Karriere für Wissen­schaftler­innen

Junge Wissenschaft­lerinnen am Beginn ihrer Karriere zu unterstützen, ist das Ziel des bereits zum dritten Mal stattfindenden Mentoring-Programms an der Uni Innsbruck. In kleinen Gruppen tauschen sich Doktoratsstudentinnen und Post-Docs über karriererelevante Fragestellungen und ihre Erfahrungen in der Wissenschaft aus. Unterstützt werden sie dabei von Mentorinnen und Mentoren.
Mentoring-Programm
Bild: Bereits zum vierten Mal können sich Interessierte für das Mentoring-Programm anmelden. (Credit: Gerhard Berger)

Zeitmanagement, die Planung einer wissenschaftlichen Karriere, das Schreiben von Anträgen oder die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf sind nur einige der Themen, die für junge Wissenschaftlerinnen relevant sind. Gemeinsam mit ihrer Peer-Gruppe sowie den Mentorinnen und Mentoren können individuelle Fragestellungen in einem geschützten Raum diskutiert werden. „Für all diese Themen gibt es kein Allheilmittel, aber es hilft, diese Themen aus unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam zu diskutieren. Wichtig ist auch zu erkennen, dass alle mit ähnlichen Fragestellungen konfrontiert sind und viele Herausforderungen nicht fächerspezifisch sind. Für uns als Mentorinnen und Mentoren ist es wichtig, für diese Gespräche einen geschützten Raum zu schaffen, damit auch kritische Dinge angesprochen werden können“, erklärt Sibylle Baumbach, Professorin am Institut für Anglistik, die sich als Mentorin für das Programm engagiert. Mit ihr betreut auch Wolfgang Kofler, vom Institut für Sprachen und Literaturen, die Gruppe von Doktorandinnen und Postdocs. „In meiner Laufbahn hatte ich immer Glück mit meinen Vorgesetzten. Die Nachwuchsförderung liegt mir besonders am Herzen, da ich mich gerne engagiere, damit junge Menschen eine ähnlich gute Chance bekommen wie ich“, verdeutlicht der Wissenschaftler. Die Mentorin und der Mentor sind bemüht, möglichst ehrlich und realitätsnah die Problemstellungen mit den Mentees zu diskutieren. Stella Lange, eine der Teilnehmerinnen im Mentoring-Programm, profitiert sehr vom entstandenen Netzwerk: „In dieser kurzen Zeit ist bereits eine produktive Zusammenarbeit auch in wissenschaftlichen Kontexten und darüber hinaus ein freundschaftliches Netzwerk entstanden. Wir kämpfen alle mit ähnlichen Herausforderungen und es ist extrem hilfreich, sich über unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten auszutauschen.“

Austausch

Den jungen Wissenschaftlerinnen Mut zu machen und sie darin zu bestärken mobil und aktiv zu sein, das ist eines der Ziele von Baumbach und Kofler. „Wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in einem sehr außergewöhnlichen Beruf, der aus einer Mischung aus Forschung, Lehre und Management besteht. Es sind sehr abwechslungsreiche und schöne Aufgaben damit verbunden, jedoch fehlt Doktorandinnen und Doktoranden und auch Postdocs häufig ein reales Bild vom täglichen Berufsleben. Auch das möchten wir ihnen im Zuge des Programms vermitteln“, so Baumbach. Kofler betont zudem, dass es ihm wichtig ist, mit den angehenden Forscherinnen zu reflektieren, ob eine wissenschaftliche Karriere überhaupt der richtige Lebensweg für sie ist. „Wir möchten aufzeigen, dass es eine Karriere ist, die man nicht planen kann und mit der man ein großes Risiko auf sich nimmt. Wir wollen aber auch ermutigen, Dinge auszuprobieren, sich von Ablehnungen von Anträgen und Frust im wissenschaftlichen Misserfolg nicht die Freude am Fach nehmen zu lassen. Wie das Scheitern gehört aber auch etwas Glück zum Wissenschaftsberuf“, verdeutlicht Kofler. Stella Lange ist nur eine der Wissenschaftlerinnen, die im Programm teilgenommen haben. „Ich fände es gut, wenn man das Programm auch für junge Wissenschaftler öffnet. In der Gruppe haben wir schon darüber gesprochen, dass auch ein Austausch mit unseren Kollegen wichtig ist. Denn diese können mit ihren zum Teil anderen Ansichten und Herangehensweisen die Diskussion bereichern. Zudem wäre es sicher auch gut, gewisse Themen nicht grundsätzlich als frauenspezifisch zu etikettieren. Vielmehr können wir alle voneinander im Peer-Feedback viel lernen. Das hat dieses Programm für uns alle so wertvoll gemacht“, verdeutlicht Lange. Der Austausch von Gleichgesinnten, von Menschen, die sich mit ähnlichen Fragestellungen, Lebensplänen und Herausforderungen auseinandersetzen, ist ein großer Mehrwert im Mentoring-Programm der Uni Innsbruck.

 

MentorInnen und Mentees im Programm der Jahre 2017/2018

Gruppe A: Naturwissenschaften und Technik 

Mentees: Dr. Eliza Harris, Mag. Dr. Christiane Kreyer, Nadine Präg, MSc, Mag. Martina Überall, PhD

MentorInnen: Mag. Dr. Sigrid Neuhauser/Univ.-Prof. Mag. Dr. Alexander Ostermann

 

Gruppe B: Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften

Mentees: Anna Köhl, BA MSc, Dr. Stella Lange, Mag. Dr. Maria Piok, Mag. Michaela Rizzolli, PhD, Dr. Claudia Sojer, Dr. Rike Stotten, M.A.

MentorInnen: Univ.-Prof. Dr. Sibylle Baumbach, MA/Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Kofler

 

Die Anmeldung für das Programm der Jahre 2018/2019 ist bis zum 09. März 2018 unter forschungsfoerderung@uibk.ac.at möglich. Bewerberinnen stehen in einem Dienstverhältnis zur Uni Innsbruck oder zur UMIT und befinden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium ihrer Dissertation oder sind Early Postdocs.


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