Perfekt ver­netzt: Trans­lation Speed Dating

Anlässlich des Internationalen Tags des Übersetzens haben die EU, das ZTW, die WKO und Universitas ein Translation Speed Dating veranstaltet. Der virtuelle Workshop hat es dem interessierten Publikum erlaubt, ein Stück weit in die Welt der Sprachprofis einzutauchen. Martina Mayer vom INTRAWI war in der ExpertInnenrunde vertreten.
Martina Mayer.
Bild: Martina Mayer stellt die Studiengänge des INTRAWI in einer Breakout-Session vor. (Credit: Screenshot/Martina Mayer)

Jedes Jahr am 30. September wird der Internationale Tag des Übersetzens gefeiert und folgt damit knapp auf den Europäischen Tag der Sprachen, der jährlich am 26. September stattfindet. Die Generaldirektion Übersetzen der Europäischen Kommission (Claudia Kropf von der Außenstelle Wien), das Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien (vertreten durch Alexandra Krause), die WKO Wien (durch Claudia Hagendorfer) und Universitas (in Person von Martina Kichler) hat diese beiden Daten zum Anlass genommen, ein Translation Speed Dating zu organisieren.

Im Rahmen dieses virtuellen Aufeinandertreffens von etwa 30 ExpertInnen und 80 TeilnehmerInnen wurde jungen Menschen im Besonderen und einem interessierten Publikum im Allgemeinen die Möglichkeit geboten, die Berufsfelder Übersetzen und Dolmetschen näher kennenzulernen, die Ausbildungen zu beschnuppern und sich mit den Anforderungen bzw. Chancen für junge TranslatorInnen vertraut zu machen. Weiters im Brennpunkt: der Paradigmenwechsel hin zu einer noch intensiveren Technologisierung, der durch die Fortschritte auf Ebene der Artificial Intelligence eingeläutet und durch den nun von Corona geprägten Arbeitskontext noch verstärkt worden ist. Die Schirmherrschaft für das Event lag bei Kommissar Johannes Hahn, der in seiner Rolle als Personalkommissar der EU unter anderem für die Generaldirektion Übersetzung verantwortlich ist. In seinen Grußworten zu Beginn legte er einen Fokus auf diverse Grundwerte der Europäischen Union: das Ja zur Förderung von sprachlicher und kultureller Vielfalt, die umfassende Zugänglichkeit der EU für Menschen unterschiedlicher Muttersprache und die Förderung des Übersetzer- bzw. Dolmetscherberufs durch verschiedene Initiativen wie die ständige Entwicklung des EMT-Labels oder die Nachwuchsförderung im Rahmen von Juvenes Translatores, einem Übersetzungswettbewerb für 17-jährige SchülerInnen.

Martina Mayer vom INTRAWI, die sich in ihrer Forschung unter anderem mit der frühzeitigen Professionalisierung von Studierenden der Translationswissenschaft befasst, Stichwort empowerment, war eingeladen worden, in einem Panel zur Zukunft der Übersetzung aus Sicht der akademischen Ausbildung teilzunehmen. Eingeleitet wurde diese Sektion von Alexandra Krause mit einer Keynote, die sich um die Frage drehte, ob es denn in Zeiten der maschinellen Übersetzung und des Home-Offices überhaupt noch Sinn mache, Übersetzen zu studieren. Es darf verraten werden, dass die Antwort aus Sicht aller teilnehmender ExpertInnen eindeutig positiv ausfiel: Die inzwischen sehr ausdifferenzierte Studienlandschaft ermöglicht es Studierenden mit unterschiedlichen Interessen, das jeweils für sie passendste Segment innerhalb der Translationswissenschaft zu finden, und gibt ihnen beste Zukunftsperspektiven in aufstrebenden Bereichen. Zwar fiel in Vorträgen und Diskussionen immer wieder ein Verweis auf den starken Wandel des Berufsbildes Übersetzen durch den Einsatz moderner Technologien – das bedeutet spezifisch einen Übergang vom reinen Übersetzen zu einem wesentlich breiter angelegten Tätigkeitsbereich inklusive Pre- und Postedition; doch lassen sich daraus zahlreiche Chancen für junge Menschen ableiten. Fachleute für Sprach- und Kulturmittlung werden weiterhin in den verschiedensten Kontexten gebraucht, wobei gerade Interdisziplinarität großgeschrieben wird, und die AbsolventInnen der translationswissenschaftlichen Studiengänge in Graz, Innsbruck und Wien sind bestens ausgebildet, um sich entsprechend zu etablieren. In der nachfolgenden Breakout-Session hatte Martina Mayer umfassend Gelegenheit, den Innsbrucker BA-Studiengang Translationswissenschaft vorzustellen, seine curricularen Besonderheiten zu erläutern und den Perspektivenreichtum durch einen weiterführenden Master herauszuarbeiten. Auf motivierten translationswissenschaftlichen Nachwuchs darf mithin gehofft werden.

(Martina Mayer)

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