Entstehungs­geschichte zweier Audio­guides

Nachdem das INTRAWI bereits 2013/14 zur Übersetzung eines Dokumentar­films mit dem Natur­historischen Museum Wien (NHM) zusammengearbeitet hatte, folgte im Studienjahr 2015/16 Teil 2 der erfolgreichen Kooperation: Studierende übersetzten unter der Schirmherrschaft des Frankreich-Schwerpunkts 122 Exponatbeschreibungen, die das NHM für zwei Audioguides verwenden wird, ins Französische.
Gruppenfoto bei der Projektfeiern
Bild: Strahlende Gesichter bei den Projektfeiern: 1. Reihe, von links nach rechts: Muryel Derlon, die Brüssler Erasmus-Studierende Charlotte Benouwt und Eva Lavric. 2. Reihe: Ludovic Milot und Romana Kaier, beide vom Frankreich-Schwerpunkt. (Credit: Martina Mayer)

Beginnen wir mit einer Statistik: 4 Lehrveranstaltungen. 58 Studierende aus 7 Ländern. 122 Exponatbeschreibungen. 1 engagierte Lehrveranstaltungsleiterin. Und ein eingespieltes Team aus 3 Partnern: Das NHM unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christian Köberl, der interdisziplinäre Frankreich-Schwerpunkt unter der Leitung von Univ.-Prof. Mag. Dr. Eva Lavric und das INTRAWI in Person der Lehrenden Muryel Derlon kamen überein, über das gesamte Studienjahr 2015/16 hinweg in mehreren Übersetzungskursen die Texte für die neuen Audioguides des NHM, Top 100 und Lebendige Urzeit, aus dem Deutschen ins Französische zu übersetzen. Das NHM verfügte zwar bereits über Audioguides, nicht aber in französischer Sprache, und da die Anzahl französischer BesucherInnen in Wien im Allgemeinen und im NHM im Besonderen kontinuierlich steigt, schien es geboten, diesbezüglich zu reagieren. Aus diesem Grund wurde das Projekt im Sommer 2015 von Dr. Jean-Luc Steffan, damals Attaché für Wissenschafts- und Hochschulkooperation am Institut français de Vienne, initiiert.

Die zufriedenen Studierenden bei der ersten Projektfeier am INTRAWI – eine wichtige Etappe war geschafft! (Credit: Martina Mayer)

Die Herausforderung war für die beteiligten Studierenden groß: Mit etwa 96 Normseiten war das Textvolumen sehr umfangreich, und außerdem galt es, sich mit ganz neuen, spezialisierten Inhalten aus dem breit gefächerten Bereich der Naturgeschichte vertraut zu machen. Die Studierenden widmeten sich akribisch der Textanalyse, der Fachrecherche, dem Terminologiemanagement sowie letztlich ihrer Übersetzungs- und Revisionsarbeit, um im Rahmen dieses nicht-lukrativen universitären Übersetzungsprojektes dem Kunden ein Produkt höchster Qualität zur tatsächlichen Verwendung zu liefern. Ein wichtiger Teil der Arbeit entfiel dabei auf den Austausch mit dem Kunden selber: Frau Mag. Iris Ott, Museumspädagogin des NHM, stand dem INTRAWI-Übersetzungsteam die gesamte Projektdauer hindurch stets hilfsbereit für Rücksprachen zur Verfügung. Damit hatten die Studierenden in idealer Ergänzung zu Ihrer translatologischen und translatorischen Ausbildung am INTRAWI durch dieses Projekt die Gelegenheit, teaminterne und -externe Kommunikationsprozesse einzuüben.

Am 27.1. sowie am 17.6.2016 erhielten die JungtranslatorInnen im Rahmen zweier Projektfeiern mit Eva Lavric vom Frankreich-Schwerpunkt nicht nur Teilnahmebestätigungen, sondern auch das gebührende Maß an Anerkennung für Ihre Leistung an den Rohübersetzungen. Muryel Derlon ihrerseits berichtete, wie interessant, praxisnah und damit didaktisch wertvoll die Arbeit an diesem echten Übersetzungsauftrag war. Wie geht es nun weiter? Die Texte werden von Muryel Derlon noch einem finalen Revisionsdurchgang unterzogen, um dann schließlich im Sommer bzw. Herbst des Jahres dem NHM zur Vertonung übergeben zu werden.

(Martina Mayer)

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