Tim Schrabback

Astrophysik mit Schwerpunkt Extragalaktik
Tim Schrabback
(Credit: privat)

Institut für Astro- und Teilchenphysik

Astrophysik mit Schwerpunkt Extragalaktik

seit 01.09.2022

Foto: privat

Leben

Tim Schrabback hat an der Universität Bonn (Deutschland) Physik studiert. Aufbauend auf seine Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und unterstützt durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung wurde er 2008 in Bonn im Fach Astronomie promoviert. Im Anschluss arbeitete er als Postdoktorand an der Universität Leiden (Niederlande) sowie als KIPAC Fellow an der Stanford University (USA). Ende 2011 kehrte er als akademischer Rat auf Zeit (später akademischer Oberrat auf Zeit) an die Universität Bonn zurück. Die von ihm in Bonn geleiteten Forschungsarbeiten wurden durch Projekte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (jetzt Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz), der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Union gefördert. Seit dem 1. September 2022 ist Tim Schrabback Professor für extragalaktische Astrophysik am Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck.

Forschung

In seinen Forschungsarbeiten analysiert Tim Schrabback astronomische Beobachtungsdatensätze mit dem Hauptziel, zentrale physikalische Eigenschaften des Universums besser zu verstehen, wie beispielsweise die Natur der dunklen Materie und dunklen Energie. Nach dem aktuellen Forschungsstand dominieren diese unsichtbaren Komponenten das Energiebudget des heutigen Universums. Hierbei ist die dunkle Materie für das zeitliche Anwachsen kosmologischer Strukturen von entscheidender Bedeutung, während die dunkle Energie die räumliche Expansion des Universums beschleunigt. Die wahre physikalische Natur dieser mysteriösen kosmischen Komponenten ist aber noch weitgehend unverstanden.

Als primäres astrophysikalisches Werkzeug nutzt Schrabback den Gravitationslinseneffekt: Wenn die Lichtstrahlen entfernter Galaxien das Schwerefeld der Vordergrundmaterie durchlaufen, werden ihre beobachteten Bilder verzerrt. Diese Verzerrungen lassen sich statistisch durch die Analyse der Bilder einer Vielzahl von Hintergrundgalaxien vermessen. Dies ermöglicht es, die von der dunklen Materie dominierte Massenverteilung im Vordergrund zu rekonstruieren, kosmische Objekte wie Galaxien und Galaxienhaufen zu wiegen und Rückschlüsse über die physikalischen Eigenschaften des Universums abzuleiten.

In diesem Kontext leitet der Astrophysiker aktuell ein umfangreiches Beobachtungsprogramm, welches weit entfernte Galaxienhaufen, die in den Himmelskartierungen des Südpolteleskops und des eROSITA Röntgenteleskops gefunden wurden, mit dem Hubble-Weltraumteleskop und dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte zwecks Gravitationslinsenanalyse abbildet. Zusätzlich arbeitet er an Vorbereitungen zur akkuraten Vermessung und Analyse des Gravitationslinseneffekts in Bilddaten der bevorstehenden ESA Mission Euclid.

 

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