Blaualgen-Experten trafen sich in Innsbruck

Blaualgen, so genannte Cyanobakterien, sind immer wieder in den Schlagzeilen: Sie machen bei einem massenhaften Vorkommen Badeseen oder Meeresbuchten unbenutzbar und bringen sowohl für Menschen als auch Tiere Gesundheitsgefahren mit sich. Ende August widmete sich ein internationales Symposium in Innsbruck den vielseitigen Blaualgen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 20. IAC-Symposiums
Bild: Bereits zum 20. Mal fand das Symposium der „IAC – International Association for Cyanophyte/Cyanobacteria Research“ statt. Austragungsort war in diesem Jahr Innsbruck. (Credit: Eugen Rott)

Für unsere Erde spielen Blaualgen eine enorm wichtige Rolle. Sie sind in der Lage, Photosynthese zu betreiben und Sauerstoff zu bilden und waren vor etwa 3,5 Milliarden Jahren die ersten Sauerstoff produzierenden Organismen. Damit sind Blaualgen die Vorläufer aller grünen Pflanzen auf der Erde. Von 29. August bis 2. September 2016 trafen sich internationale Expertinnen und Experten am Institut für Botanik der Uni Innsbruck, um sich über den aktuellen Forschungsstand auszutauschen. Das jährliche Symposium der Internationalen Gesellschaft für Blaualgenforschung (IAC – International Association for Cyanophyte/Cyanobacteria Research) fand erstmals in Innsbruck statt, organisiert wurde die Verstanstaltung von Prof. Eugen Rott.

Die Gesellschaft internationaler WissenschaftlerInnen wurde 1958 in Österreich zum Zwecke der Abstimmung von taxonomischen und ökologischen Studien dieser prokaryontischen Algengruppe gegründet. Blaualgen sind weltweit verbreitete photosynthetisch aktive (pigmentierte) Bakterien, die nahezu 50% des Sauerstoffs der Atmosphäre aus terrestrischen und aquatischen Lebensräumen bilden. Sie sind nicht nur wichtige Bioindikatoren für die Umwelt sondern auch wichtige, Produzenten von Sekundärmetaboliten entwickeln, die u.a. auch für die Biosynthese biochemischer Produkte (z.B. Proteine, UV Schutzpigmente) von Bedeutung sind. Die Schwerpunkte der Tagung lagen auf Vorkommen in Habitaten im Alpenraum und in arktischen Breiten, die von Schnee und Eis, über Gesteine und Quellen bis zu Gewässern (Berg- und Gletscherbächen) reichen, aber auch auf Vorkommen im Freiwasser tropischer Gewässer und an Meeresufern.

Von den 70 TeilnehmerInnen aus 21 Nationen aus 5 Kontinenten sind insbesondere mehrere hochkarätige Experten aus USA (u.a. Prof. J. Johansen, Dr. S. Turner), Detuschland (Prof. E. Dittmann), England (Prof. B. Whitton) und Tschechien (Prof. J. Komarek) zu nennen, die insbesondere über die Optimierung molekularer Methoden für die Einordnung der Organismen aber auch für deren Nischencharakterisierung diskutierten. Neben dem Tagungsleiter (Ao. Prof. Eugen Rott) und Prof. A. Holzinger aus dem Institut für Botanik war auch Prof. R. Kurmayer (LFU Forschungsinstitut Mondsee) an der Tagungsorganisation wesentlich beteiligt.

(Prof. Eugen Rott)


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