Führen für die nächste Generation

Vor der vollbesetzten Sowi-Aula präsentierte Roche-CEO Severin Schwan vergangenen Freitag seine Thesen über ein optimales Innovations-Umfeld. Der Vortrag im Rahmen des Business Leaders Lecture Series war zugleich eine der Abschlussveranstaltungen des Sowi-Clubs.
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Bild: Roche-CEO Severin Schwan beim Vortrag an der Uni Innsbruck

Dr. Severin Schwan ist Chief Executive Office der F. Hoffmann-La Roche AG und führt einen Konzern mit über 90.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 50 Milliarden Schweizer Franken. Im Ranking der 20 Unternehmen mit den weltweit höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung stand Roche im vergangenen Jahr an fünfter Stelle. Rektor Tilmann Märk zeigte sich denn auch sehr erfreut, einen so erfolgreichen Manager an der Universität Innsbruck begrüßen zu dürfen – umso mehr als Schwan ein Absolvent der Alam Mater ist. Schwan studierte hier Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften und ging nach der Promotion 1993 direkt zum schweizerischen Pharmakonzern.

Bei seinem Vortrag erzählte Schwan den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern in der Sowi-Aula aus seiner Studienzeit und welche Besonderheit es damals noch war, auf ein Auslandssemester zu gehen. Er erläuterte in der Folge das Businessmodell der Pharmafirmen, das im Wesentlichen auf dem Patentschutz beruht, und stellte dann fünf Thesen auf, mit denen man seiner Erfahrung nach die Chancen für Innovation in einem Unternehmen erhöhen kann. So schlug er vor, Doppelspurigkeiten zuzulassen, um Freiräume für Kreativität zu schaffen. Des Weiteren sollte sich Führung auf wenige Grundsätze beschränken und Vorsicht bei der Einbeziehung von Beratern und „Visionären“ walten lassen. Auf Erstaunen stieß seine Aussage bei manchen, dass man auch Misserfolge feiern sollte. Schwan schloss seine Thesen mit der Aussage ab, dass man ein Unternehmen immer im Interesse der nächsten Generation führen sollte.

Prof. Franz Pegger nutzte die Veranstaltung, um die Auflösung des Sowi-Clubs bekanntzugeben. Der Sowi-Club war als einer der ersten Absolventenvereine gegründet worden und diente über Jahre hinweg als Forum für die Abgängerinnen und Abgänger der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen. Nachdem die Universität mit dem Universitätsgesetz 2002 diese Aufgabe nun selbst übernommen hat, löst sich der Sowi-Club auf und geht in der Transferstelle Wissenschaft – Wirtschaft – Gesellschaft auf.

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