Matthias C. Kettemann

Innovations- und Internetrecht, Theorie und Philosophie des Rechts
Matthias C. Kettemann
(Credit: HBI, 2021)

Institut für Theorie und Zukunft des Rechts

Innovations- und Internetrecht, Theorie und Philosophie des Rechts

seit 01.09.2021

Foto: HBI, 2021

Leben

Nach Studien der Rechtswissenschaften in Graz, Genf und als Fulbright- und Boas-Stipendiat an der Harvard School promovierte Matthias C. Kettemann (*1983) mit einer Arbeit zur Rechtsstellung des Individuums im Völkerrecht. 2014 ging er dann an die Universität Frankfurt, wo er im Rahmen des Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt seine Habilitation über Rechtskonflikte im Internet schrieb. “Ich habe untersucht, wie staatliches Recht und Völkerrecht zusammenwirken und dabei zeigen können, dass vor allem eine dritte Kategorie von Recht: transnationale Regeln, wie Internet-Standards, entscheidenden Einfluss ausüben.” Als Erster im deutschen Sprachraum mit einer Lehrbefugnis für Internetrecht (und Völkerrecht und Rechtstheorie) ausgestattet, untersucht der Professor für Innovation, Theorie und Philosophie des Rechts an der Uni Innsbruck, wie Künstliche Intelligenz besser reguliert und Menschenrechte auch im Internet geschützt werden können.

Seit 2019 leitet er beim Leibniz-Institut für Medienforschung/Hans-Bredow-Institut in Hamburg ein Forschungsprogramm zu privater Regelbildung und das Private Ordering Observatory des Instituts. “Mich interessiert besonders das Zusammenspiel von Macht und Recht online: Darf Google entscheiden, was man findet und was “vergessen” wird? Darf Facebook bestimmen, was wir online sagen dürfen? Wie versuchen die Gerichte über ihre Urteil und die Staaten über ihre Gesetze Rechte zu sichern und Entscheidungshoheit zurückzuerobern?” Neben seiner Professur leitet er auch Forschungsgruppen am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin und am Sustainable Computing Lab der Wirtschaftsuniversität Wien und die Sektion Internetvölkerrecht am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht.

Forschung

Es sind besonders Fragen an den Schnittstellen von Recht und Technik, nationalen politischen Prioritäten und globalen Allgemeingütern, die Prof. Kettemann faszinieren: Warum funktioniert das Internet? Wem gehören die Unterwasserkabel? Wer beherrscht die Daten in der Cloud? Wie kann Europa seine digitale Souveränität im Wettbewerb mit China und US-Plattformen bewahren? 

Er begeistert sich auch für große Fragen der Internetregulierung und ist sehr aktiv beim Internet Governance Forum, dem weltweit einzigen von der UNO initiierten Gesprächsforum für Internetpolitik. Auch in rot-weiß-rot: “Das Internet Governance Forum Austria, das nationale Vorbereitungstreffen, wiederzubeleben, ist mir ein besonderes Anliegen”, so Prof. Kettemann, der sich nach sieben Jahren in Deutschland auch darauf freut, die österreichische Internetforschungsgemeinschaft enger zu vernetzen. 2022 möchte er mit Institutskolleg*innen Clara Rauchegger und Malte Kramme den 1. Österreichischen Digitalrechtstag initiieren (die Domain digitalrechtstag.at hat er sich schon gesichert). 

Der Grazer, der auch das Junge Forum: Technikwissenschaften leitet, hat sich zum Ziel gesetzt, mit Recht technologische Entwicklungen menschenzentriert und nachhaltig auszugestalten. Wer sagt, was wir online sagen dürfen? Wer sichert unsere Demokratien in der datenkapitalistischen Plattformökonomie? Wie lenken Maschinen Menschen? Wie können Algorithmen erklärt werden?  Wie können Individuen wie Staaten ihre digitale Souveränität in zukunftsorientierten Verantwortungs­gesellschaften sichern? Prof. Kettemann sammelt auch gerne schöne Domains: future.tirol, forschung.jetzt und rechtswissenschaft.digital leiten alle weiter auf die Webseite des jungen Zukunftsrechts-Instituts.


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