Inter­natio­naler Work­shop „Adul­te Stamm­zellen in wirbel­losen Tieren“

Auf Einladung des Instituts für Zoologie fand vom 28. bis zum 31. März in Obergurgl ein Symposium im Rahmen des gleichnamigen EU-COST-Netzwerkes statt. 13 Arbeitsgruppenleiter aus 9 EU-Ländern erarbeiteten eine gemeinsame Strategie zur Charakterisierung adulter Stammzellen vielzelliger Tiere und deren Wirkung in der Gewebeerneuerung, der Regeneration und in Alterungsprozessen.
Gruppenfoto EU-COST-Workshop
Bild: Die Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer beim Universitätszentrum Obergurgl. (Credit: Hobmayer/Universitätszentrum Obergurgl)

Unsere aktuelle Vorstellung über Stammzellen wird stark durch die Forschung an embryonalen oder adulten Stammzellen von Säugetieren geprägt. Säuger waren und sind aufgrund ihrer nahen Verwandtschaft zum Menschen die bevorzugten Versuchstiere in der biomedizinischen Forschung. Sie repräsentieren aber nur einen von insgesamt etwa 35 Tierstämmen. Zentrale Aufgabe dieses Workshops war es nun, zu erarbeiten, wie das gegenwärtige Stammzellkonzept durch neue Erkenntnisse über adulte Stammzellen in all diesen Tiergruppen ergänzt und auf eine breitere Grundlage gesetzt werden kann.

Nach den Begrüßungen durch den Gastgeber Bert Hobmayer und den Leiter dieses COST-Netzwerkes, Buki Rinkevich von der Universität Haifa, folgten Arbeitseinheiten, in denen sich kleinere Wissenschaftler-Gruppen den speziellen und sehr erstaunlichen Eigenschaften von adulten Stammzellen in wirbellosen und evolutiv zum Teil sehr ursprünglichen Tieren widmeten. So tragen adulte Stammzellen in bestimmten Arten bis zur Hälfte der gesamten Körpermasse bei, können zu einer fortwährenden Verjüngung der Gewebe führen, vermitteln vollständige Regeneration ganzer verloren gegangener Körperteile, und verleihen manchen Tieren die Fähigkeit, Alterungsprozesse komplett auszuschalten. Zweimal täglich fanden zusammenführende Diskussionsrunden im Kreis aller Teilnehmer statt. Ausdruck für den Erfolg dieses Workshops ist die Entscheidung dieses Konsortiums, jetzt in der Folge die wichtigsten Erkenntnisse in Form einer wissenschaftlichen Review-Arbeit umzusetzen.

(Bert Hobmayer)

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