Molekulare Mykologie und Mykoparasitismus

Tricho-TOR

FWFArten der Pilzgattung Trichoderma sind weltweit verbreitet und gehören zu den am häufigsten aus verschiedenen Lebensräumen isolierten Schimmelpilzen. Trichoderma-Arten weisen eine Vielzahl von Lebensstilen auf, von denen Mykoparasitismus als der für die Gattung ursprünglichste gilt. Mykoparasiten sind in der Lage, andere Pilze zu antagonisieren indem sie diese parasitieren und dadurch unschädlich machen; deshalb werden sie u.a. als eine umweltfreundliche Alternative zu synthetischen Fungiziden gehandelt. Der erfolgreiche Antagonismus von Trichoderma-Mykoparasiten beruht unter anderem darauf, dass diese Pilze schnell auf wechselnde Umweltbedingungen reagieren können und sich durch die Bildung von entsprechenden Biomolekülen wie Sekundärmetaboliten und lytische Enzymen gegenüber anderen Pilzen durchsetzen. Untersuchungen haben gezeigt, dass dem mykoparasitischen Angriff eines Wirtspilzes eine Erkennungsreaktion voran geht, im Zuge deren Trichoderma die Anwesenheit seiner pilzlichen Opfer noch vor direktem Kontakt erspürt. In den letzten Jahren konnten wir zeigen, dass daran verschiedene Signalübertragungswege beteiligt sind und das Auslösen der mykoparasitischen Antwort in Trichoderma atroviride steuern. Zusätzlich zeigte sich, dass das Erspüren eines Opfers im Mykoparasiten eine Stressantwort auslöst, die durch Stickstoffmangel verursachtem Stress ähnelt und einige Schlüsselkomponenten umfasst, die in anderen Organismen an der Erkennung und Weiterleitung von Nährstoffreizen beteiligt sind.

trichotorIn dem vorliegenden Projekt „Tricho-TOR: Signalübertragung durch TOR in dem mykoparasitischen Pilz Trichoderma atroviride“ planen wir nun die Funktion einiger zentraler molekularer Komponenten des TOR-Signalweges, der in eukaryontischen Zellen zur Regulation der Zellantwort in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Stickstoff hauptverantwortlich ist, in T. aroviride zu entschlüsseln. Zudem wollen wir herausfinden, wie der TOR-Signalweg mit schon untersuchten ykoparasitismus-relevanten Signalwegen vernetzt ist und mit diesen zur Regulation einer entsprechenden Zellantwort zusammenspielt. Die obigen Fragestellungen sollen untersucht werden, indem entsprechende Mutanten mit Unterbrechungen an Schlüsselstellen des TOR-Signalweges hergestellt und sowohl auf Änderungen in generellen biologischen Vorgängen als auch in Mykoparasitismus-relevanten Prozessen hin analysiert werden. Desweiteren soll mittels Proteininteraktionsstudien nach neuen Regulatoren des TOR-Signalweges gesucht werden, um den am Beginn der Kaskade stehenden Signalempfänger zu identifizieren und unter Einbeziehung einer bereits vorhandenen Kollektion an Signaltransduktionsmutanten mit geänderter mykoparasitischer Aktivität sollen funktionelle Wechselwirkungen mit dem TOR-Signalweg erkennbar gemacht werden.

  P 28248 (http://www.fwf.ac.at/de/)