Neues FWF-Zu­kunfts­kolleg be­willigt

Der Wissenschaftsfonds FWF bewilligte zum zweiten Mal Forschungsprojekte im Gesamtumfang von 8,6 Millionen Euro für innovative und fächerübergreifende Zusammenarbeit exzellenter Postdoc-Teams. An einem der vier Projekte sind Robert Hafner vom Institut für Geographie und Rike Stotten vom Institut für Soziologie beteiligt.
Mähdrescher
Bild: Das neue Forschungsteam beschäftigt sich mit dem globalen Agrar- und Ernährungssystem. (Credit: colourbox.de)

Das Kuratorium des Wissenschaftsfonds FWF hat im April 2020 vier Zukunftskollegs (ZK) an österreichischen Forschungsstätten bewilligt. Interdisziplinarität, innovative Forschungsansätze und die Vernetzung international herausragender Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler stehen im Vordergrund dieses Forschungsförderungsprogramms, das gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) entwickelt wurde.

Großes Interesse, hoher Frauenanteil

Von den 22 begutachteten Projektanträgen – mit einer Antragssumme von insgesamt 44,1 Millionen Euro – fallen 44 Prozent in den Bereich Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften, 17 Prozent in den Bereich Biologie und Medizin und 39 Prozent in die Natur- und Technikwissenschaften. Die Beteiligung von Wissenschaftlerinnen ist mit knapp 49 Prozent erfreulich hoch. Ausgeglichen ist die Geschlechterverteilung auch in der Leitungsfunktion der geförderten Zukunftskollegs, die jeweils zwei Frauen und zwei Männer innehaben. 

Das globale Agrar- und Ernährungssystem

Das Projekt „Wertebasierte Produktions- und Konsumweisen im WTO-zentrierten Nahrungsregime“ von Robert Hafner und Rike Stotten verknüpft Erkenntnisse aus der Politikwissenschaft, der Soziologie und der Geografie, um Fragen zum globalen Agrar- und Ernährungssystem zu erläutern. Koordiniert wird es von Christina Plank von der Universität für Bodenkultur Wien.

Aktuell wird das Agrar- und Ernährungssystem von transnationalen Konzernen dominiert, die auf Basis der Prinzipien von Wettbewerb, wirtschaftlichem Wachstum und Gewinnmaximierung agieren. Dieses um die Welthandelsorganisation (WTO) zentrierte Nahrungsregime wird von verschiedenen sozialen Bewegungen und Produzierenden aktiv hinterfragt. In diesem Forschungsprojekt werden kleine und mittelgroße Initiativen untersucht, um die Frage zu klären, inwieweit diese Bottom-up-Initiativen das Potenzial haben, das WTO-zentrierte Nahrungsregime (d. h. die dominierenden globalisierten Wertschöpfungsketten in der Lebensmittelproduktion) zu verändern. Forschungsziel des neuen Zukunftskollegs ist es zu analysieren, wie diese Initiativen und deren Funktionsweise die Unternehmensmacht und staatliche Strukturen im WTO-zentrierten Nahrungsregime verändern.

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