Natur­schutz und Touris­mus: Neue Lösun­gen

Experten schlagen neuen Weg bei der Lösung von Nutzungskonflikten zwischen Naturschutz und Tourismus ein: Am 16. November versammelten sich Experten aus Deutschland, Italien, Liechtenstein und Österreich in Mieders im Stubaital um einen neuen, ganzheitlichen Ansatz zur Lösung von Interessenskonflikten im Zusammenhang mit wintertouristischen Infrastrukturprojekten zu diskutieren.
Blick auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Bild: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung nutzen die gemeinsame Zeit in Mieders für intensive Gespräche. (Credit: Ulrike Tappeiner)

„Dieses sensible Thema ist von emotionalen Ansprüchen überlagert und daher wird eine neutrale, faktenbasierte Diskussion oft verhindert“, sagt Hieronymus Jäger, der als Projektmitarbeiter das AlpES Projekt an der Universität Innsbruck betreut und den runden Tisch ins Leben gerufen hat. Das AlpES Projekt (gefördert durch den Regionalentwicklungsfonds der europäischen Union) kartiert im gesamten Alpenraum wichtige Ökosystemleistungen für den Menschen wie zum Beispiel Trinkwasser und Erholungswert und stellt diese als räumliche Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Teilnehmer aus den Bereichen Naturparkmanagement, internationale Organisationen und Raumplanung erarbeiteten auf der Grundlage von Ökosystemleistungen einen Kompromissvorschlag zu einem exemplarischen Ausbauvorhaben, wie es derzeit häufig in den Alpenanrainerstaaten an der Tagesordnung steht.

Produktive Gespräche

Als Ergebnis wurde festgehalten, dass das Konzept der Ökosystemleistungen und die zugehörigen Erhebungsdaten große Vorteile bei der Kommunikation von Interessenskonflikten bietet: „Durch die gemeinsame Sprache von Angebot und Nachfrage nach Ökosystemleistungen können Konflikte in Zukunft wertneutral und erfolgreich moderiert werden“, fasst Projektleiterin Univ.-Prof. Dr. Ulrike Tappeiner das Ergebnis der Expertenrunde zusammen. Mit der Unterstützung von Klimabündnis Tirol wurde die Veranstaltung durch Maßnahmen in den Bereichen Mobilität, Verpflegung und Soziales zudem vom Land offiziell als GOING GREEN TIROL ausgezeichnet.

(Hieronymus Jäger)

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