Mit Studie­ren­den zu ei­nem „Klima­wan­del“ an Hoch­schu­len

Ende Juni fand in München eine Veranstaltung des Netzwerks Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern in Kooperation mit der Landes-ASten-Konferenz Bayern und der Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich statt. Dort wurde diskutiert, wie Studierende eine aktive Rolle bei der Transformation der Hochschulen einnehmen können.
Hans Stötter
Bild: Geographie-Professor Hans Stötter bei der Tagung in München. (Credit: Nachhaltige Universitäten)

Am 27. Juni diskutierten im Rahmen der Veranstaltung „Nachhaltige Hochschule – Studierende für einen „Klimawandel“ an Hochschulen“ mehr als 200 Angehörige von Hochschulen (Hochschulleitungen, wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter/inn/en sowie Studierende) aus Bayern, Österreich und der Schweiz mit Vertreter/inn/en von Ministerien und Politik über die Frage, wie Studierende eine aktive Rolle bei der Transformation der Hochschulen einnehmen können. Durch die Themensetzung, Studierende in den Fokus der Überlegungen zur Einführung einer Kultur der Nachhaltigkeit an Hochschulen, wie es von der deutschen Hochschulrektorenkonferenz gefordert wird, zu stellen, wurde bewusst Neuland betreten.

Vor dem Hintergrund der Wirkmächtigkeit der Fridays for Future-Bewegung wurde darüber nachgedacht, dass Studierende sowohl hochschulintern, als größte Gruppe an Hochschulen in einem dem Gesetz entsprechenden ganzheitlichen Verständnis, als auch im Außenverhältnis im Sinne der vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung geforderten „Third Mission“ als Multiplikatoren eine zentrale Rolle einnehmen können oder auch müssen.

Aufbauend auf dem wertebasierten Nachhaltigkeitsverständnis des Netzwerks Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern wird Nachhaltigkeit im Kontext von Hochschulen als ein ganzheitliches und gesamtinstitutionelles Konzept mit den Handlungsfeldern Forschung, Lehre, Betrieb, Governance und Transfer verstanden, wobei Studierende bzw. Studierendeninitiativen aktive Mitgestalter in allen fünf Handlungsfelder sind.

Damit Studierende diese aktive Rolle erfüllen können, müssen entsprechende Rahmenbedingungen erfüllt werden:

  • Studierende müssen offiziell im Organisationssystem der Hochschulen verankerte Strukturen aufbauen und sich vernetzen, um der Forderung nach gesamtinstitutioneller Auseinandersetzung Gewicht zu verleihen.
  • Hochschulen müssen Studierendeninitiativen Freiraum und Unterstützung gewähren und sie als gleichwertige Partner im Sinne eines ganzheitlichen Hochschulverständnisses gleichwertige Partner in alle Handlungsfelder integrieren.
  • Hochschulen müssen verpflichtende Lehre zu den „Themen des 21. Jahrhunderts“ einführen (ein neues, zukunftsgerichtetes „Studium Generale“).
  • Die Ministerien (BayStMWK und BMBWF) müssen (politische) Rahmenbedingungen für eine aktive Einbindung der Studierenden „auf Augenhöhe“

Die Annäherung an die zentralen Fragen und daraus resultierenden Überlegungen geschah in wissenschaftlichen und studentischen Keynotes, Pitch- & Poster Präsentationen zu studentischen Nachhaltigkeitsinitiativen aus Bayern, Österreich und der Schweiz, vier Workshops zu Nachhaltigkeit an den Hochschulen in Forschung, Campusmanagement, Governance und Lehre sowie einer abschließenden Podiumsdiskussion.

Netzwerk Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern

Das Netzwerk Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern unterstützt Hochschulakteure dabei, die Rahmenbedingungen für mehr Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Verwaltung an bayerischen Hochschulen zu verbessern. Das Netzwerk wurde von engagierten WissenschaftlerInnen verschiedener Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern 2012 gegründet und erhielt 2018 vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst eine Anschubfinanzierung für die Einrichtung einer Geschäftsstelle. 

Landes-ASten-Konferenz Bayern

Die Landes-ASten-Konferenz (LAK) Bayern ist der Zusammenschluss aller bayerischen Studierendenvertretungen. Ziel der LAK ist es, den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den Studierendenvertretungen in Bayern zu stärken und einheitlich gegenüber der Öffentlichkeit aufzutreten. Die LAK nimmt Einfluss auf hochschulpolitische Prozesse und Gesetzesvorhaben der Landes- und Bundesebene und vertritt die Studierenden in ihren fachlichen, wirtschaftlichen und sozialen Belangen. Im Juni 2019 hat sich die LAK in einem Positionspapier mit der Transformation hin zu einer „Nachhaltigen Hochschule“ in Lehre, Forschung und Betrieb beschäftigt und hochschulpolitische Forderungen aufgestellt.

Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich

Auf der Basis eines gemeinsamen Nachhaltigkeitsverständnisses haben sich seit 2012 15 Universitäten zur Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich zusammengeschlossen. Die Allianz versteht sich als informelles, offenes Netzwerk zur stärkeren Verankerung von Nachhaltigkeitsthemen an den Universitäten in den Bereichen Lehre, Forschung, Universitätsmanagement und Wissensaustausch sowie zur interuniversitären Vernetzung. Damit will die Allianz zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Gesellschaft beitragen.

 

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