Kon­ferenz zur Popu­lations­biologie von Pflanzen in Inns­bruck

117 Forscherinnen und Forscher aus 15 Nationen (von USA bis Israel) trafen sich vom 3. bis zum 5. Mai 2018 an der Universität Innsbruck zur 31. Tagung des GfÖ - Arbeitskreises für Populationsbiologie der Pflanzen (Gesellschaft für Ökologie in Deutschland, Österreich und Schweiz).
Ausgedehnte Korkuswiesen in der hochalpinen Szenerie der Stubaier Alpen konnten bei der Exkursion nach Lüsens bewundert werden.
Bild: Ausgedehnte Korkuswiesen in der hochalpinen Szenerie der Stubaier Alpen konnten bei der Exkursion nach Lüsens bewundert werden. (Credit: Lena Nicklas)

Das alljährliche internationale Treffen der botanischen PopulationsbiologInnen, die POPBIO , wurde im heurigen Jahr  vom Institut für Botanik und von der Alpinen Forschungsstelle Obergurgl an der Universität Innsbruck ausgerichtet. Zu fünf verschiedenen Themenschwerpunkten konnten die TeilnehmerInnen Beiträge über ihre aktuelle Forschung präsentieren: Samen, Keimung, Keimlingsetablierung und Samenverbreitung, Biologie und globaler Wandel, Evolutionsökologie und (Epi)genetik, Interaktionen sowie Biologische Inversionen. Insbesondere waren wieder JungwissenschafterInnen dazu aufgerufen, ihre Ergebnisse in spannenden Vorträgen und Postern zu zeigen. Um den Anreiz für Studierende zu erhöhen, gab es daher auch eine Wahl zum besten Vortrag und Poster.

Führende ExpertInnen aus aller Welt waren eingeladen in ihren Keynotes die Herausforderungen der aktuellen und zukünftigen populationsbiologischen Forschung zu den verschiedenen Themen aufzuzeigen und zur Diskussion zu stimulieren. Bente Graae (Norwegische Universität für Wissenschaft und Technologie) referierte über die Möglichkeiten und nötigen Faktoren für eine Keimlingsetablierung in alpinen Ökosystemen. Sonja Wipf (SLF/WSL, Schweiz) gab einen umfassenden Einblick in die Auswirkungen des Klimawandels auf alpine Pflanzen und Pflanzengesellschaften. Durch den Vortrag von Yvonne Willi (Universität Basel) wurde der Fokus auf genetische Analysen von Populationen und damit auf einen in den letzten Jahren sehr stark entwickelten und wichtigen Forschungsschwerpunkt in der Populationsbiologie gelenkt. Sie zeigte, wie Genetik über die Verbreitungsgeschichte von Populationen und Arten Auskunft geben kann. Dass wir in einer Welt leben, in der vom Menschen eingebrachte exotische Pflanzen eine immer wichtigere Rolle spielen, wurde in den Vorträgen von Ray Callaway (Universität von Montana) und Anna Traveset (Mediterranes Institut, Mallorca) klar. Sie zeigten zum einen die Wichtigkeit von Pflanzeninteraktionen bei Invasionen und zum anderen den Einfluss von invasiven Arten auf Interaktionsnetzwerke.

Passend zum Tagungsort Innsbruck im Herzen der Alpen, war auch der Anteil an Studien in alpinen Ökosystemen sehr groß. Die Universität Innsbruck war mit einigen WissenschafterInnen der Institute für Botanik und für Mikrobiologie vertreten. So stellte beispielsweise Vera Margreiter erste Ergebnisse ihrer Experimente zur Keimung und Keimlingsetablierung entlang eines Höhentransektes im inneren Ötztal vor und Peter Schönswetter zeigte eindrücklich, dass die Vegetation inneralpiner Trockentäler „mehr als ein Appendix“ der eurasischen Steppen und höchst relevant für den Naturschutz ist.

Nach einer interessanten Konferenz und vielen spannenden Gesprächen, führte die TeilnehmerInnen die abschließende Exkursion ins Herz der Stubaier Alpen nach Lüsens. In der beeindruckenden Szenerie des hochalpinen Tales am Fuß des Fernerkogels, dem Matterhorn von Nordtirol, konnten unter anderem ausgedehnte Krokuswiesen bewundert werden.

(Lena Nicklas)


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