Kurze Einführung in die Geschichte des Integrierten Diplomstudiums für Italienisches
Recht an der Universität Innsbruck 


Das Studium des Italienischen Rechts an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Durch die in den frühen 70er Jahren entstandene Notwendigkeit, für Südtiroler Juristen eine zweisprachige deutsch-italienische Ausbildung zum geltenden italienischen Recht anzubieten, wurde bereits 1971 in Innsbruck gemeinsam mit der Partneruniversität Padua ein Lehrangebot zum Italienischen Recht eingeführt. Studienrechtlich wurde das Studium des Italienischen Rechts zunächst über ein individuelles „Studium irregulare“ ermöglicht, ab dem Studienjahr 1980/81 gelang die Überleitung in ein ordentliches rechtswissenschaftliches Studium auf Grund einer Sonderbestimmung des juristischen Studiengesetzes. Seit dem Studienjahr 1986/87 wird das Studium als „Integriertes Diplomstudium der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck gemeinsam mit der Universität Padua“ auf der Grundlage eines Staatsvertrags zwischen der Republik Österreich und der Italienischen Republik vom 20.10.1982 sowie eines darauf basierenden Abkommens der beiden Universitäten als eigene Studienrichtung geführt. Der Studienabschluss mit dem akademischen Grad Mag. iur.“ wird in Italien als laurea in giurisprudenza anerkannt.

Mit dem WS 2012/13 wurde  ein gemeinsames StudienprogrammPhD-Doktoratsstudium Italienisches Recht“ (double degree) zwischen den Universitäten Innsbruck und Padua eingeführt. Nach Abschluss des dreijährigen Doktoratsstudiums werden die zwei akademischen Grade „Doctor of Philosophy“ („PhD“) an der LFU Innsbruck und „Dottore di ricerca“ an der Universität Padua verliehen.  

In organisatorischer Hinsicht wurden die mit der Durchführung des Studiums verbundenen Aufgaben zunächst durch eine faktische Zusammenarbeit auf Institutsebene erfüllt. In der Folge kam es zur Schaffung einiger zusätzlicher Dienstposten für das Italienische Recht (insbesondere des Lehrstuhls für Italienisches Recht und Rechtsvergleichung) und zur Institutionalisierung der Institutszusammenarbeit durch die Gründung einer Gemeinsamen Einrichtung für Italienisches Recht im Jahr 1990. 

Nach dem Wegfall der Rechtsgrundlage für Gemeinsame Institutseinrichtungen im UOG 1993 blieb die Zusammenarbeit der Institute zur Durchführung des Studiums des Italienischen Rechts zunächst faktisch erhalten. Erst im Zuge der Umsetzung des UG 2002 wurde nach ausführlichen Diskussionen mit zum Teil divergierenden Auffassungen über die optimale institutionelle Struktur des Italienischen Rechts mit Wirkung vom 1.1.2006 das Institut für Italienisches Recht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät eingerichtet. Sämtliche personelle und sachliche Ressourcen wurden von den bisher zuständigen Fachinstituten an dieses neue Institut übertragen. Das Institut für Italienisches Recht wird dabei hinsichtlich der Organisation des Studiums in hervorragender Weise von der studieninfo.koordination.italienisches recht unterstützt.