Geographie: AGEF goes Indonesia

Kulturelle Kontexte der Implementierung von Sustainable Development Goals verstehen – das war das Motto zweier von ASEA UNINET finanzierten Projekte in der Arbeitsgruppe für Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsforschung (AGEF) des Instituts für Geographie der Universität Innsbruck.
Gruppenfoto: AGEF goes Indonesia
Bild: Das Seminarteam in Indonesien. (Credit: Christian Obermayr)

In enger Zusammenarbeit mit der Universitas Gadjah Mada in Yogyakarta und der Sebelas Maret University in Surakarta wurden die lokal-regionalen Implikationen der Sustainable Development Goals 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) und 15 (Leben an Land) analysiert und in einen Süd-Nord-Süd Vergleich (Südamerika – Europa – Indonesien) gestellt. Mit Teilnehmer_innen aus Österreich (Univ.-Prof. Dr. Martin Coy, Christian Obermayr, MSc, Robert Hafner, PhD, Widiyanto Widiyanto, MSi, und Sebastian Pihan), den Niederlanden und Indonesien fungierte das internationale Seminar zu sozial-ökologischer Transformation als Startpunkt für die gemeinsamen Tätigkeiten des Projektaufenthaltes vor Ort.

Hierbei wurden zusammen mit Masterstudierenden und Doktorand_innen unterschiedliche Zugänge zum Thema der sozial-ökologischen Transformation herausgearbeitet. Besonders spannend gestaltete sich dabei der Austausch zwischen Praktiker_innen und Wissenschaftler_innen: Die divergierenden Interpretationen von geläufigen Konzeptionen offenlegen, das gelang bei diesem Auftakt.

In weiterer Folge diente ein Projektworkshop zur Vertiefung und dem Verstehen sozio-kulturell beeinflusster Sichtweisen auf Mensch-Umwelt-Gesellschaft-Wissenschaft-Beziehungen. Es wurde erörtert, inwiefern sich regionale Kontexte und Interpretationsmuster der SDGs auf die (Nicht-)Erreichung globaler Ziele auswirkt. Konkrete Fallbeispiele beschäftigten sich hier beispielsweise Tabak- und Sojaanbau im Globalen Süden, Wassermanagement und Desaster Risk Reduction (DRR), oder der Umgang mit Policy Arrangements im sozialen Wohnungsbau. Aus österreichischer Perspektive stand die Vermittlung von konzeptionellen Grundlagen aktueller Diskussionen zu Umsetzungsstrategien nachhaltiger Entwicklung im Vordergrund. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Fragen kleinräumiger Wirtschaftskreisläufe, Fragen der endogenen Entwicklung und Regionalität, konkreten Ansätzen der Erzeugung von Regionalprodukten, der Direktvermarktung und der selbstbestimmten Regionalentwicklung.

Der dritte Teil der beiden Projekte fokussierte sich auf die empirische Feldarbeit im urbanen wie ruralen Raum. Umsiedlungsgebieten von Squatterbewohner_innen aus einem durch Überschwemmungen gefährdeten Flussbereich wurden genauso besucht wie ein Projekt zum partizipativen Überschwemmungs- und Katastrophenmanagements. Außerdem ermöglichte die Feldbegehung in Klaten (Water Governance) interessante Einblicke in die Akteurskonstellationen und Prozesse der Privatisierung im Konflikt um die Ressource Wasser. Während diesen Aktivitäten zeigte sich, dass der Vergleich zwischen Argentinien/Brasilien, Österreich und Indonesien aus wissenschaftlicher, aber auch aus gesellschaftlicher Perspektive ein sehr hohes Potential in sich birgt.

(Robert Hafner & Christian Obermayr)


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