„Junge For­­scher ge­­sucht!“: Sieger aus Tirol und Grau­­bünden

Beim 4-Länder-Schülerwettbewerb in Trient konnten die teilnehmenden Tiroler SchülerInnen sensationelle drei Preise gewinnen. Die Sieger erhielten jeweils einen Geldpreis von 3.000 Euro, gestiftet von der Stiftung Südtiroler Sparkasse.
Gruppenfoto mit den Gewinnern von „Junge Forscher gesucht!“ 2020.
Bild: Von links: Dr. Martin Schmidt-Baldassari, Direktor der HTL Fulpmes und Juror, Veronika Stötter, Simon Stangassinger und Leonhard Kohl-Lörting (die Gewinner), Silvia Prock (Junge Uni, Organisation). (Credit: Uni Innsbruck/EURAC)

In der Kategorie „Grundlagenforschung“ des Schülerwettbewerbs „Junge Forscher gesucht!“ überzeugte Leonhard Kohl-Lörting vom Reithmanngymnasium in Innsbruck die internationale Jury und erhielt den ersten Preis im Wert von 3.000 Euro für seine Computersimulation zyklischer chemischer Reaktionen. Veronika Stotter vom BRG/BORG Schwaz konnte mit ihrer Arbeit über die Verteilung der Gebirgswaldameisen in dieser Kategorie den 3. Preis erringen, und Simon Stangassinger und Manuel Kramer vom BRG/BORG Telfs erhielten in der Kategorie „Angewandte Forschung“ mit ihrer Arbeit über einen Schlauchprüfstand den zweiten Preis im Wert von 2.000 Euro.

Wegen der Pandemie hatte das Finale verschoben werden müssen, doch Mitte September war es soweit: Im MUSE in Trient prämierte die internationale Jury die besten Forschungsprojekte des überregionalen Wettbewerbs, an dem Schüler und Schülerinnen aus Südtirol, dem Trentino, Tirol und Graubünden teilnahmen. Insgesamt 10 Schülergruppen präsentierten live oder online ihre Projekte. „Das Finale musste im April verschoben werden, und wir sind glücklich, dass es jetzt trotz der Einschränkungen auf Grund der Corona-Pandemie live stattfinden konnte. Leider waren einige der Jugendlichen wegen Arbeit oder Studium verhindert, aber diejenigen, die dabei sein konnten, zeigten wie immer großen Enthusiasmus und waren beeindruckend gut vorbereitet“, erklärte die Hauptorganisatorin Raffaella Di Iorio von der Autonomen Provinz Trient.

Den ersten Preis in der Kategorie „Grundlagenforschung“ sicherte sich Leonhard Kohl-Lörting mit der Computersimulation der Belousov-Zhabotinsky Reaktion. Es handelt sich dabei um eine sogenannte „oszillierende“ Reaktion, die als chemisches Modell für Nicht-Gleichgewichtsphänomene dient.

In der praxisorientierten Kategorie „Produktentwicklung“ siegte Noa Sendhofer aus Graubünden mit dem Prototyp eines sechsachsigen Roboterarms, den er entwickelte und konstruieren ließ. Der Arm ist in der Lage, alltägliche Tätigkeiten auszuführen, etwa eine Flasche hochzuheben.

In Tirol wurden insgesamt 12 Projekte eingereicht, 5 schafften es ins Endfinale. „Die Anzahl der eingereichten Projekte zeigt, dass in Tirol ein zunehmendes Interesse an solchen Wettbewerben herrscht“, meinte Martin Schmidt-Baldassari, Direktor der HTL Fulpmes, der in der internationalen Jury mitwirkte. „Und die hervorragenden Platzierungen – die Hälfte der Preise ging nach Tirol – zeugen von der hohen Qualität unserer Schulausbildung und dem zunehmenden Engagement unser SchülerInnen sich international erfolgreich zu präsentieren.“

Die Sieger erhielten jeweils einen Geldpreis von 3.000 Euro, gestiftet von der Stiftung Südtiroler Sparkasse. Die Geldpreise für die anderen Projekte finanzierten die den Wettbewerb organisierenden Institutionen: Hauptorganisator Eurac Research, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Autonome Provinz Trient und Schweizerische Alpine Mittelschule Davos. Neu vergeben wurde in diesem Jahr der Sonderpreis der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino, der Projekte auszeichnet, die besondere Bedeutung für die Regionen und das Alltagsleben der Jugendlichen haben. Einen zweitägigen Studienaufenthalt in Brüssel gewannen die Schüler des „Istituto tecnico, economico e tecnologico“ in Trient, die eine Website und eine App entwickelt hatten, um Schulen die Organisation von Vertretungsstunden zu erleichtern.  

Der Wettbewerb „Junge Forscher gesucht!" fand in diesem Jahr zum achten Mal statt; er richtet sich an 16- bis 20-Jährige aus dem Kanton Graubünden, Tirol, Südtirol und Trentino. In zwei Jahren wird er hoffentlich in die nächste Runde gehen und wieder in Bozen stattfinden.

(Silvia Prock)

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