Comics als fran­­zösi­­sche Alltags­­kultur am IN­­TRAWI

„Introduction à la bande dessinée : histoire et phénomène dans l’espace francophone“ – zu diesem Thema lud Ludovic Milot, BA MA, im Rahmen der Lehrveranstaltung Sprachen und Kulturen im Vergleich: Französische Alltagskultur am Institut für Translationswissenschaft (INTRAWI) zu einem Vortrag mit Dr. Charlotte Krauss, Forscherin am Institut für Komparatistik an der Universität Poitiers.
Symbolbild: Französischsprachige Comics.
Bild: Comics – ein Medium zwischen Literatur und Kunst. (Credit: Pixabay/tunechick83)

Wer glaubt, dass Comics ein ganz neues Phänomen sind, täuscht sich leider. Die Hieroglyphen der Ägypter oder später der Teppich von Bayeux waren in gewisser Weise Comics. Was Comics insbesondere charakterisiert, ist die dynamische Verbindung von Textlichkeit und Bildlichkeit. Mit diesen Prämissen hat Charlotte Krauss am 17.05.2021 am INTRAWI ihren Vortrag begonnen. Die heutige Form der Comics – wie wir sie kennen – erlangten sie Ende des 19. Jahrhunderts in den USA, bevor sie nach Europa exportiert wurden. 

In den heutigen Buchhandlungen und Bibliotheken der frankophonen Länder füllen Comics die Regale (18 % des Buchmarkts). Frankreich ist mit dem Festival d’Angoulême eine wichtige weltweite Drehscheibe für den europäischen Markt. KünstlerInnen und AutorInnen kommen aus der ganzen Welt nach Frankreich, um sich in der Comicwelt einen Namen zu machen. Warum sind Comics im französischsprachigen Raum aber so beliebt? Weil sie einerseits ein pädagogisches Ziel mit sich bringen und andererseits die LeserInnen unterhalten: Comics sind eine Form des persönlichen Ausdrucks, die es ermöglichen, Ideen auf eine spielerische Art und Weise zu vermitteln und stellen ebenso eine Kunstform (die so genannte Neunte Kunst) dar.

Obwohl Tim und Struppi, Spirou, Asterix usw. die bekanntesten Helden der französisch-belgischen Comics sind und gerne als „Kinderliteratur“ klassifiziert werden, wird ihnen heute weitaus mehr Wichtigkeit als in den 80er-Jahren zugesprochen. Ebenso haben sich die Themen seit den 1980er Jahren stark verändert: Von dem historischen Comic bis zu den Comics für Erwachsene, über die Biografie, den Roman (Graphic Novel) bis hin zu Comic-Reportagen. Comics – ein Medium zwischen Literatur und Kunst.

(Ludovic Milot)

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