Cont­rolling­praxis ver­stehen und gestal­ten

Dass praxis­orientierte und forschungs­geleitete Lehre keinen Widerspruch darstellen, wird am Beispiel des Kurses „Controlling­praxis verstehen und gestalten“ schön sichtbar. Auch im Wintersemester 2016/2017 konnten Studierende in Kooperation mit dem Unternehmen Swarovski ihr konzept­ion­elles Wissen auf eine konkrete Problemstellung anwenden und dabei wichtige Praxis­erfahrung sammeln.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Controllingpraxis-Kurses.
Bild: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses. (Credit: Martin Messner)

Eine enge Verknüpfung zwischen der Vermittlung konzeptionellen Wissens und der Bereitstellung von Möglichkeiten zu dessen praktischer Anwendung stellt ein wichtiges Element einer forschungsgeleiteten und praxisorientierten Lehre dar. Vor diesem Hintergrund fand im Wintersemester 2016/2017 zum vierten Mal in Folge die Lehrveranstaltung „Controllingpraxis verstehen und gestalten“ (Masterstudium Accounting, Auditing and Taxation) in Kooperation mit dem Unternehmen Swarovski statt. Im Rahmen des Projektkurses erarbeiteten 16 Studierende in vier Gruppen für das Unternehmen Ideen und Vorschläge zur Weiterentwicklung des Controllings von Innovationen.

Das Projekt begann mit Semesterstart im Oktober 2016 und endete Mitte Januar 2017 mit Abschlusspräsentationen und einem gemeinsamen Abendessen in gemütlicher Atmosphäre in Wattens. Dazwischen lagen zahlreiche Diskussionen, Inputs durch und Interviews mit zahlreichen MitarbeiterInnen von Swarovski sowie die systematische Auswertung der gewonnenen Einsichten. Ferner besuchten die Studierenden Lehrveranstaltungen, in denen sie theoretische Grundlagen zur Steuerung von Innovationen und der Gestaltung entsprechender Kennzahlensysteme sowie Vorgehensweisen in Projekten und der strukturierten Problemlösung kennen lernten.

Bei den Abschlusspräsentationen im Hause Swarovski entstanden spannende Diskussionen, die zeigten, dass die Studierenden mit ihren Ansätzen und Ideen durchaus den einen oder anderen „Nagel auf den Kopf getroffen hatten“ und wichtige Impulse für das Unternehmen geben konnten. Gerhard Schwarz, Director Electronic Automation und Projektbetreuer von Seiten Swarovski, äußerte sich über das Ergebnis des Projekts sehr zufrieden: „Das Format, Wissenschaft mit Praxis zu verbinden, hat sich ja schon mehrfach bewährt, sodass ich auch dieses Mal wieder mit viel Vorfreude zum ersten Termin im Oktober gekommen bin. Auch heuer erbrachten die Studierenden ein sehr hohes Arbeitspensum und erarbeiteten entsprechend vielfältige und wertvolle Ergebnisse. Da das Thema Innovation seit jeher und gerade in der heutigen Zeit ein brandaktuelles ist – man denke nur an die momentan in der Wirtschaft stattfindenden Umwälzungen im Rahmen der Digitalisierung –, war das Interesse bei uns im Haus bei der Ergebnispräsentation entsprechend groß. Die Erwartungshaltung wurde durch vier sehr vielsprechende Ansätze, welche die Studierenden ausarbeiteten, nicht enttäuscht und ich bin überzeugt, dass wir auch für das kommende Wintersemester ein interessantes und herausforderndes Thema finden werden.“ Auch Lukas Goretzki und Martin Messner, die universitären Betreuer der Lehrveranstaltung, waren von der Leistung ihrer Studierenden über das Semester hinweg überzeugt. Aus Sicht der Studierenden war das Projekt eine Auseinandersetzung mit der „Realität“ unternehmerischer Praxis und auch eine spannende Herausforderung. Ein Kursteilnehmer berichtete: „Bei der Suche nach einer Lösungsstrategie konnte man nicht einfach die bestehende Literatur heranziehen, sondern hatte durch qualitative Interviews im Unternehmen erstmals selbst Daten zu erheben und zu analysieren. Dadurch wurden unterschiedliche Perspektiven identifiziert, was dazu führte, dass auch die jeweiligen Lösungen sich an verschiedenen Richtungen orientierten. Auch die Präsentation der ausgearbeiteten Vorschläge direkt bei Swarovski war eine neue Herausforderung, da die Ergebnisse Personen vorgestellt wurden, die beruflich mit Innovationen zu tun haben. Daher musste man sowohl berücksichtigen, dass die Zuhörerschaft mit unterschiedlichen Erwartungen auf die Präsentation blickt, als auch, dass der Lösungsansatz einen entsprechenden Grad an Konkretisierung aufweist, um die Anwendung in der Praxis greifbarer zu machen. Mit den Herausforderungen einhergehend hatte man aber auch einen starken Lerneffekt.“

Der Projektkurs ist ein erfolgreiches Beispiel für eine praxisorientierte Ausbildung unserer Studierenden und für die Kooperation zwischen Tiroler Unternehmen und der Universität Innsbruck. Der Arbeitsbereich Controlling des Instituts für Organisation und Lernen an der Fakultät für Betriebswirtschaft dankt dem Unternehmen Swarovski für die Zusammenarbeit im Rahmen des Kurses und freut sich auf weitere spannende Projekte.

(Lukas Goretzki/Martin Messner)

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