Inge­borg-Ohn­heiser-Preis geht nach Inns­bruck

Der Ingeborg-Ohnheiser-Preis wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Slawistik (oegsl) für universitäre Abschlussarbeiten ins Leben gerufen und 2019 zum ersten Mal verliehen. Eine der drei Preisträgerinnen, Mag. Anna Dreher, kommt aus Innsbruck.
Verleihung des Ingeborg-Ohnheiser-Preises
Bild: Die Preisverleihung Ende November in Klagenfurt. (Credit: oegsl)

Mit diesem Preis, benannt nach der Sprachwissenschaftlerin und langjährigen Institutsleiterin der Innsbrucker Slawistik, Prof. Dr. Ingeborg Ohnheiser, die am 6. März 2018 verstorben ist, werden hervorragende Dissertationen sowie Master- und Diplomarbeiten aus der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft in der österreichischen Slawistik ausgezeichnet. Die Preise sollen alle zwei Jahre verliehen werden – für das nächste Mal wurde zusätzlich Fachdidaktik als eigene Kategorie aufgenommen.
Von den insgesamt 17 eingereichten Arbeiten für die Jahre 2017 und 2018 (5 Dissertationen, 12 Diplom- bzw. Masterarbeiten) wurden zum ersten Mal drei Arbeiten mit einem Preis ausgezeichnet. Die Auswahl wurde von einer 11-köpfigen Jury österreichischer SlawistInnen auf der Basis von je zwei Gutachten, darunter auch solche aus dem Ausland, getroffen.

Eine der drei Preisträgerinnen, Frau Mag. Anna Dreher, kommt aus Innsbruck. Anna Dreher hat von 2013 bis 2018 die Unterrichtsfächer Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung sowie Russisch in Innsbruck studiert und 2018 ihr Lehramtsstudium abgeschlossen. Derzeit arbeitet sie am Institut für Fachdidaktik als Senior Lecturer. Sie kommt ursprünglich aus Perm (Russland), wo sie Germanistik studierte.

Ausgezeichnet wurde ihre Abschlussarbeit mit dem Titel Der Sprachwandel des Russischen nach 1991 im Spiegel der Lehrbücher für den fremdsprachlichen Unterricht. Eine Analyse anhand von Lehrbüchern für Russisch als Fremdsprache. Es handelt sich dabei um eine linguistisch-fachdidaktische Arbeit, in der Frau Dreher untersucht, ob, und falls ja, wie sich der Sprachwandel des Russischen seit 1991 in neueren Russisch-Lehrbüchern widerspiegelt. Sie analysiert dazu 10 ausgewählte Russisch-Lehrwerke der Postperestrojka-Zeit und kommt zu dem Ergebnis, dass die Prozesse des russischen Sprachwandels seit dem Beginn der 90er Jahre (wie Neologismen und umgangs- bzw. substandardsprachliche Ausdrücke) in diesen Lehrbüchern sehr gut reflektiert werden. Sie berücksichtigen die stilistische Vielfalt des Russischen und bieten eine große Bandbreite an praxisrelevanten Gebrauchstexten, was bis in die 90er Jahre hinein (noch) nicht der Fall war.

Der Ingeborg-Ohnheiser-Preis für Qualifikationsarbeiten aus dem Bereich der Slawistik in der Kategorie Linguistik wurde Anna Dreher am 22. November 2019 im Rahmen der Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Slawistik in der Universität Klagenfurt verliehen. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Weinberger. Der Betreuer der Arbeit war Prof. Dr. Wolfgang Stadler; als Gutachter fungierten Prof. Dr. Heinz Pfandl (Univ. Graz) und Prof. Dr. Edgar Hoffmann (WU Wien).

Die anderen zwei Preise gingen an Absolventinnen der Universität Graz.

(Wolfgang Stadler, Helmut Weinberger)

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