SensorBIM - Auf in eine batterielosere Zukunft

Mehr als 2,5 kg Batterien pro Kopf werden jährlich am Recylinghof abgeladen. Die Höhe der Dunkelziffer von schätzungsweise gleicher Höhe bleibt dabei unbeachtet! Batterien sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken, das sollten sie aber sein, zumindest in großen Teilen. Mit einer optimistischen Recyclingquote von ca. 80% setzen wir Österreicher der Umwelt somit jährlich Altbatterien in der Höhe von ca. 13.000.000 Kilogramm zu. Mit der Energie dieser Batterien kann jeder österreichische Bürger sein Smartphone ca. 4 mal jährlich aufladen. Ist es uns das wert?

An der Universität Innsbruck wird daher seit einiger Zeit an einer Alternative geforscht: Ein hoch motiviertes Team aus sechs Forschern beschäftigt sich unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Thomas Ußmüller und mit der Unterstützung mehrerer Partner intensiv mit der Idee, die uns jeden Tag umgebende Energie der elektromagnetischen Strahlung einzufangen und für die Verbesserung unseres Alltags in fingernagelgroßen intelligenten Computerchips zu nutzen - ohne Batterien. So kann in Zukunft zum Beispiel eine energieeffiziente Heizungsregelung entwickelt werden, die uns ein besseres Wohlbefinden in unseren eigenen vier Wänden und der Arbeit verspricht, Geld einspart, dem Klimawandel entgegenwirkt und unsere Umwelt gleichzeitig vor Altbatterien bewahrt. Ein dementsprechendes Projekt mit dem Namen SensorBIM läuft derzeit in der Arbeitsgruppe Mikroelektronik und implantierbare Systeme der Universität Innsbruck und wird von zahlreichen klein und mittelständischen Industriepartnern aus Italien und Österreich im Namen der Förderschiene Interreg getragen.

Im Rampenlicht stehen drei Hauptziele der Forscher: Die batterie- und kabellose Energieversorgung, die Realisierung einer gesicherten Funkkommunikation und die Messung von Temperatur und Feuchtigkeit.

Die wohl größte Herausforderung ist die extrem kleine Energiemenge, die der elektronischen Schaltung auf dem Chip zur Verfügung steht. Die dafür nutzbare Leistung der elektromagnetischen Strahlung ist ungefähr 250.000 mal kleiner als der Energieverbrauch eines Handys. Mit der Energie eines durchschnittlichen, vollgeladenen Handyakkus würde ein solcher Chip fast 350 Jahre auskommen.





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