Andreas Maurer

 

Andreas Maurer

Institut für Politikwissenschaft

Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Europäische Integration

seit 01.09.2013

 

Leben

Andreas Maurer studierte Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Soziologie und Sozialpsychologie an der Universität Frankfurt am Main und dem Institut d'Études Politiques Paris sowie Europäische Verwaltungswissenschaften am Europa-Kolleg Brügge. Anschliessend arbeitete er am Institut für Europäische Politik, Bonn, dem Jean-Monnet-Lehrstuhl für Politikwissenschaft der Universität zu Köln und der Trans European Policy Studies Association, Brüssel. Seine an der Universität Gießen 2001 vorgelegte Dissertation "Parlamentarische Demokratie in der Europäischen Union. Der Beitrag des Europäischen Parlaments und der nationalen Parlamente" wurde im Jahre 2003 mit dem Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages ausgezeichnet. An der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin, leitete er die Forschungsgruppen Europäische Integration (2003-2007) und Europäische Außenbeziehungen (2008-2010) sowie das Brüsseler Verbindungsbüro (2011-2013). Während der Amsterdamer Regierungskonferenz zur Revision des Maastrichter EU-Vertrages war er Mitglied der hierzu eingerichteten Task Force des Europäischen Parlaments. Im Europäischen Verfassungskonvent fungierte er als Berater zu Fragen der nationalen Parlamente und des Subsidiaritätsprinzips. Auf Vorschlag des Generalsekretärs des Europäischen Parlaments arbeitete Maurer von 2007 bis 2008 und von 2009 bis 2011 im Parlamentsausschuss für Internationalen Handel. Der Verein der Ausländischen Presse in Deutschland zeichnete ihn 2007 mit dem Medienpreis aus. Maurer ist Senior Fellow der Trans European Policy Studies Association, ERASMUS Fellow der Stiftung Wissenschaft und Politik, Präsidiumsmitglied des Arbeitskreises Europäische Integration, Mitglied des Wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik und Mitglied des Advisory Council der Arctic Forum Foundation.

Forschung

Die Forschungsinteressen von Andreas Maurer gründen in der systematischen Analyse der europäischen Vertragsgrundlagen und ihrer dynamischen Entwicklung. Aus neo-institutionalistischer Perspektive erschließen sich hierbei die Schwerpunkte zur Erforschung der EU als dynamisches Mehrebenensystem mit offener konstitutioneller Finalität: Auf welche Weise, unter Rückgriff auf welche Instrumente und theoretischen Annahmen und warum kann das politische System der Europäischen Union handlungsfähig ausgestaltet und demokratisch legitimiert werden? Welche Europäisierungseffekte fordern hierbei die politisch-gesellschaftlichen Systeme der Mitgliedstaaten der EU auf welche Art und Weise heraus? Diese als abhängige Variable gesetzte Kernfrage untersucht Maurer im Hinblick auf die Entwicklung der primärrechtlichen und gesellschaftspolitischen Grundlagen (polity), der Politikfelder (policies), der Handlungs- und Entscheidungspräferenzen staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure in den EU-Mitgliedstaaten (politics) sowie des Wirkungsgefüges zwischen EU-Integration und Globalisierung (Kontextualisierung). Allgemein besteht das Forschungsinteresse darin, auf der Grundlage sozialwissenschaftlicher Theorien mittlerer Reichweite die Dynamik des Handlungssystems der EU, ihrer mitgliedstaatlichen Systeme und ihres internationalen Kontextes zu analysieren. Der unmittelbare Forschungsfokus richtet sich dabei auf die vergleichende Analyse der intra- und interinstitutionellen Dynamiken des Europäischen Parlaments und der nationalen Parlamente im Verhältnis zu den primärrechtlichen Handlungsangeboten für die mitgliedstaatlichen Regierungen im Europäischen Rat und im Ministerrat der EU, die Europäische Kommission und den Europäischen Gerichtshof. Angestrebt wird hierbei die Begründung einer auch auf andere Kooperations- und Integrationsräume anwendbaren Theorie des Mehrebenenparlamentarismus. Im Untersuchungsfeld der funktionalen Reichweite europäischer Integration konzentriert sich Maurer auf die Analyse der europäischen Aussenwirtschaftspolitik im Spannungsfeld zwischen den Herausforderungen zunehmender, globaler Interdependenz und den gesellschaftlichen Legitimationsanforderungen an internationale Ordnungen. Im Rahmen internationaler Forschungskooperationen untersucht Maurer hierbei gegenwärtig die Entwicklung der europäischen Arktis- und Transarktispolitiken sowie die Ausdifferenzierung der europäischen Handelspolitik infolge der massiv veränderten Primärrechtsgrundlagen des Lissabonner Vertrages.

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