Dok­torats­prog­ramm CavX startet

Das doc.funds Projekt „CavX – Calcium Channels in Excitable Cells“ wird vom FWF mit Unterstützung des Österreich-Fonds gefördert. Dies wurde in der letzten Kuratoriumssitzung beschlossen. Die Medizinische Universität Innsbruck richtet das Doktoratsprogramm gemeinsam mit der Leopold-Franzens-Universität ein. Das Pilotprogramm doc.funds wurde erstmals ausgeschrieben.
ProjektkooridnatorInnen CavX
Bild: Koordinator Gerald Obermair mit den Projektbeteiligten: Bernhard Flucher, Alexandra Koschak, Jörg Striessnig, Petronel Tuluc und Marta Campiglio. (Credit: Medizinische Universität Innsbruck)

Die Freude bei Projektleiter Gerald Obermair von der Sektion für Physiologie und seinen Kolleginnen und Kollegen ist angebracht. Bei der ersten doc.funds Ausschreibung des Wissenschaftsfonds FWF konnte das Projekt „CavX“ die internationale Jury überzeugen. Das Interesse an der ersten Ausschreibung war sehr groß, insgesamt wurden 58 sogenannte Letters of Interest eingereicht. Der FWF hatte das Pilotprogramm doc.funds zur Förderung exzellenter wissenschaftlicher Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden initiiert. Darüber hinaus sollen die Forschungsorientierung sowie bestehende Ausbildungsstrukturen für hochqualifizierte NachwuchswissenschafterInnen gefestigt werden. Die Genehmigung des Doktoratsprogramm ist auch eine Auszeichnung für die Kalziumkanal-Forschung am Standort. Innsbruck ist ein international anerkanntes Zentrum in diesem Bereich mit einer einzigartigen Anzahl von Forschungsgruppen. Auf Basis dieser richten die Medizinische Universität Innsbruck und die Leopold-Franzens-Universität das gemeinsame Programm „CavX“ ein. „Das Ausbildungsprogramm hat das Ziel die vorhandene Expertise für die Ausbildung einer nächsten Generation von Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftlern im Bereich der Ionenkanal-Forschung zu bündeln“, erklärt Gerald Obermair. Eines der sechs an CavX beteiligten Teams wird von Jörg Striessnig vom Institut für Pharmazie geleitet: „Das CavX Programm ergänzt in hervorragender Weise die Forschungsaktivitäten des ebenfalls FWF-geförderten Spezialforschungsbereichs SFB- F44 "Cell Signaling in Chronic CNS Disorders“. Gemeinsam vernetzen diese Projekte WissenschaftlerInnen der beiden Universitäten, um krankheitsrelevante Störungen von zellulären Signalwegen in und außerhalb des Nervensystems zu erforschen."

Kalziumkanäle regeln lebenswichtige Funktionen

In elektrisch erregbaren Zellen wie Nerven, Muskeln und endokrinen Zellen regeln Kalziumkanäle eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen, wie zum Beispiel die synaptische Übertragung, die Muskelkontraktion und die Hormon-Freisetzung. Fehlfunktionen dieser Ionenkanäle liegen neuronalen und endokrinen Erkrankungen wie Autismus, Angstzuständen, Schizophrenie, Parkinson, Diabetes, Netzhauterkrankungen sowie verschiedene Formen von Muskelschwäche zugrunde. Die Forscherinnen und Forscher des CavX-Programms setzen modernste wissenschaftliche Methoden sowie Zell- und Tiermodelle ein, um der Funktionsweise von Kalziumkanälen auf die Spur zu kommen. Die Studierenden in diesem Programm werden an aktuellen Forschungsthemen arbeiten und dabei Fähigkeiten in fortgeschrittenen elektrophysiologischen Technologien, der Strukturbiologie und hochauflösender Mikroskopie erwerben. Mit dem Fokus auf der Ionenkanalforschung und dem Angebot an biophysikalischen Methoden ergänzt das CavX-Programm auch das Ausbildungsangebot des bestehenden Doktoratsprogramms der Neurowissenschaften in perfekter Weise. „CavX AbsolventInnen werden damit auf die Herausforderungen in der Berufswelt in akademischen sowie industriellen Forschungseinrichtungen ausgezeichnet vorbereitet“, meint Obermair. 

(B. Hoffmann-Ammann/Christian Flatz)

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