ALTÄRE MIT SOL UND LUNA

Inv.Nr. I/483 (Sol); Inv.Nr. I/484 (Luna)

Heilbronn, Museum

FO: Mundelsheim / Ottmarsheimer Höhe, Mithraeum 

Sandstein

Höhe: 88 cm (Sol); 73 cm (Luna)

2. H. 2. / 1. H. 3. Jh. n. Chr.

Weil die Kultfeiern des Mithras in natürlichen oder häufiger künstlich geschaffenen Grotten und höhlenähnlichen Bauten stattfanden, spielten Wechsel und Abstimmung von Dunkelheit und effektvoller Beleuchtung offenbar eine wichtige Rolle. Deswegen kommen auch von innen beleuchtbare Altäre u. dgl. häufiger vor.

Das auffallenderweise im Rahmen eines Gutshofes errichtete Mithraeum von der Ottmarsheimer Höhe, ein überirdischer Bau, der aber in seinem Grundriß den in die Erde vertieften entspricht und wohl höhlenartig fensterlos gewesen sein dürfte, hatte - wohl im Hauptraum zu beiden Seiten des Kultbildes - zwei besonders markant gestaltete Altäre aufzuweisen, von denen der eine ein Relief des Sol, der andere eines der Luna zeigt. Beim einen ist die Strahlenkrone, beim anderen die Mondsichel durchbrochen gearbeitet, sodaß beide von innen beleuchtet werden konnten.

Die Einbindung der Stiertötung des Mithras in die kosmische Abläufe, die sonst häufig durch die Reliefdarstellung von Sol und Luna zu beiden Seiten des stiertötenden Mithras verdeutlicht wurde, war also hier durch die beleuchtbaren Altäre noch einmal besonders hervorgehoben.

Literaturhinweise:

D. Planck, Ein römisches Mithräum bei Mundelsheim, Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1989 (1990) 177ff.- K.D. Adams u.a., Heilbronn und das mittlere Neckarland, Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 22 (1991) 184-190 Abb. 69 (Luna-Altar).

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Texte: Elisabeth Walde, Dietrich Feil; Photos: Jörg Moser; Gestaltung: Dietrich Feil;
© Institut für Archäologien / Klassische und Provinzialrömische Archäologie, Universität Innsbruck, 2003
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