Informationen zum Berufsbild Trainingstherapie


I. Ziel der Trainingstherapie durch Sportwissenschafter/innen

Die Trainingstherapie durch Sportwissenschafter/innen umfasst die strukturelle Verbesserung der Bewegungsabläufe und der Organsysteme mit dem Ziel, die Koordination, Kraft, Ausdauer und das Gleichgewicht durch systematisches Training zu stärken, um eine Primärerkrankung zu stabilisieren und Sekundärerkrankungen ergänzend zu behandeln. Übergeordnetes Ziel ist die Vermeidung von wiederkehrenden Krankheiten, sowie die Entstehung von Folgekrankheiten, Maladaptionen und Chronifizierungen.

II. Berufsausübung

Die Ausübung der Trainingstherapie erfolgt im Dienstverhältnis zu - Rechtsträgern/innen einer Krankenanstalt - einer Einrichtung, die der Vorbeugung, Feststellung oder Heilung von Krankheiten dient und unter ärztlicher Leitung oder Aufsicht steht - freiberuflich tätigen Ärzten/innen, ärztliche Gruppenpraxen - freiberuflich tätigen Physiotherapeuten/innen und unterliegt einer ärztlichen Anordnung der Aufsichtspflicht.

III. Tätigkeitsbeschreibung

Das Qualifikationsprofil gemäß §1 der Trainingstherapie-Ausbildungsverordnung (TT-AV), BGBI. II Nr. 460/2012 beinhaltet folgende Tätigkeiten: - Allgemeines Bewegungstraining zur Gesundheitsförderung (z.B. geführtes Nordic Walking, Wandergruppen, allgemeines Aufbau- und Leistungstraining wie Fahrradergometer, Laufband, Krafttraining) - Trainingstherapie (Krafttraining, Ausdauertraining auch unter O2-Insufflation sowie Ergometertraining mit und ohne Körpergewichtsentlastung, Atemtherapie, Beckenbodentraining, Gangschulung, apparativ unterstützte Trainingstherapien wie z.B. Lokomat, Biofeedback, Atemmuskeltraining, Koordinations- und Gleichgewichtstraining, Trainingstherapie im Wasser - nach ärztlicher Anordnung, Leistungsdiagnostik durch Laktatmessung via Blut aus der Kapillare (vgl. §27 MABG, BGBI. I Nr. 89/2013, idgF.). - Entspannungsverfahren - Beratungen/Vorträge/Schulungen über allgemein gesundheitsförderliches Verhalten und Training - Trainingstherapiebezogene Beratungen

IV. Generelle/individuelle Akkreditierung & Eintragung in die Trainingstherapieliste

Um den Beruf als Trainingstherapeut/in ausüben zu können, wird ein Qualifikationsnachweis (Akkreditierung) des Bundesministeriums für Gesundheit & Soziales benötigt. Neben einem ärztlichen Attest und einem Strafregisterauszug wird eine individuelle oder generelle Akkreditierung verlangt. Bei einem absolvierten Bachelor- und Masterstudium Sportwissenschaft der Universität Innsbruck (Belegung der Module praktische Ausbildung gemäß TrainingstherapieAusbildungsverordnung TT-AV), besteht eine generelle Akkreditierungsmöglichkeit. Bei auswärtigen Studiengängen mit anderen Curriculi besteht eine individuelle Akkreditierungsmöglichkeit. Individuelle Anträge werden vom Trainingstherapiebeirat (Tagung zweimal im Jahr) geprüft und fehlende Qualifikationsnachweise werden angefordert.

Der Antrag auf generelle oder individuelle Akkreditierung wird direkt beim Bundesministerium für Gesundheit und Soziales gestellt.
Weitere Informationen zur Antragsstellung finden Sie auf der Website des Sozialministerium.
Nach Antragsstellung und Überprüfung erfolgt der Eintrag in die Trainingstherapieliste.

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