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Von rechts: Dr. Lisa Rieger, Dr. Cornelia Feyrer, Lic. Muryel Derlon, Dr. Victor Herrera

Diabetes ver­stehen – ein Gast­vor­trag am INTRAWI

Mit Dr. Lisa Rieger konnte das Institut für Translationswissenschaft (INTRAWI) eine Gastvortragende gewinnen, die mit ihrer langjährigen Erfahrung als Fachärztin für Innere Medizin auf hohem Niveau und trotzdem für Laien verständlich angehende Medizin-ÜbersetzerInnen in das komplexe Thema Diabetes einführte.

Diabetes ist international. Nicht nur in Österreich sind immer mehr Menschen von Diabetes betroffen, Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung in den westlichen Industrienationen und es erkranken zunehmend jüngere Menschen. Aus dem Altersdiabetes ist ein Erwachsenendiabetes geworden, der ÄrztInnen und Gesundheitssystem fordert. Diabetes ist aber auch ein Wirtschaftsfaktor. Informationstexte, Produktbeschreibungen, Tools für das Diabetesmanagement – alles muss in Text und Bild anwenderfreundlich, sicher und verständlich sein. ÄrztInnen und Produkthersteller arbeiten international vernetzt. Daher ist Mehrsprachigkeit und Lokalisierung gefragt. Grund genug für Cornelia Feyrer, Muryel Derlon und Victor Herrera, am INTRAWI ihre Lehrveranstaltungen zur Medizinübersetzung im Sommersemester 2018 dem Thema Diabetes zu widmen. Der von Dr. Lisa Rieger gehaltene Gastvortrag Diabetes: Prävention – Diagnostik – Therapie zog zahlreiche angehende ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen an, aber auch Erasmus-Studierende und auswärtige Gäste. Dr. Rieger erklärte mit viel didaktischem Geschick die Komplexität der unterschiedlichen Diabetestypen und gab anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis einen eindrucksvollen Überblick über die Vielfalt der Behandlungsmöglichkeiten.

Wie Dr. Lisa Rieger ausführte, benötigen Diabetes-PatientInnen viel ärztliche Zuwendung und eine kontinuierliche medizinische und diätologische Betreuung. Jeder Diabetes ist anders. So individuell Menschen sind, so individuell unterschiedlich ist Diabetes – und so vielfältig muss das Angebot an Therapiemöglichkeiten sein, von der oralen Medikation über die Insulinspritze bis zur flexibel einsetzbaren Insulinpumpe. Die Behandlung eines Diabetes ist sowohl für ÄrztInnen wie auch PatientInnen aufwändig, komplex und fordernd. Um die Motivation der PatientInnen zu erhalten, bedarf es einer maßgeschneiderten Therapie mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. Es braucht, wie Dr. Rieger sagt, „auch etwas Liebe zum Diabetes“, um für jeden einzelnen eine individualisierte Diabetesversorgung gewährleisten zu können. Viele Studierende und TeilnehmerInnen an der Veranstaltung nutzten nach dem Vortrag das Angebot einer Blutzuckermessung – eine gelungene Symbiose aus Theorie und Praxis, ganz wie es eben dem Übersetzeralltag entspricht.

(Cornelia Feyrer & Muryel Derlon)

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