird, hoffen wir dazu beizutragen, dass im deutschsprachigen Raum deutlich mehr Bewegungsempfehlungen von fachärztlich-psychiatrischer Seite bei Menschen mit depressiven Störungsbildern ausgesprochen werden als bisher“, sagt Prof. Martin Kopp, der Leiter der Arbeitsgruppe für Sportpsychologie und Sportpädagogik am Institut für Sportwissenschaft.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) verleiht jedes Jahr im Rahmen des Weltkongresses der Psychiatrie mehrere Forschungspreis, darunter seit drei Jahren auch einen Best Paper Award für den herausragendsten Beitrag auf dem Gebiet der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in der Fachzeitschrift Der Nervenarzt. Dieser Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Mit der Verleihung des DGPPN Best Paper Awards würdigt die DGPPN das hohe Niveau der in Der Nervenarzt publizierten Beiträge und möchte damit zur Förderung wissenschaftlicher Leistungen im Fach beitragen. Die Auswahl der preisgekrönten Arbeit erfolgte unter allen Übersichts-, Original- und Fortbildungsbeiträgen des vorangegangenen Jahres, mit einem besonderen Augenmerk auf denjenigen Beiträgen, die online besonders häufig abgerufen wurden. Die DGPPN ist die größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Fragen der psychischen Erkrankungen in Deutschland.

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