Mahlers Welt

Elf Musikwissenschaftler und Musikwissenschaftlerinnen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und den USA haben am ersten Internationalen Gustav Mahler Workshop vom 24. bis 25. Juni 2016 im Kulturzentrum Grand Hotel in Toblach teilgenommen.
Die drei Zinnen
Bild: Die Dolomiten waren für Gustav Mahler eine seiner Inspirationsquellen. Von Toblach aus unternahm er zahlreiche Wanderungen. (Credit: pixaba_Biedermann)

Im Pustertal in Südtirol liegt Toblach, ein Ort, der Gustav Mahler zu einigen seiner bekannten Werke inspiriert hat. „Um Gustav Mahler in der Landschaft zu finden, muss man die Berge in all ihrer Tiefe umarmen können, wie er, der große Komponist, der die Dolomiten in dreizehn Jahren seines Lebens und für die Ewigkeit in seiner Musik umarmte“, so beschreibt Milijana Pavlovic vom Institut für Musikwissenschaft die tiefe Verbundenheit des Komponisten mit seiner Inspirationsquelle, der Landschaft der Dolomiten. An diesem Ort, an dem Mahler viele Sommer verbrachte und sich ein Komponier-Häuschen bauen ließ, trafen sich zwei Tage lang Expertinnen und Experten, um ihre Forschungsarbeiten zu diskutieren und Ergebnisse und Ansätze zu vergleichen. Unter den behandelten Themen waren Aufführungsanalysen bedeutender Mahler-Interpreten wie Herbert von Karajan und Leonard Bernstein, die philosophischen, ästhetischen und literarischen Hintergründe von einigen Werken Mahlers, die philologische Untersuchung von Mahlers Handschriften der dritten und fünften Symphonie sowie die Analyse von einigen experimentellen, auf der Musik Mahlers basierenden Werken visueller Kunst.

Komponierhäuschen
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Mahlers Komponierhäuschen in Toblach. (Bild: Pavlovic)

Abschließend hatten die Mahler-Expertinnen und Experten die Gelegenheit, von Mahler geprägte Orte in Toblach und Umgebung zu besuchen, darunter dessen Sommerresidenz und das Kompositionshäuschen in Altschluderbach. „Die Musik Gustav Mahlers beschreibt keine Landschaft oder Wanderungen. Seine Werke, die heute in der ganzen Welt gespielt werden, vollbringen etwas ganz anderes – sie erzählen von dem, was hinter und über dem Gebirge steht, was sich vor oberflächlichen Augen versteckt, was weder Leben noch Tod untertan ist, keinen Anfang und kein Ende hat. Mahler sah es und erfuhr es, durch die Berge“, so Pavlovic. Diese äußerst erfolgreiche Veranstaltung markierte den Beginn einer Kooperation zwischen den Gustav Mahler Musikwochen in Toblach und dem Institut für Musikwissenschaft der Uni Innsbruck. Geplant sind unter anderem die Errichtung eines Gustav Mahler Dokumentationszentrums sowie weitere Seminare, Konferenzen und Workshops in Toblach.

(Pavlovic/ Redaktion)

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