Ehren­kreuz für Wolf­gang Zach

Der emeritierte Anglist und ehemalige Vorsitzende des Universitätsprofessorenverbands Innsbruck Wolfgang Zach wurde mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse ausgezeichnet. Die Verleihung übernahm im Auftrag des Bundespräsidenten Dr. Martin Netzer, Generalsekretär im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.
Martin Netzer und Wolfgang Zach
Bild: Generalsekretär Martin Netzer überreichte die Auszeichnung an Wolfgang Zach. (Credit: Uni Innsbruck)

Die Verleihung fand im Rahmen einer Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Verbands der Professorinnen und Professoren der Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Innsbruck (UPVI) statt. Wolfgang Zach wurde für seine Verdienste um den UPVI und sein wissenschaftliches Werk im Bereich der englischsprachigen Literatur- und Kulturwissenschaft mit dieser hochrangigen Auszeichnung gewürdigt.

Zur Person

Wolfgang Zach wurde 1945 in Graz geboren und ging dort zur Schule. Nach der Matura studierte er Gesang, Anglistik und Germanistik an der Universität Graz. Sein Studium finanzierte er sich als Sänger im Chor der Grazer Oper. Das Angebot einer Stelle als Studienassistent hat ihn dann aber bewogen, eine Karriere als Anglist einzuschlagen. Er promovierte und habilitierte sich an der Universität Graz und wurde dort außerordentlicher Professor. Nach mehreren Rufen akzeptierte er schließlich die Berufung zum ordentlichen Professor an die Universität Innsbruck. Hier wirkte er bis zu seiner Emeritierung 2013 in Forschung, Lehre und Verwaltung, war Vorstand des Instituts für Anglistik und zwölf Jahre Mitglied des Senats.

Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der britischen, irischen und postkolonialen Literatur und Kultur, von Shakespeare bis Rushdie. Dazu sind viele Publikationen erschienen, für die Zach auch vielfach ausgezeichnet wurde, so mit dem Großen goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, dem Ehrenkreuz des Landes Tirol, dem Theodor-Körner-Forschungspreis, dem Kardinal-Innitzer-Forschungspreis und zahlreichen internationalen Fellowships. Außerdem wurde ihm von der University of Science and Technology in Enugu (Nigeria) ein Ehrendoktorat verliehen. Gleichzeitig wurde er zum Häuptling der Igbos gemacht. Zach ist auch Honorarprofessor an der University of Fiji.

Auf Zachs Initiative geht auch die Gründung des Centre for the International Study of Literatures in English (CISLE) zurück, dessen Direktor er bis heute ist. Über das Zentrum haben sich hunderte Wissenschaftler aus aller Welt vernetzt, wurden zahlreiche internationale Konferenzen organisiert und Publikationen veröffentlicht. Außerdem führten Zach zahllose Gastprofessuren und Gastvorträge an Universitäten in über 30 Ländern von Ägypten bis nach Singapur. An der Universität Innsbruck betreute Zach rund 350 Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen. 

Besonders wichtig war für Wolfgang Zach aber auch das persönliche Engagement in der Universitätspolitik und Universitätsentwicklung. Nach der Hochschulreform Anfang der 1970er-Jahre war er einer der ersten Assistenten in einem Fakultätsgremium, engagierte sich im Assistentenverband sowie im Senat der Universität Graz und befasste sich hier vor allem mit den Problemen des wissenschaftlichen Nachwuchses. Bald nach der Übersiedlung nach Innsbruck wurde er 1998 zum Vorsitzenden des Universitätsprofessorenverbands und in den Senat der Universität gewählt. Hier nahm er eine wichtige Rolle im Vorfeld der umfassenden Universitätsreform 2002 ein. Nach 20 Jahren gab er nun den Vorsitz des Professorenverbandes ab, bleibt aber als Ehrenvorsitzender des UPVI und als Präsidiumsmitglied des UPV Österreich weiter aktiv.

Unileben aktuell – die neuesten Beiträge

weitere Beiträge

Nach oben scrollen