MITHRASRELIEF

Inv.Nr. I/112

Cluj/Klausenburg, Museum

FO: Turda / Potaissa (Rumänien)

Höhe: 28 cm

weißer Marmor

2. Jh. n. Chr.

Während das Relief von Sterzing einen großformatigen, westlichen Typ von Mithras-Kultreliefs repräsentiert, zeigt dieses und das vorhergehende, ebenfalls aus Rumänien stammende, einen vor allem in den Balkanprovinzen verbreiteten Typ kleiner Mithrasreliefs, die häufig durch Inschriften als Weihreliefs gekennzeichnet sind.

Auch hier ist im Zentrum Mithras in einer stärker stilisierten Grotte stiertötend dargestellt, wieder von Cautes (r.) und Cautopates (l.) flankiert; zum Stier kommen Hund und Schlange, links oben sitzt der Rabe auf dem Mantel des Mithras. Die ergänzenden Szenen sind hier auf den linken Rand und den halbrunden oberen Teil des Reliefs verteilt. Links (von unten): Mithras und der vor ihm kniende Sol in einer Grotte; Mithras auf dem Stier reitend; Mithras stiertragend. Darüber (von links): Sol mit Peitsche (Gegenstück zu Luna im Bildfeld über dem Stierkopf); bogenschießender Mithras und weitere Gestalten; Stier im Boot; Stier in Tempelchen; Ziege und Bock; gelagerter Oceanus; Mithras mit Stele (?); Felsgeburt des Mithras. Auf dem unteren Rand des Reliefs die Weihinschrift:

Ael(ius) Maximus miles
leg(ionis) V Mac(edonicae) v(otum) s(olvit) l(ibens) p(osuit).

Aelius Maximus, Soldat
der 5. Legion (mit dem Beinamen) Macedonica hat das Gelübde eingelöst und (das Relief) gerne aufgestellt.

Die Datierung der meisten Mithrasdenkmäler und besonders dieser kleinen Reliefs ist durchwegs schwierig, im vorliegenden Fall dürfte auch wegen des Namens des Stifters noch das 2. Jh. n. Chr. in Frage kommen.

Literaturhinweise:

M.J. Vermaseren, Corpus inscriptionum et monumentorum religionis Mithriacae II (1960) 274 Nr. 1920 Abb. 501.- R. Merkelbach, Mithras (1984) 382 Abb. 149.

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Texte: Elisabeth Walde, Dietrich Feil; Photos: Jörg Moser; Gestaltung: Dietrich Feil;
© Institut für Archäologien / Klassische und Provinzialrömische Archäologie, Universität Innsbruck, 2003
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