ARCHÄOLOGISCHE FORSCHUNGEN IN NUSSDORF-DEBANT 

 

 

Seit fast annähernd 400 Jahren wird immer wieder von archäologischen Funden aus dem Bereich des sogenannten "Zwergengebäudes" in der Flur "Gline" bei Nußdorf-Debant berichtet. Dabei dürfte es sich um die Überreste einer ausgedehnten  mit Hypokausten und Mosaikfußböden reich ausgestattete römische Villenanlage gehandelt haben.

 

 

I. Die Flur "Gline" in Nußdorf-Debant

II. Forschungsgeschichte

    Berichte vom 16.-18. Jahrhundert

    Die Ausgrabungen von Anton Roschmann 1746

    Die Ausgrabungen von Josef Anton Nagel 1753

    Die Ausgrabungen von Innozenz Ploner 1912/13

    Die Notgrabung von Erich Swoboda 1933/34

III. Die neuen Forschungen 2006-2007

    Begehung 2006

    Georadarmessung 2007

    Archäologische Ausgrabung 2007

    Archäologische Ausgrabung 2008

IV. Publikationen / Vorträge

V. Sponsoren

VI. Presse

VII. Kontakt

Die Flur "Gline" in Nußdorf-Debant

   

 

 

I. DIE FLUR "GLINE" IN NUSSDORF-DEBANT

 

Bei der Flur „Gline“ (Parzelle 64) handelt es sich um eine große, leicht gegen Norden zum Nußdorfer Berg hin ansteigende Wiese am Übergang des Lienzer Talbodens hin zum Hang etwa 150 m nördlich der Häuser von Debant (KG Obernußdorf) und etwa 100 m östlich der letzten Häuser von Nußdorf (KG Unternußdorf) gelegen. Im Westen wird sie durch eine schmale Straße begrenzt, die bogenförmig zu einer etwas erhöht liegenden Gruppe von Häusern führt. Diesen Gebäuden ist eine Stützmauer vorgelagert, die gleichzeitig die nördliche Begrenzung der „Gline“ bildet. Die Wiese erstreckt sich weiter über Parzelle 65 bis zur Villa Haidenberger im Osten. Im Süden schließen sich, in einer leichten Senke gelegen, als Äcker landwirtschaftlich genutzte Grundstücke sowie in etwa 75 m Entfernung ein von Ost nach West verlaufender Feldweg an.  Die sonnenseitige Hanglage, der Schutz vor den rauen Nordwinden am Fuß des Berges sowie die Aussicht auf das gesamte Tal boten ideale Siedlungsbedingungen in antiker Zeit.  

 

 

 

 

Nußdorf-Debant (rechts im Vordergrund die Ausgrabungen von Aguntum)

 

Die volkstümliche Überlieferung leitete den Namen „Gline“ vom Wort Gelände ab, weil sich die Flur unmittelbar dort an einen Hügel anlehnte, wo dieser in die Ebene überging. Auch eine Nähe zum lateinischen "collina", also Hügel, wurde angedacht. Heute gilt hingegen ein slawischer Ursprung vom Wort „Glina“ als gesichert.

 

 

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II. FORSCHUNGSGESCHICHTE

 

 

Berichte vom 16.-18. Jahrhundert

 

Die ältesten neuzeitlichen Zeugnisse zu römischen Ruinen im Bereich von Lienz lieferte die Reisebeschreibung „Histria“ des Dichters Johann Putsch (1516-1542), der von Hallen, Palästen, Inschriftensteinen und einer hohen Säule aus Marmor bei Lienz spricht. Somit dürfen für die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts noch beträchtliche überirdisch sichtbare Überreste aus römischer Zeit angenommen werden.

 

Aus dem Jahre 1680 stammt ein Manuskript von Leopold von Rost,  dem Herrschaftsverwalter unter den Anwälten der Herrschaft Lienz, in dem er über Überreste eines nördlich der 1670 errichteten St. Silvester Kapelle gelegenen antiken Gebäudes mit einem Mosaikfußboden aus weißen, roten und schwarzen Tesserae berichtet. Interessant ist zudem, dass bei ihm zum ersten Mal  von einem „Zwergenkönig“ die Rede ist. Seit Jahrhunderten erzählten nämlich Einheimische, dass in der Gegend zwischen Nußdorf und Stribach in uralten Zeiten eine Stadt bestanden habe, die von Zwergen bewohnt war und man ihr daher den Namen" Zwergen- oder Zwergelstadt" gab. Die Grundlage zu dieser Sage lieferten die römischen Überreste, insbesondere die niedrigen Gewölbe und Gänge der Hypokaustenanlagen, welche die Bevölkerung in Unkenntnis ihrer wirklichen Funktion als Fußbodenheizung mit Zwergen bevölkerte, da sie von erwachsenen Menschen nicht bewohnt worden sein konnten.

 

 

 

Die für die Behausung von Zwergen gehaltenen Hypokaustenanlagen

 

Eine erste Grabung mit dem Ziel, einen angeblichen Schatz zu heben, ist durch einen Brief für das Jahr 1706/07 nachgewiesen. Untertanen hatten bei der Oberösterreichischen Hofkammer um die Erlaubnis angesucht, im Bereich des „Zwergengebäudes“ bei Nußdorf-Debant auf Schatzsuche gehen zu dürfen und eine solche auch durch dieses Antwortschreiben erhalten. Hinweise, worauf sie dabei gestoßen waren, sind allerdings keine bekannt. 1737 berichtete der Lienzer Bürger Anthon Aigner über eine in den 20er Jahren des 18. Jhs. durchgeführte Grabung. 14 Defregger und Oberlienzer Bauern hatten dabei den Versuch unternommen, das bekannte „Zwerglgebäu“ auszugraben und waren dabei auf Mauern, Hypokausten sowie die Reste eines Mosaikfußboden gestoßen.

 

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Die Ausgrabungen von Anton Roschmann 1746

 

Die bisher angeführten, in diesem Bereich gemachten Funde weckten das Interesse der Gräfin von Arco, der Oberin des Haller Damenstiftes, dem damals die Herrschaft Lienz gehörte, und so entsandte sie im Herbst 1746  Anton Roschmann, um dieses sogenannte „Zwergen-Gebäu“ genauer zu untersuchen und eine archäologische Ausgrabung durchzuführen.

 

Anton Roschmann (* 1694 Hall, + 1760 Innsbruck) war eine der bedeutendsten Forscherpersönlichkeiten im Tirol des 18. Jahrhunderts. In seinenbisher bekannten 134 Werken beschäftigte er sich mit Geschichte, Altertumskunde, Archäologie, Epigraphik, Numismatik, Geographie, Kunst-, Literatur- und Kirchengeschichte, Theologie, Naturgeschichte, Bibliothekswissenschaft und Genealogie. 1694 in Hall geboren, studierte Roschmann in Innsbruck Philosophie, Theologie und Jus. Seit seiner Jugend arbeitete er bereits in verschiedenen Tiroler Bibliotheken und Sammlungen, wo er profunde Kenntnisse der klassischen Literatur erwarb, Inventararbeiten und Neuordnungen vornahm. Besonders wichtig für ihn dürfte dabei die Arbeit an den Sammlungen im Schloss Ambras gewesen sein. Hier, wie auch bei seinen ausgedehnten Reisen durch ganz Tirol, wurde er mit Naturalien, bildender Kunst und römischen Denkmälern vertraut. 1740 erhielt Roschmann von den Tiroler Landständen den speziell für ihn entworfenen Titel „Landschaftlicher Historicus” bzw. „Historicus illustrissimorum ordinum provinciae”. 1745 wurde er schließlich zum ersten Bibliothekar der neu gegründeten Universitätsbibliothek in Innsbruck ernannt. Roschmann entwickelte zu Lebzeiten eine ungeheure Produktivität, die sich in seinem umfangreichen Werk widerspiegelt. Darin finden sich auch zahlreiche Abhandlungen zu archäologischen Themen, die bisher aber nur sporadisch und zumeist auf einzelne Funde und Materialgruppen beschränkt wissenschaftlich ausgewertet wurden.

 

Anton Roschmann (* 7.12.1694 + 25.6.1760)

 

Auch über seine Ausgrabungen 1746 in Osttirol verfasste Anton Roschmann noch im selben Jahr einen Text mit dem Titel „Reliquiae aedificii Romani ad oppidum Tyrolense Lienz detectae, vulgo das Zwergen-Gebäu“ („Die Überreste eines römischen Gebäudes, das in der Nähe von Lienz entdeckt wurde und im Volksmund das Zwergerlgebäude heißt“), der heute im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum im Autograph erhalten ist und im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes „Anton Roschmanns lateinische Beschreibung der Ruinen von Aguntum 1746“ ausgewertet wurde.

 

Im ersten Kapitel des Textes liefert Roschmann den Bericht seiner Grabungen. Da ihm die Gegend und die dort vorhandenen antiken Ruinen nach eigenen Angaben schon bekannt gewesen waren, ließ er fast auf dem ganzen Feld die Erde abtragen, und wieder fanden sich ähnliche Befunde wie schon ein halbes Jahrhundert zuvor. Zwischen Mauerresten kamen ausgedehnte römische Bodenmosaike zum Vorschein, einmal weiß mit schwarzen kreuzförmigen Mustern, daneben - durch eine Mauer getrennt - etwas gröber schwarz mit weißer Verzierung. Während das zweite Mosaik unmittelbar auf der Erde auflag, ruhte das erste auf 36 Gewölben einer Unterflurheizung. Ein paar Schritte nach Westen fanden sich fünf steinerne Stufen einer Treppe. Vom ersten Gebäude entfernt kamen wiederum Mauer- und Gewölbereste zum Vorschein. Weiters waren über das ganze Feld Mauern verstreut, die jedoch keinen näheren Zusammenhang aufwiesen. An Funden erwähnt Roschmann Fragmente von Gefäßen, einen Bronzehenkel und Eisengitter, die er als Fenstergitter deutet, einen Eisenschlüssel, Marmorbrocken und eine kleine Marmorsäule.  

 

 

Zeichnung der Ausgrabungen von Anton Roschmann 1746

 

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Die Ausgrabungen von Josef Anton Nagel 1753

 

Die Ergebnisse Roschmanns und das dabei aufgetauchte Gerücht, bei Lienz sei eine Zwergenstadt entdeckt worden, ließen Kaiser Franz I. Stephan, den Gatten Maria Theresias, auf die Ruinen in Osttirol aufmerksam werden, und er sandte seinen Architekten Josef Anton Nagel (* 3.2.1717, + 6.5.1794) 1753 nach Lienz, um die von Roschmann zum Teil untersuchten Gebäudereste vollständig freizulegen und zu vermessen. Nagel ließ nun in Osttirol mit nicht unbeträchtlichem Aufwand den ganzen Acker umgraben, um die von Roschmann untersuchten Grundmauern sowie den gesamten Boden vollständig freizulegen. 

 

 

 

Plan der Ausgrabungen von Josef Anton Nagel 1753

 

Anschließend fertigte er von den gemachten Entdeckungen einen sorgfältigen Grundrissplan an, der erstmals die Ausdehnung der römischen Überreste im Bereich der Gline deutlich machte. Als Fundstücke kamen u.a. ein Terra Sigillata-Fragment mit Stempel AVRELIVS, eine kleine goldene Fibel, Lanzenspitzen und eiserne Messer ans Licht. Nagel informierte über seine Grabungen auch Roschmann, sandte ihm eine Kopie seines angefertigten Planes zu und überließ ihm für die der Universitätsbibliothek in Innsbruck angeschlossene Sammlung antiker Kunst mehrere Kleinfunde.

 

Die Ausgrabungen von Innozenz Ploner 1912/13

 

Im 19. Jh. verlegte sich das Interesse der Forschung zusehends in den Bereich östlich des Debantbaches, wenngleich auch aus Nußdorf und der Flur Gline immer wieder vereinzelte Fundmeldungen auftauchten. Erst im Jahre 1912 unternahm der Franziskanerpater Innozenz Ploner O.F.M. wieder Ausgrabungen in Aguntum. Ploners Grabungen dauerten mit kleinen Unterbrechungen nicht ganz drei Monate, nämlich vom 17. April bis zum 12. Juli 1912. Es ging ihm dabei nicht um eine großflächige Freilegung der Ruinen, sondern darum, durch punktuelle Grabungen an unterschiedlichen Plätzen die Aufmerksamkeit für weitere Forschungen auf diesen Platz zu lenken. Er wählte dazu zwei gegenüberliegende ca. 2 km voneinander entfernte Stellen sowohl östlich als auch westlich des Debantbaches, die er jeweils für die Grenzen der vermuteten Römerstadt hielt. Im Südosten grub er dabei im Bereich von Wendels-Maurach, im Nordwesten in der Gline und stieß überall auf die Überreste römischer Bauten.  

 

Ploners Ziel war es, die Ergebnisse seiner Ausgrabungen nicht wie üblich zuzuschütten, sondern sie an Ort und Stelle zu erhalten und für Besucher zugänglich zu machen. Trotzdem wurden kurze Zeit später, wie Ploner selbst mit Bedauern schreibt, die von ihm untersuchten Bereiche wieder zugeschüttet, um sie weiter landwirtschaftlich zu nutzen.

 

Zeichnung der Ausgrabungen von Innozenz Ploner 1912

 

 

 

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Die Notgrabung von Erich Swoboda 1933/34

 

Nach einer nahezu zwanzigjährigen Pause wurden auf Initiative des Museumsvereins Aguntum durch das Österreichische Archäologische Institut von 1931-1934 wieder Grabungen in Aguntum im Bereich der Stadtmauer in Stribach am östlichen Debantufer durchgeführt. Im Zuge dieser Forschungen unter Ernst Swoboda grub dieser 1934 ebenfalls kurz in Nußdorf, nachdem man Anfang Dezember 1933 beim Keller des Hauses Nussdorf Nr. 30 in 1,80 m Tiefe und 1,20 m Breite zufällig auf römische Überreste gestoßen war. Es wurde ein aus blauen, weißen und roten Tesserae bestehendes ca. ½ m2 großes Stück Mosaik neben einer 60 cm starken Mauer angeschnitten. In unmittelbarer Nähe des Mosaiks befand sich ein Brunnen, sodass der freigelegte Mosaikboden z.T. unter Wasser stand und die Steinchen dadurch sowie durch die Grabungen des Hausbesitzers aus ihrem Verband gelöst waren. Die Arbeiten wurden daher und aufgrund der Tatsache, dass weitere Untersuchungen unter das Haus des Grundbesitzers geführt hätten, nach der Aufnahme der bisher aufgedeckten Teile eingestellt und der Bereich wieder zugeschüttet.

 

 

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III. DIE NEUEN FORSCHUNGEN 2006 - 2007

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte das Österreichische Archäologische Institut seine Arbeiten in Aguntum wieder aufnehmen, seit 1991 liegt die Verantwortung für die Erforschung Aguntums aber am Institut für Archäologien der Universität Innsbruck.

 

 

 

Luftbild der Flur "Gline" in Nußdorf-Debant

 

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Begehung (Herbst 2006)

 

Im November 2006 wurde versucht, den Platz der älteren Grabungen auf der Flur "Gline" in Nußdorf-Debant  zu lokalisieren und weitere archäologische Überreste aufzuspüren. Im Zuge einer kurzen Begehung der Parzelle konnte im östlichen Bereich der ansonsten flach gegen Norden hin ansteigenden Wiese eine leichte Erhebung mit zahlreichen Bodenunebenheiten und rechteckigen Einsenkungen festgestellt werden. 

Bei der Untersuchung von Maulwurfshügeln entlang der Südseite der Mauer kamen in relativ kurzer Zeit zahlreiche Funde oberflächlich zu Tage. Neben einem As Kaiser Hadrians (Prägezeit 119-121 n.Chr.), Keramikfragmenten und Schlackenresten, fanden sich - wie als Bestätigung der älteren Berichte - dutzende weiße und schwarze Tesserae von römischen Bodenmosaiken, vorwiegend einzeln, teilweise aber auch noch in Form kleinerer zusammenhängender Fußbodenstücke. Der überwiegende Teil bestand aus weißem Kalkstein, einige wenige aus schwarzem Kalkmergel, aber es kamen daneben auch vereinzelte Stücke aus Quarziten und Marmor vor. Ferner konnten Mörtel- und Estrichbrocken sowie ein Stück Wandverputz mit roter Bemalung geborgen werden. Diese oberflächlich gemachten Funde sowie die älteren Quellen ließen vermuten, dass sich im Bereich der Flur „Gline“ einst eine römische Villenanlage befunden hat und eine erneute archäologische Untersuchung dieses Bereiches sehr ergiebig wäre.  

Georadarmessung (Sommer 2007)

Um nun einen besseren Überblick zu bekommen wurde im Sommer 2007 eine Georadarmessung vorgenommen bei der im Boden verborgene Strukturen von Mauern relativ genau erfasst werden können. Bei den in Zusammenarbeit mit Wolfgang Neubauer vom Interdisziplinären Forschungsinstitut für Archäologie der Universität Wien (VIAS) durchgeführten Messungen zeigten sich auf den untersuchten 4000 m2 in Nußdorf-Debant Überreste mehrerer Gebäude, die klar mit den alten Aufzeichnungen und Plänen aus dem 18. Jahrhundert in Übereinstimmung gebracht werden können. Im westlichen Bereich ist wegen des typischen Grundrisses mit dem Hauptgebäude einer römischen Villa zu rechnen. Bei dem im Osten gelegenen großen rechteckigen Bau könnte es sich hingegen möglicherweise um die zum Landhaus zugehörige private Badeanlage handeln

 

Archäologische Ausgrabung (Herbst 2007)

 

Deshalb wurden in diesem Bereich nun archäologische Ausgrabungen durchgeführt, um einerseits die aus den alten Unterlagen und dem Georadar gewonnenen Daten zu verifizieren, andererseits den Erhaltungszustand der Überreste zu dokumentieren. Insgesamt konnten während der dreiwöchigen Grabungskampagne im Oktober auf einer Fläche von nahezu 300 m2 mehrere Räume eines Gebäudes aus der Römerzeit freigelegt werden. Die dabei gemachten Erkenntnisse erstaunten aber in vielerlei Hinsicht. Zum einen zeigten sich die Mauern zum Teil noch in 1,5 m Originalhöhe erhalten, zum anderen überraschte die Ausstattung des Gebäudes. In drei der fünf bisher ergrabenen Räume fanden sich großflächige römische Mosaikfußböden aus tausenden teilweise nur 5x5mm kleinen Steinchen, die in dieser Erhaltung und Dimension bisher einzigartig in ganz Tirol sind. Neben geometrischen Mustern waren sie vor allem mit aus Rauten gebildeten Kreuzen geschmückt. Auch waren die Wände der Räume flächig mit bunter Wandmalerei versehen, jeder Raum in anderen Farben.

Ein Teil der Räume war zudem mit einer Fußboden- und Wandheizung ausgestattet. Die Mosaike dürften deshalb so gut erhalten sein, weil ein Teil der darunter liegenden Gewölbe der Fußbodenheizungen nicht wie üblicherweise eingestürzt war, sondern sich hier z.T. noch komplett erhalten hat.

Die Mosaikfußböden und die Wandmalerei weisen dabei auf einen reichen römischen Bürger hin, der sich hier in bester Lage am Übergang des Lienzer Talbodens hin zum Hang mit Aussicht auf das gesamte Tal eine repräsentative Vorstadtvilla errichtet hatte. Die bisher gemachten Funde lassen darauf schließen, dass die Anlage ca. 1800 Jahre alt ist.

Weitere Forschungen v.a. die Freilegung des gesamten Gebäudes, die Restaurierung und Konservierung wären von größtem Interesse und würden es ermöglichen, den gesamten Komplex mit seiner reichen und für den Tiroler Raum bisher einzigartigen Ausstattung zu erhalten und damit auch dauerhaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wie schon bei den bisherigen Forschungen, wird man aber auch bei der Finanzierung zukünftiger Grabungsarbeiten im nächsten Jahr auf die Hilfe von privaten Sponsoren und Förderern angewiesen sein.

 

Sowohl die Funde als auch Befunde werden im Anschluss am Institut für Archäologien der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck wissenschaftlich ausgewertet und in Osttirol ausgestellt. Die Ergebnisse der Forschungen sowie die Berichte, Pläne und Zeichnungen älterer Untersuchungen zeigen, dass durch weitere archäologische Ausgrabungen an diesem Platz mit großer Wahrscheinlichkeit mit neuen Erkenntnissen zur römerzeitlichen Besiedelung Osttirols zu rechnen sein wird.

 

 

Archäologische Ausgrabung (Herbst 2008)

 

Für Herbst 2008 (September/Oktober) ist die Fortsetzung der archäologischen Ausgrabungen in Nußdorf-Debant geplant.

 

 

 

IV. PUBLIKATIONEN / VORTRÄGE

 

 

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V. SPONSOREN

 

Forschungsförderungsmittel aus der Nachwuchsförderung 2007 der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

 

Privatstiftung Lienzer Sparkasse

 

Tiroler Wissenschaftsfonds (TWF)

 

PRIVATE SPONSOREN

 

Verein Curatorium pro Agunto

 

Marktgemeinde Nußdorf-Debant

 

 

 

ARCHÄOLOGISCHE GESELLSCHAFT INNSBRUCK

Frey Bauunternehmen

Erdbau Markus Jeller

 

 

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Tel. 0043 / +676 / 7 39 93 40

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VI. PRESSE

 

1. FERNSEHEN UND RADIO

 

1. Römische Villen, ORF Radio Tirol Aktuell, 27.8.2007.

2. Römische Prunkvilla, ORF Tirol Heute, 14.10.2007.

3. Antenne Tirol, 25.10.2007.

4. Größtes Mosaik Tirols, ORF Tirol Heute, 25.10.2007.                                          

5. ORF Radio Tirol Aktuell, 25.10.2007.                  

   

2. PRINTMEDIEN

 

1. Archäologen suchen in Nußdorf-Debant nach römischer Villenanlage, Gemeindekurier Nußdorf-Debant 58, Juli 2007, Seite 11.

2a. Sabrina Micheler, Debanter Zwergendorf auf der Spur, Tiroler Tageszeitung Osttirol, 2.8.2007, Seite 19.

2b. Sabrina Micheler, Dem Debanter Zwergendorf auf der Spur, tirol.com, 1.8.2007.

3a. Römerzeit beschäftigt auch Debant, Osttiroler Bote 32, 9.8.2007, Seite 27.

3b. Römerzeit beschäftigt auch Debant, Osttirol Online, 15.8.2007.

4a. Radar für die Mauern der Römervilla, Kleine Zeitung Kärnten, 23.8.2007, Seite 18.

4b. Mersiha Kasupovic, Michael Ruggenthaler, Römervilla wird mit Radar geortet, Kleine Zeitung Kärnten Osttirol, 23.8.2007, Seite 27.

4c. Mersiha Kasupovic, Michael Ruggenthaler, Römervilla wird mit Radar geortet, Kleine Zeitung Online, 23.8.2007.

5. Auf der Spur der Römer, Neue, 25.8.2007, Seite 12.

6. Römische Villen in Osttirol durch Georadarmessung aufgespürt, APA, 26.8.2007.

7. Römische Villen mit Georadar aufgespürt, tirol.orf.at, 26.8.2007.

8. Georadar findet römische Villen in Tirol, Oe24.at, 26.8.2007.

9. Auf den Spuren der alten Römer, Kurier Tirol, 26.8.2007, Seite 1 und 12.

10. Experten mit Geo-Radar fündig: Römische Villen unter der Erde, Tiroler Krone, 26.8.2007, Seite 24.

11. Reste römischer Villen entdeckt, Tiroler Tageszeitung, 27.8.2007, Seite 4.

12. Überreste von römischen Villen entdeckt, Österreich Regional, 27.8.2007, Seite 3.

13. Erfolgreiche Suche nach römischen Spuren in Tirol, Der Standard Online, 27.8.2007.

14. Beindruckendes Römisches, Oberösterreichische Nachrichten, 27.8.2007, Seite 11.

15. Römer bauten Villen im ganzen Talboden, Tiroler Tageszeitung Osttirol, 28.8.2007, Seite 19.

16. Osttirol: Hightech in die Antike, Kärntner Krone, 28.8.2007, Seite 21.

17. Mit Georadar auf Spurensuche, Dolomiten, 28.8.2007, Seite 29.

18. Mit High-tech in die Vergangenheit, iPoint, 30.8.2007.

19a. Neue Spuren der römischen Vergangenheit, Osttiroler Bote 35, 30.8.2007, Seite 4.

19b. Neue Spuren der römischen Vergangenheit, Osttirol Online, 3.9.2007.

20. Lateinisches Aguntum, Echo Tirol, September 2007, Seite 36.

21. Neue Spuren der römischen Vergangenheit, Oberlienzer Hoargascht 18, Oktober 2007, Seite 3.

22a. Mersiha Kasupovic, Archäologen wandeln auf Edelböden, Kleine Zeitung Kärnten Osttirol, 10.10.2007, Seite 28-29.

22b. Mersiha Kasupovic, Archäologen wandeln auf Edelböden, Kleine Zeitung Online, 10.10.2007.

23. Römische Prunkvilla mit größten Mosaikfußböden Tirols gefunden, APA, 25.10.2007.

24. Römische Prunkvilla mit größten Mosaikfußböden Tirols gefunden, APA, 25.10.2007.

25. Tirols größtes römisches Mosaik freigelegt, tirol.orf.at, 25.10.2007.

26. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, t-online.at, 25.10.2007.

27. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, Die Presse Online, 25.10.2007.

28. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, Vorarlberg Online, 25.10.2007.

29. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, Tele 2 News, 25.10.2007.

30. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, Salzburger Nachrichten, 25.10.2007.

31. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Amerika Woche – Die deutsche Zeitung für Amerika, 25.10.2007.

32. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Lübecker Nachrichten, 25.10.2007.

33. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Uetersener Nachrichten, 25.10.2007.

34. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, Oberösterreichische Nachrichten, 25.10.2007.

35. Alter Text führt Archäologen zu sensationellem Fund, Der Standard Online, 25.10.2007.

36. Römische Prunkvilla in Osttirol entdeckt, Neues Volksblatt, 25.10.2007.

37. Größte Mosaikfußböden Tirols gefunden, Krone.at, 25.10.2007.

38. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, Life Radio, 25.10.2007.

39. Römische Prunkvilla mit größten Mosaikfußböden Tirols gefunden, Österreich Journal, 25.10.2007.

40. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Basler Zeitung, 25.10.2007.

41. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Lausitzer Rundschau, 25.10.2007.

42. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Ahlener Zeitung, 25.10.2007.

43. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Westfälische Nachrichten, 25.10.2007

44. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Schwäbische Zeitung Online, 25.10.2007.

45. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Volksfreund.de Trier, 25.10.2007.

46. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Westdeutsche Zeitung, 25.10.2007.

47. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Allgäuer Zeitung, 25.10.2007.

48. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Saarbrücker Zeitung, 25.10.2007.

49. Forscher finden Überreste römischer Prunkvilla in Tirol, Münsterländische Volkszeitung, 25.10.2007.

50. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, ORF Teletext, 25./26.10.2007.

51a. Die 1800 Jahre alte Prunkvilla, Kleine Zeitung Kärnten Osttirol, 26.10.2007, Seite 31.

51b. Römische Prunkvilla mit riesigem Mosaikboden gefunden, Kleine Zeitung Kärnten Online, 25.10.2007.

        Römische Prunkvilla mit riesigem Mosaikboden gefunden, Kleine Zeitung Kärnten Online, 25.10.2007.

51c. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, Kleine Zeitung Steiermark Online, 25.10.2007.

52. Römische Villa in Osttirol frei gelegt, Österreich Regional, 26.10.2007, Seite 4.

53. Römische Villa in Nußdorf, Neue, 26.10.2007, Seite 7.

54. Archäologen wurden wieder einmal fündig, Kurier Tirol, 26.10.2007, Seite 11.

55. Römische Prunkvilla in Tirol entdeckt, Die Welt, 26.10.2007, Seite 27.

56. Römische Prunkvilla mit größtem Mosaikfußboden Tirols gefunden, Tiroler Krone, 27.10.2007, Seite 19.

57. Römische Prunkvilla in Debant gefunden, Tiroler Tageszeitung Osttirol, 27./28.10.2007, Seite 25.

58a. Größter Mosaikfußboden Tirols, Dolomiten, 27./28.10.2007, Seite 38.

58b. Römische Prunkvilla mit größten Mosaikfußböden Tirols gefunden, Südtirol Online, 26.10.2007.

59. Sensationsfund: Villa mit Mosaik, Kärntner Krone, 28.10.2007, Seite 20-21.

60. Die Wiederentdeckung der "Zwergenstadt", Abenteuer Archäologie, 29.10.2007.

61. Römische Prunkvilla mit größten Mosaikfußböden Tirols gefunden, iPoint, 30.10.2007.

62a. Römische Prunkvilla mit größten Mosaikfußböden Tirols gefunden, Osttiroler Bote 44, 1.11.2007, Seite 1 und 35.

62b. Römische Prunkvilla mit größten Mosaikfußböden Tirols gefunden, Osttirol Online, 3.11.2007.

63. Römische Prunkvilla mit größten Mosaikfußböden Tirols gefunden, Österreich Journal Nr. 54, 16.11.2007, Seite 2, 44-45.

64. Wiederentdeckung einer Zwergenstadt, epoc – Magazin für Geschichte, Archäologie und Kultur 1/2008, Seite 6.

65. Archäologische Forschungen in der römischen Villa von Nußdorf-Debant, Gemeindekurier. Informations- und Amtsblatt der Marktgemeinde Nußdorf-Debant 59, Dezember 2007, Seite 20-21.  

66. Größte römische Mosaikfußböden Tirols freigelegt, Fiesta-Magazin Nr. 06/2007, Seite 16.

67. Römische Prunkvilla mit größten Mosaikfußböden in Osttirols „Zwergenstadt“ gefunden, Die Harpfe – Zeitung für den Lienzer Talboden, Dezember 2007, Seite 2-5.

68. Nachwuchsförderung der Uni Innsbruck viel wert, iPoint, 29.1.2008.  

69. Land Tirol unterstützt innovative Forschungsvorhaben, iPoint 30.1.2008.

70. Aktion Swarovski geht ins 10. Jahr, iPoint, 19.2.2008.

71. Melanie Winkler, Kompromiss für "Zwergenstadt", Kleine Zeitung Kärnten Osttirol, 29.3.2008, Seite 28.  

72. Christina Vogt, Die römische Villa im Zwergenpalast, WISSEN heute Nr. 12, April 2008, Seite 20-21.

73. David Bullock, Die Vergangenheit ausgraben, Echo Tirol Science, Mai 2008, Seite 44-46. 


 

VII. KONTAKT

 

Mag. Florian Martin MÜLLER Bakk.

Institut für Archäologien

Fachbereich Klassische und Provinzialrömische Archäologie 

Philosophisch-Historische Fakultät

Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

ATRIUM - Langer Weg 11

A-6020 Innsbruck / Österreich

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Mobiltel. 0043 / +676 / 7 39 93 40

Email: Florian.M.Mueller@uibk.ac.at

Grabungsteam 2007:

Mag. Manuele LAIMER (Grabungstechnik), Mag. Martin AUER, Claudia BRANDLECHNER (Wandmalereibergung), Elias KARRÉ, Mag. Alexandra KRASSNITZER, Peter LOCHMANN, Lisa OBOJES, Mag. Stefanie RAMMER, Mag. Elisabeth SCHEMEL, Mag. Tamara SENFTER