Aus­stel­lung über Lois Welzen­bacher

2019 fällt das Jubiläumsjahr der Universität Innsbruck zusammen mit dem 130. Geburtstag von Lois Welzenbacher (1889–1955). Aus diesem Grund haben ihm aut. architektur und tirol und das Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck eine gemeinsame Ausstellung gewidmet, die am 11. Oktober eröffnet wurde und noch bis 18. Jänner zu sehen ist.
"Über Lois Welzenbacher" läuft noch bis 18. Jänner.
Bild: "Über Lois Welzenbacher" läuft noch bis 18. Jänner. (Credit: Christian Preining)

Einer der bedeutendsten Bauten Lois Welzenbachers ist das ehemalige Sudhaus des Adambräu. Das Gebäude ist mit maßgeblicher Unterstützung der Universität gerettet, saniert und umgenutzt worden. Die Universität ist heute Besitzerin des Hauses. Die Erhaltung und neue Nutzung des Gebäudes war ein Glücksfall. Durch die Umnutzung konnte es vor dem Abriss bewahrt werden und schmückt nun, aufwendig restauriert, das Innsbrucker Stadtbild. Dem Archiv für Baukunst stehen in den oberen zwei Dritteln des Gebäudes vier Stockwerke mit ca. 800 m2 zur Verfügung. In den unteren Räumen, wo einst die Sudkessel standen, ist das aut. architektur und tirol untergebracht. Diese doppelte Nutzung schafft in der Innenstadt ein Architekturzentrum von großer fachlicher und öffentlicher Attraktivität, welche eine wesentliche Bereicherung für das kulturelle Leben der Stadt darstellt. Das Archiv für Baukunst als universitäre Stätte der Forschung und Lehre und das aut. Architektur und Tirol als Vertretung der Tiroler Architekten können, einander ergänzend, effektiv für die Belange sowohl der aktuellen Baupraxis wie der historischen Baukultur eintreten. Das Archiv ist inzwischen international bekannt als Stätte der Forschung und der interdisziplinären Begegnung.

Für das Jubiläumsjahr der Universität Innsbruck haben Archiv und aut, Architekturfakultät und hiesige Architekten ein engeres Zusammenwirken vereinbart. Ein Ergebnis ist das Welzenbacher-Ausstellungsprojekt im Adambräu. Die Buchveröffentlichung über Welzenbachers Adambräu verdeutlicht das Engagement der Universität für das kulturelle Erbe. Das Adambräu mit Archiv und aut hat den Austausch zwischen Studierenden, Lehrer*innen, Architektenschaft und breiterer Öffentlichkeit wesentlich intensiviert. Als Forschungs- und Tagungsstätte hat es längst internationale Bedeutung erlangt.

Ausstellung im Adambräu 

Lois Welzenbacher, Architekt des Adambräu und „Übervater der Tiroler Architekturmoderne“, wird von aut und Archiv eine gemeinsame Ausstellung „Über Lois Welzenbacher“ gewidmet. Dabei werden in den Räumen der beiden Institutionen unterschiedliche Teilbereiche ausgestellt: „Ein anderer Architekt der Moderne“ im Archiv für Baukunst und „Ein Filmprojekt von Rainer Köberl und Lukas Schaller“ im aut. architektur und tirol. Es ist keine klassische monographische Retrospektive. Das Werk Welzenbachers soll mit einem neuen Blick betrachtet werden: Antipodisch unterschiedliche, ja gegensätzliche Entwürfe werden einander gegenübergestellt und so die Ambivalenz zwischen Internationalität und Regionalität, Tradition und Innovation, Funktionalismus und organischem Bauen herausgearbeitet. Diese schöpferische und  „undoktrinäre“ Haltung des phantasiereichen Baukünstlers ist eine wichtige Vorbildfunktion und dürfte das eigentlich Interessante am Werk Welzenbachers für die junge Architektengeneration und Studierende sein. Die Ausstellung wird über fünf Stockwerke geplant und besteht aus Plänen, Fotos, Architekturmodellen aus den Sammlungen in München und Innsbruck. Das Sudhaus der ehemaligen Brauerei Adambräu wird als Beispiel herausragender Industriearchitektur in der Dachlaterne auf Ebene 9 besonders herausgestellt.

Der Architekt Rainer Köberl und der Filmemacher Lukas Schaller arbeiteten seit Jahren an einer Serie von Filmen über bestehende Bauten Welzenbachers. In langsamen Filmsequenzen wurden mehrere der noch bestehenden Häuser Welzenbachers porträtiert. Die Filmdokumentation wurde speziell für diese Ausstellung angefertigt. Dass die Ausstellung über Lois Welzenbacher im Adambräu zu sehen ist, dass quasi Welzenbacher im Welzenbacher gezeigt wird, ist von ganz besonderem Reiz.

(Christoph Hölz)

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