Lite­rari­sche Spu­ren­suche zwi­schen den Zeiten

In der neuen Stadtbibliothek in Innsbruck fand am Dienstag die Auftaktveranstaltung des diesjährigen Writer-in-Residence-Programms der Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät statt. Heuer ist die französische Schriftstellerin, Übersetzerin und Essayistin Cécile Wajsbrot zu Gast an der Universität Innsbruck.
Cécile Wajsbrot und Julia Pröll
Bild: Cécile Wajsbrot und Julia Pröll in der Stadtbibliothek Innsbruck (Credit: Uni Innsbruck)

Das Programm „Writer in Residence“ wird gemeinsam von Universität und Stadt Innsbruck getragen und ist eine große Bereicherung für die Stadt, sagte Kulturstadträtin Uschi Schwarzl bei ihrer Begrüßung. Das 2006 auf Initiative des Instituts für Romanistik eingerichtete Programm soll zwischen Kultur und Wissenschaft, Stadt und Universität vermitteln, erläuterte Dekan Sebastian Donat. Als vierzehnter Gast konnte in diesem Jahr die französische Schriftstellerin Cécile Wajsbrot gewonnen werden. Sie wird hier neben den Lesungen, Besuche in Gymnasien und Medientermine wahrnehmen, ein Montagsfrühstück im Literaturhaus am Inn bestreiten und an Lehrveranstaltungen teilnehmen. Den Auftakt des Programms machte eine öffentliche Lesung in der neuen Stadtbibliothek in Innsbruck, bei der Cécile Wajsbrot aus ihren Romanen Eclipse und Destruction sowohl auf Französisch als auch auf Deutsch vorlas. Beide Werke gehören zu einer Roman-Pentalogie, die die Entstehung verschiedener Kunstformen und deren Rezeption thematisiert. Ihr Werk ist durch ein dichtes Gewebe intertextueller und intermedialer Verweise gekennzeichnet, das auch in der an die Lesung anschließenden Diskussion mit dem Publikum thematisiert wurde. Begleitet hat die Präsentation die Literaturwissenschaftlerin Julia Pröll vom Institut für Romanistik. Die Lesung mit Cécile Wajsbrot war Teil der Reihe Mehrsprachigkeitsmai, die verschiedene Veranstaltungen zur Mehrsprachigkeit im Mai 2019 in Innsbruck bietet.

Das Programm

Die Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät geht mit der Einladung eines „Writer in Residence“ einen neuen Weg, um Literatur anregend mit Forschung und Lehre zu verbinden. Jeweils im Sommersemester ist eine Autorin oder ein Autor einen Monat lang in Innsbruck anwesend und bereichert sowohl die universitäre Vielfalt als auch das kulturelle Leben Innsbrucks. Der jeweilige „Writer in Residence“ wird durch eine fakultätsinterne Ausschreibung ermittelt: die Institute machen einen oder mehrere Vorschläge, in denen sie die Eigenart und Qualität der vorgeschlagenen Kandidaten beschreiben und darlegen, warum und wodurch diese für die akademische Lehre und die literarische Szene Innsbrucks bereichernd sein können. Die eingegangenen Vorschläge werden durch eine Jury bewertet und gereiht. Den endgültigen Vorschlag an den Dekan erarbeitet der Fakultätsrat.

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