21.11.2017, 17:00 Uhr | Vortrag | Dr. Gregor Kokorz

Plurale Musikkulturen in Triest im 19. Jahrhundert

Im Zentrum dieses vom FWF geförderten Forschungsprojekts steht der Triestiner Komponist Carlo Ferdinando Lickl (1803-1864), ein kultureller Grenzgänger zwischen deutschem und italienischen Raum. Durch die Beschäftigung mit Lickls Biographie und seinem kompositorisches Schaffen soll ein entscheidendes Stück österreichischer Musikgeschichte wiedergewonnen, das zwischen den Fronten nationaler Geschichtsschreibung verschüttet wurde. Anders als Triests Literatur, die Dank der frühen wegbereitenden Arbeit des Triester Literaten und Literaturwissenschafters Claudio Magris breite Aufmerksamkeit erlangt hat, fehlt ein vergleichbarer Blick auf das musikalische Geschehen dieser Stadt weitgehend. An Hand des konkreten Fallbeispiels kann in dieser musikalischen Mikrogeschichte die transnational Dimensionen europäischer (Musik-)Geschichte deutlich gemacht und die Bedeutung kulturelle Austauschprozesse an diesem Schnittpunkt deutschen, italienischen und slawischen Kulturraums an einem konkreten Fallbeispiel aufgezeigt und analysiert werden. Damit wird ein innovativer Ansatz für eine transnationale musikhistorische Forschung gewonnen.

Dienstag, 21. November 2017
Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck
Hörsaal, Karl-Schönherr-Straße 3
A-6020 Innsbruck

06.06.2017, 17.00 Uhr | Gastvortrag | Univ.-Prof. Dr. Christian Utz

Transnationale Verflechtungen in der Musik der 1950er und 1960er Jahre Henry Cowell, Toshirō Mayuzumi und Luciano Berio im Kontext des ›Cultural Cold War‹

Der Vortrag versucht das in den Geschichtswissenschaften seit ca. 10 Jahren diskutierte Modell der ›Verflechtungsgeschichte‹ für die Musikgeschichte der 1950er und 60er Jahre fruchtbar zu machen. Vor diesem Hintergrund werden drei Fallbeispiele von Komponisten diskutiert, die aus drei unterschiedlichen Ländern bzw. Kontinenten stammten (USA, Japan, Italien), aber in dem genannten Zeitraum alle eng mit Institutionen und Diskursen verbunden waren, die die weltpolitische Situation des Kalten Kriegs mit hervorgebracht hatte. Der Vortrag soll somit ein Spannungsfeld aufzeigen zwischen der künstlerischen Entscheidungsfreiheit des einzelnen Komponisten und einem durchaus nachweisbaren Bewusstsein, mittels der eigenen Musik auch eine Art Stellungnahme zu nationalen, transnationalen und globalen politischen oder sozialen Fragen abzugeben und sich dabei an ein potenziell globales Publikum zu wenden.

Dienstag 6. Juni 2017, 17 Uhr
Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck
Hörsaal, Karl-Schönherr-Straße 3
A-6020 Innsbruck