Jan Edelmann gewinnt Best-Paper-Award

Jan Edelmann vom Arbeitsbereich Mikroelektronik und Implantierbare Systeme hat den Best-Paper-Award auf der Radio Wireless Weeek (RWW)  in Anaheim, Kalifornien gewonnen. Hier finden Sie seinen Konferenzbericht von seiner spannenden Reise in die USA.

Die Radio Wireless Week (RWW) ist eine Fachkonferenz für Hochfrequenztechnologien (HF) mit Spezialisierung auf Funkübertragungen. In besonderem Fokus steht die physikalische Systemebene und der Hardwareaufbau von kabellosen Kommunikationssystemen. Die Konferenz wird von der Dachorganisation <<Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE)>> an jährlich wechselnden Orten veranstaltet. In diesem Jahr fand sie vom 14. bis zum 17. Jänner in Anaheim, Kalifornien statt. Anaheim ist ein Stadtteil von Los Angeles und liegt sehr zentral zwischen international renommierten Technologiefirmen aus der Luft- und Raumfahrt, sowie aus der Halbbleiterbranche. Dementsprechend waren viele namhafte Hersteller als Aussteller auf der Konferenz vertreten (z.B. National Instruments, CST, Maury und Keysight). Für eine gute thematische Zuordnung sorgt die Assoziierung der Vorträge zu einer der vier Unterkonferenzen: HF-Materialien (SiRF), HF-Verstärker (PAWR), Sensoren bzw. Sensornetzwerke (WiSNet) und Internet of Space (TWIOS). Meine Forschungsleistung ist der WiSNet zugeordnet.

jan-edelmann-best-paper  Abbildung 1: Jan Edelmann präsentiert sein Poster.

Bei positiver Beurteilung eines eingereichten Papers wird dieses für ein der Konferenzen als Vortrag oder einer Posterpräsentation zugelassen. Ist die Qualität des Beitrags besonders hoch, qualifizieren sich PhD Studentinnen und Studenten zudem für das Finale des Student Paper Contests. Während der Konferenz wird dann die beste Arbeit anhand der folgenden Kriterien ermittelt: Qualität des Papers, Kurzpräsentation der Forschungsleistung (Elevator Pitch) sowie Präsentation eines Posters. Die Kurzpräsentation ist der amerikanischen Fernsehsendung Shark Tank angelehnt, bei der neue Produkte potentiellen Investoren vorgestellt und verkauft werden müssen. In unserem Fall sollte innerhalb von vier Minuten eine vierköpfige Expertengruppe von der durchgeführten Forschung und Methodik überzeugt werden. Als Hilfsmittel stand lediglich ein Flip-Chart bereit. 

Es war jedoch erlaubt, alle Gegenstände mitzubringen, die tragbar waren („all you can carry“). In diesem Jahr erreichten 23 der 84 studentischen Arbeiten die Finalrunde. Mit meinem Beitrag „An Inductive Through-The-Head OOK Communication Platform for Assistive Listening Devices“ qualifizierte ich mich ebenfalls für den Wettbewerb. Die damit verbundenen Herausforderungen nahm ich gerne an und bereitete mich gründlich auf meinen „Auftritt“ vor. Glücklicherweise bildet mein medizintechnisches PhD Thema (<<Entwicklung einer neuen Kommunikationsschnittstelle für Hörgeräte>>) eine hervorragende Ausgangslage, um Menschen zu begeistern:

  •  Weltweit ist einer von drei Rentnern schwerhörig.
  • 1.1 Mrd. junge Menschen (< 35 Jahre) sind hochgradig gefährdet bereits frühzeitig eine Schwerhörigkeit zu erleiden. Sie setzten sich wiederkehrend zu lauten Umgebungsgeräuschen aus (z.B. Disco und iPod).
  • Wir alle könnten früher oder später betroffen sein -> Forschung in diesem Bereich ist wichtig.

Mit dieser Einleitung konnte ich die Aufmerksamkeit der Judges gewinnen und ihnen mein Thema und meine Forschungsarbeit gut „verkaufen“. Meine Erklärungen unterstrich ich sowohl durch laminierte Folien als auch durch 3D gedruckte Modelle meiner induktiven Antennen. Sowohl die Wertungsrichter als auch das Publikum erinnerten sich in der folgenden Posterpräsentation an meinen Auftritt und sprachen mich darauf an. Die Gespräche, die sich dabei ergaben, waren ausgesprochen konstruktiv. Am Ende der Konferenz gab die Jury dann den Gewinner der Student Paper Competition bekannt: Meine Arbeit wurde mit dem 1. Platz ausgezeichnet! Ich bin sehr stolz auf diesen Erfolg und freue mich sehr, dass der 1669 Förderkreis der Universität Innsbruck mir die Reise in die Vereinigte Staaten von Amerika ermöglicht hat. 

jan-edelmann-best-paper-award-2Abbildung 2 (v. l. n. r.): Jan Edelmann mit Dr.- Ing. Holger Maune (Universität Darmstadt), Emery Chen (AWR), Sherry Hess (Vice President Marketing AWR), Tom Branzil (MTT-S President)
Credit: Lyle Photos

Obwohl es meine Abteilung, die Mikroelektronik und implantierbare Systeme, erst gut 3 Jahre gibt, sind wir mit dieser Auszeichnung bereits auf internationaler Ebene in besonderer Weise in Erscheinung getreten. Gleichzeitig ist Österreich (<<Austria>>) jetzt weltweit ein Stück bekannter geworden und wird zukünftig hoffentlich nicht mehr so oft mit Australien (<<Australia>>) verwechselt. Während der Preisverleihung wurde der Unterschied nochmals klar herausgearbeitet, nachdem der Session Chair meine vielen geduldigen Erläuterungen zur Geographie Österreichs bei der Posterpräsentation mitbekommen hatte.

 

Sehenswürdigkeiten in Kalifornien

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Abbildung 3: Jan Edelmann im Death Valley.

Nach Rücksprache mit dem Fördergeber durfte ich schon ein einige Tage vor der Konferenz in die USA reisen. Diese Zeit habe ich genutzt, um sowohl den Joshua Tree als auch den Death Valley Nationalpark zu besuchen. Obwohl beide Parks in der Wüste liegen, sind sie in ihrer Natur und Vegetation grundverschieden: Joshua Tree zeichnet sich durch eine ehe flache, wenn auch karge Landschaft (1000m ü.NN) mit einigen Kakteen und den charakteristischen Joshua Bäumen aus. Das Death Valley liegt dagegen 90 m unter (!) dem Meeresspiegel, entstand durch platentektonische Verschiebungen und ist der wärmste Ort Nordamerikas. Kurz vor meiner Anreise kam es zu einem der seltenen Starkregen, worauf das sogenannte „Dessert Green“ folgt. Leider war ich etwas zu früh da, um die Blüte der Wüstenblumen zu erleben.


Danksagungen

Abschließend möchte ich mich nochmals herzlich bei allen Fördermitgliedern des 1669 Förderkreises der Universität Innsbruck für die finanzielle Unterstützung und die damit verbundene Nachwuchsförderung bedanken.