Mitterbauer, Günther

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Mitterbauer, Günther
(Univ.-Prof. Mag. Dr.)

Tel: (+43) 0512 507 4456
email: Guenther.Mitterbauer@uibk.ac.at
Sprechstunden: Mi. 11.15 - 12.15 Uhr


Forschung
Lehre
Publikationen


Forschung

Gesunde Volksschule 2000

Projektteam: Günther Mitterbauer, Eva Schulz, Veronika Letzner, Regina Hoser-Moser
Institutionen: Institut für Sportwissenschaften, Akademie für Physiotherapie, Landessanitätsdirektion für Tirol, Landesschulinspektorat für Pflichtschulen, AZW der TILAK GmbH
Projektförderung: Amt der Tiroler Landesregierung: Abteilung Soziales und Abteilung Sport
Projektdauer: 2000 bis 2003

Problemstellung
In allen Industrienationen ist die Problematik des Stütz- und Bewegungsapparates ungewöhnlich hoch. Bezüglich der Prävalenz von Haltungsschwächen wird in zahlreichen Fachbeiträgen dokumentiert, dass sich bereits im Volksschulbereich Haltungsschwächen manifestieren. Die Ergebnisse einer vom Institut für Sportwissenschaften durchgeführten Studie (Mitterbauer/Schulz: "Gesundheits- und Haltungsförderung in den Pflichtschulen Tirols") zeigen u.a. auf, dass die an vielen Schulen praktizierten außerschulischen Angebote an Haltungsturnen nur eine sehr kurze Laufzeit aufweisen und bezüglich Ziel- und Inhaltsperspektiven sowie den Leiterqualifikationen erhebliche Unsicherheiten bestehen.

Zielsetzungen und Maßnahmen
Zielsetzung des Projekts ist die Optimierung und Verankerung einer breiten Bewegungserziehung zum Zwecke der Haltungsförderung im Regelunterricht. Bei den SchülerInnen sollen Fakten- sowie Handlungswissen erhöht und die Motivation gesteigert werden, bei den LehrerInnen Bedeutung und Umsetzungsmöglichkeiten (Ideenbörse) einer breiter Bewegungs- und Haltungsförderung vermittelt werden. Diese Zielsetzung wird durch folgende Maßnahmen umgesetzt: An ausgewählten Volksschulen werden in Teamarbeit (Lehrer/Sportwissenschafter/Physiotherapeut) "Modellstunden" zur Bewegungserziehung und Haltungsförderung erarbeitet und im Regelunterricht umgesetzt. Die Qualitätssicherung der Unterrichtsteams erfolgt durch Einführungsseminare und begleitende Supervisionen. Zusätzlich werden im Rahmen des Projektes für interessierte LehrerInnen eintägige Fortbildungen angeboten.

Zu Hauptzielsetzungen dieser Fortbildungen zählen

  • Aufzeigen von Veränderungen in sportpädagogischen Fachbereichen (u.a. Unterrichtsgestaltung, Unterrichtsformen, Methodenvielfalt)
  • Anbieten von Modellstunden zur Bewegungserziehung unter dem Aspekt der Vielfältigkeit und Haltungsförderung
  • Vermittlung der Bedeutung von Bewegungserziehung im Volksschulalter einschließlich der Vermittlung von Umsetzungsmöglichkeiten (Ideenbörse) einer breiten Bewegungsförderung

Ergebnisse und Zukunftsperspektiven
Das Projekt wurde im Schuljahr 2000/2001 an sechs Volksschulen (jeweils über einen Zeitraum von vier Wochen mit täglichen Bewegungseinheiten) gestartet. Wegen der zunehmenden Nachfrage dieser Fortbildung vor Ort wurden 2001 Zusatzseminare für über 50 LehrerInnen durchgeführt. Da die Evaluierungsergebnisse zum Projekt "Gesunde Volksschule" sehr gut sind und weiterhin hohes Interesse besteht, wird seitens des Amtes der Tiroler Landesregierung eine Fortführung des Projektes gewünscht.

Publikation zum Projekt
Günther Mitterbauer; Bewegung, Spiel und Sport in der Grundschule aus präventiver Sicht, in: KÖPPE/ELFLEIN (Hrsg.), Didaktische Perspektivenvielfalt bei Bewegung, Sport und Spiel in der Grundschule, Band 107 der Schriftenreihe der dvs, Hamburg 1999, 39 - 48.


FIT 2000

Projektteam: Günther Mitterbauer, Veronika Letzner, Johann Weitlaner
Institutionen: Institut für Sportwissenschaften, Institut für Sport- und Kreislaufmedizin
Projektförderung: Amt der Tiroler Landesregierung: Abteilung Sport
Projektdauer: 1995 bis 2002

Problemstellung
Der Bewegungsmangel des modernen Zivilisationsmenschen begünstigt in hohem Maße das Entstehen gesundheitlicher Probleme. Dazu zählen vor allem Herzkreislaufprobleme, Wirbelsäulenprobleme und koordinative Probleme.

Zielsetzung und Maßnahmen
Die Zielsetzung dieses Pilotprojekts besteht darin, bei der Bevölkerung sowohl die Motivation für Bewegungsaktivitäten zu wecken bzw. zu erhöhen als auch die Möglichkeiten für solche Bewegungsaktivitäten anzubieten. Die Besonderheit von FIT 2000 besteht darin, dass in freier Natur mit ausgewählten Übungen zu gesundheitsorientierten Aktivitäten animiert werden soll. Für die Benutzer geben über 40 Tafeln umfangreiche Informationen, sowohl über Sinn und Zweck der Zielsetzungen, als auch über die Übungsausführungen. Die Ausführung der Übungen erfolgt an Stationen ohne Geräte, an Klein- und an Großgeräten.

Ergebnisse und Zukunftsperspektiven
Das Konzept wurde bereits an über 10 Gemeinden realisiert. Es ist geplant, FIT 2000 bis Ende 2002 an ca. 20 Tiroler Gemeinden einzurichten.

Publikation zum Projekt
Günther Mitterbauer, Bewegungsräume Freizeiträume. Bewegungs- und Gesundheitsorientierte Konzepte, Innsbruck 1996 (90 Seiten).


Physiologische Auswirkung extremer Ausdauerbelastungen im Radsport

Projektteam: Günther Neumayr, Rudolf Pfister, Günther Mitterbauer
Institutionen: Institut für Sport- und Kreislaufmedizin, Institut für Sportwissenschaften
Projektförderung: Österreichischer Alpenverein
Projektdauer:1999 bis 2003

Problemstellung
Die Entwicklung bei alpinen Sportaktivitäten und Sportveranstaltungen geht sowohl bei den Sportlern als auch bei den Veranstaltern in Richtung Extrembelastungen bezüglich Streckenlänge und Zeitdauer, dies betrifft auch den Radsport. Diese extremen Ausdauerbelastungen können das physiologische Gleichgewicht im Organismus verschiedentlich beeinträchtigen, z.B. kann es u.a. zu Störungen im Elektrolythaushalt und zur Schädigung peripherer Skelettmuskulatur kommen, ersichtlich an entsprechenden spezifischen Laborveränderungen. Ob darüber hinaus solche Extrembelastungen nicht auch zu geringgradigen, schwer detektierbaren Herzschäden führen, wird derzeit kontroversiell beurteilt. Durch massive Flüssigkeitsverluste über Stunden kommt es zur Abnahme des Plasmavolumens, was zu entsprechenden Blutbildveränderungen führt (Hämatokrit). Bei unzureichender Substitution sind Hämatokritanstiege zu erwarten. Letztere sind vor dem Hintergrund der letzten Dopingskandale in der Radprofiszene mittels Erythropoethin von allgemeinem Medieninteresse.

Zielsetzungen und Maßnahmen
Der Ötztal-Marathon ist mit einer Streckenlänge von ca. 235 km und einem Gesamthöhenunterschied von ca. 5500 m im Alpenbereich die Extremveranstaltung für Amateurradfahrer. Die Zielsetzung der Studie besteht darin, die Auswirkungen einer Langzeitbelastung auf folgende Faktoren zu untersuchen: Blutbild (Hämatokrit), Nierenfunktion und Elektrolyte, Ausmaß; muskulärer Schädigung sowie die Detektion eines eventuellen Herzschadens, Einfluss auf die Gerinnung und Harnzusammensetzung. Die diversen Herzfrequenzprofilmessungen, das jeweilige Substitutionsverhalten und die erbrachten Leistungen sollen Aufschluss über das optimale Ausmaß; der notwendigen Flüssigkeits- und Energiezufuhr während extremer Ausdauerbelastungen geben. Durchgeführt wird eine zweifache Blutabnahme (vor und unmittelbar nach dem Rennen) an ca. 40 Personen, an ausgewählten 15 Personen erfolgt eine dritte Blutabnahme einen Tag nach dem Rennen. Analog werden zu den Blutproben Harnproben gewonnen. Bei einem Teil der Athleten erfolgt eine Herzfrequenzmessung mittels Polaruhren. Die Teilnehmerzahl an freiwilligen Probanden beträgt ca. 40. Die Labordiagnostik erfolgt am Zentralinstitut für Medizinische und chemische Labordiagnostik an der Universitätsklinik Innsbruck.Ergebnisse und Zukunftsperspektiven
Erste Ergebnisse liegen vor und sind bereits publiziert. Die Studie wurde mit dem Bristol-Myers-Squibb-Preis, der alle 2 Jahre an die beste wissenschaftliche Studie auf dem Forschungsgebiet der Kardiologie vergeben wird, ausgezeichnet. Eine Folgestudie vom Ötztal-Marathon 2002 ist in Bearbeitung.