Prozessplanung / -management

Infolge von Marktveränderungen müssen Unternehmen ihre Prozesse schnell restrukturieren bzw. neu entwickeln können. Dies betrifft sowohl die inner- als auch die zwischenbetrieblichen Prozesse, um bspw. auf geänderte Kundenanforderungen und Konkurrenzangebote mit eigenen Leistungen reagieren zu können. In vielen Fällen ist hier jedoch die flexible Erstellung und Anpassung der Prozessmodelle der Engpass. Heutige Vorgehensweisen der Prozessmodellierung erscheinen im Hinblick auf diese Anforderung oftmals nur z. T. geeignet, da die eigentliche Erstellung i. d. R. manuell durch einen Modellierer - wenn auch durch ein Modellierungstool unterstützt - erfolgt. Die manuelle Modellierung ist selbst beim Vorliegen entsprechender Kenntnisse aufwändig, insbesondere wenn die Prozesse komplex und viele Unternehmensbereiche beteiligt sind. Zudem ist die Modellierung und fortlaufende Pflege oft mit hohem Kommunikations- und Abklärungsbedarf aufgrund einer unterschiedlich verwendeten Terminologie der Beteiligten verbunden. Selbst wenn hier auf Referenzprozessmodelle zurückgegriffen wird, müssten diese ebenfalls aufgrund der Änderungen zuerst angepasst werden, was wiederum Zeit benötigt und Aufwand verursacht (darüber hinaus sind geeignete Referenzprozessmodelle für viele Domänen oftmals nur teilweise, in abstrakter Form oder gar nicht vorhanden). Eine schnelle und unter ökonomischen Aspekten sinnvolle Erstellung und Anpassung der Prozessmodelle ist somit nur bedingt möglich, weswegen sich letztlich auch viele Prozessmanagementabteilungen in Unternehmen mit dem Vorwurf auseinander setzen müssen, zu hohe Kosten - im Vergleich zum erzielbaren Nutzen der Prozessmodellierung - zu generieren.

 

Im Rahmen des Semantischen Prozessmanagements wird hier u. a. die Erhöhung des Automatisierungsgrads diskutiert, d. h. Prozessmodelle sollen (teil-)automatisiert erstellt bzw.angepasst werden. Die Aufgabe einer automatisierten Modellerstellung ist dabei als Planungsproblem zu verstehen. Deshalb wird von der Planung von Prozessmodellen gesprochen, die ihrerseits aus Aktionen (PA) erstellt werden. Die Grundlagen für eine solche Planung sind durch die Konzepte des Semantic Web zunehmend gegeben. So existieren Planungsansätze für die (semantische) Webservice-Komposition, die jedoch für die Planung von Prozessmodellen nur beschränkt übertragbar sind.

 

Im Rahmen der Arbeit wird für die Planung von Prozessmodellen ein eigener Ansatz - genannt SEMPA (SEMantic-based Planning Approach) - erarbeitet. Bild 1 verdeutlicht die Idee: Basierend auf einer semantischen Beschreibung der Anwendungsdomäne (Ontologie) und der Spezifikation von Aktionen (PA) in einer Bibliothek erstellt der Planer zulässige Prozessmodelle (d. h. Abfolgen von Aktionen inklusive notwendiger Kontrollflussstrukturen wie ein Exclusive choice), die eine gegebene Problemstellung (bestehend aus einem Initial- und ein oder mehreren Zielzuständen) erfüllen. Von teilautomatisiert wird deshalb gesprochen, da die erstellten Modelle als Vorschläge zu verstehen sind, die anschließend mit den Prozessbeteiligten abzustimmen und unter ökonomischen Aspekten zu bewerten sind. Als Modellierungssprache werden derzeit UML-Aktivitätsdiagramme genutzt, wobei geplant ist, zukünftig auch andere Sprachen (bspw. Petri-Netze) zu unterstützen.

 

SEMPRO
Grundlegende Idee der automatisierten Planung von Prozessmodellen

 

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