Blick in das Inntal

Lebens­räume nach­haltig gestal­ten

Die Gestaltung räumlicher Veränderungsprozesse im Sinne nachhaltiger Entwicklung steht im Zentrum des Universitätskurses, in dem Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben, Kompetenzen und Erfahrungen zusammenkommen, um gemeinsam, unterstützt vom Knowhow direkt aus der Forschung, an Theorien und Strategien nachhaltiger Raumentwicklung und regionaler Governance zu arbeiten.

Menschen verändern sich und mit ihnen die Bedürfnisse und Räume in denen sie leben. Neue gesellschaftliche, ökologische oder technische Standards werden künftig Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und Verwaltung zur (Um-)Gestaltung von Räumen und Strukturen herausfordern. Diese Erfordernisse betreffen jedoch nicht nur kleinräumige Gebiete. Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen der Raumgestaltung liegen an funktionalen und fachlichen Schnittstellen. Sie sind nicht naturgegeben, dahinter stehen nicht-nachhaltige, am Wachstumsglauben orientierte Strukturen, Abläufe und Handlungsweisen von Individuen und Organisationen. Antworten können nicht mehr aus einer fachlichen Perspektive gefunden werden – eine gerechte und lebenswerte Zukunft fordert alle Disziplinen und Fachbereiche heraus.

Im neuen Universitätskurs „Lebens.Räume im Wandel nachhaltig gestalten“ treffen sich länderübergreifend Menschen mit Frage- und Themenstellungen aus dem eigenen Anwendungsbereich. Darauf eingehend vermitteln die Lehrenden im Universitätskurs fundiertes Wissen unter anderem aus Architektur, Geographie, Soziologie und Sozialer Arbeit das direkt an die neuesten Erkenntnisse in der Forschung anknüpft. „Durch einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis hebt sich unser Kurs stark von anderen Angeboten ab“, betont Ute Ammering die Koordinatorin des Kurses vom Institut für Geographie. Neben den Expertinnen und Experten aus der Geographie werden die Architektur sowie die Soziologie zentral im Kurs verankert sein. „Die Zusammenarbeit über die unterschiedlichsten Disziplinen und mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fakultäten macht die Arbeit an diesem Kurs so spannend. Diese Vielfalt soll auch den Teilnehmenden vermittelt werden“, so Ammering. In den Lehrmethoden und Veranstaltungsorten spiegelt sich dieser inter- und transdisziplinäre Zugang wider.

Lernen für die Region

Mit dem richtigen Basiswissen, anwendungsorientierten Methoden der Analyse und Strategieentwicklung sowie Kommunikation und Vernetzung sollen engagierte Teilnehmende, ausgehend von ihrem persönlichen Knowhow, für die verantwortungsvolle Aufgabe der nachhaltigen Raumentwicklung gerüstet sein. „Nachhaltigkeit ist schon sehr lange und oft auch leidliches Thema nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch im gesellschaftlichen Diskurs. Wir wollen Menschen ansprechen, die sich in ihrem beruflichen Leben mit Veränderungsprozessen auf lokaler oder regionaler Ebene beschäftigen und diese im Sinne nachhaltiger Entwicklung gestalten, steuern oder begleiten wollen“, präzisiert Ammering die angesprochene Zielgruppe. Raum ist laut der Expertin kein starrer Rahmen für unser Leben, Raum ist das Produkt vieler komplex zusammenhängender Faktoren, Raum ist permanent in Veränderung, Raum wirkt auf die Menschen und ihr Tun und das wirkt zurück auf die sichtbare Gestalt der Räume. In den unterschiedlichen Disziplinen werden dabei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. „Diese Interdisziplinarität wird sich auch in der Heterogenität der Teilnehmenden fortsetzen. Wir freuen uns auf viele Erfahrungen und vielschichtige Expertisen zu diesem aktuellen Gegenstand“, verdeutlicht die Wissenschaftlerin. Lernen von- und miteinander ist dabei der Kern des Kurses, der sich unter anderem als hochwertige Plattform zum Austausch für die Teilnehmenden versteht. „Von kleinen Initiativen aus der Zivilgesellschaft, über Netzwerke bis hin zu Planerinnen und Planern – nachhaltige Raumgestaltung findet man im Kleinen wie im Großen und alle Ideen und Aktivitäten sind wichtig. Diese engagierten Menschen, aus unterschiedlichen Ländern und Berufsfeldern stehen häufig vor ähnlichen Problemen. Deshalb macht es Sinn im Kurs gemeinschaftlich an Lösungsansätzen zu arbeiten“, so Ammering. Das faktische Wissen der Teilnehmenden soll durch ihre Kreativität in Projekte verwandelt und ihre Ideen vom Anfang bis zur Umsetzung begleitet werden. Wo Menschen leben ist kein Stillstand – ausgehend von den heutigen Maßnahmen, sollen auch noch spätere Generationen davon profitieren können. Die nachhaltige Entwicklung von Lebensräumen ist somit eine große Aufgabe, die kooperativ in einem starken Netzwerk von Forscherinnen und Forschern sowie Praktikerinnen und Praktiker erfolgreich angegangen werden kann.


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