Biomechanik Bewegungswissenschaft

Nachbauer Werner, O. Univ.-Prof. Dr.
Heinrich Dieter, Univ.-Ass. Dipl.-Ing. Dr.
Schindelwig Kurt, Ass.-Prof. Dr.


Biomechanik

Der Schwerpunkt der biomechanischen Forschung am Institut für Sportwissenschaft liegt im Alpinsport mit spezieller Berücksichtigung des alpinen und nordischen Skilaufs. Das biomechanische Labor ist mit den grundlegenden dynamischen, kinematischen und elektromyographischen Messsystemen ausgerüstet. Um großräumige Bewegungen im Freien zu analysieren, wurden spezielle Messsysteme entwickelt, z.B. Skidynamometer oder mitschwenkbares Videoanalysesystem. Neben der experimentellen Erfassung von Bewegungen werden auch Computersimulationen und inverse Dynamik für Leistungsoptimierung, Analyse der Belastung des Bewegungsapparates und Sportgeräteentwicklung eingesetzt. Nachfolgend sind einige Themen für durchgeführte und laufende Projekte angeführt:

  • Entwicklung einer elektronischen Skisicherheitsbindung zur Vermeidung von Knieverletzungen
  • Betreuungsprojekt der alpinen Kader des ÖSV: Druckverteilungsmessungen, Videoanalysen, Windkanalmessungen, Gleittests…
  • Computersimulation von geschnitten und gerutschten Schwüngen im alpinen Skilauf
  • Biomechanische Sprungtechnikanalysen am BergIsel
  • Weiterentwicklung eines Satelliten-Navigationssystems zur Analyse von großräumigen Bewegungen – Erhöhung der Aufnahmefrequenz und Verbesserung der räumlichen Genauigkeit
  • Dynamisches Skiverhalten – Messung mit Beschleunigungsaufnehmern, Skidynamometer und Dehnungsmesstreifen …

 

Bewegungswissenschaft

Das Gebiet der Bewegungswissenschaft beschäftigt sich mit motorischen Steuerungsprozessen und muskulär/konditionellen Voraussetzungen für gelungene Bewegungsausführung. Motorisches Lernen und der Verlauf der motorischen Entwicklung des Menschen sind weitere Kernthemen. Das Institut für Sportwissenschaft in Innsbruck hat  eine Anfang der 70er Jahre von em. Prof. Friedrich Fetz begründete Tradition in der Entwicklung und Evaluierung spezifischer sportmotorischer Testverfahren.

Neuentwicklungen solcher Testverfahren werden nach ihrer Evaluierung besonders im Bereich der Trainingswissenschaft und der Trainingsbetreuung durch das TWZ (link) weiter eingesetzt und untersucht (siehe dort). Die Erarbeitung eines Testprofils zur Erhebung des allgemeinen Eigenschaftsniveaus wurde für Jugendliche begonnen und in den letzten Jahren besonders für Fragestellungen geschlechtsspezifischer und sporartspezifischer Ausprägung bei 14jährigen jugendlichen Kadersportlern eingesetzt. Viele Diplomarbeiten am ISW Innsbruck, die sich mit Fragen der motorischen Leistungsfähigkeit im Schulalter und Erwachsenenalter beschäftigen, bieten einen weiten Überblick über die Veränderungen in den letzten Jahrzehnten.


Neu im Fokus bewegungswissenschaftlicher Forschung am Institut sind Fragen zur Bewegungsvariabilität, Anpassung der Bewegungskoordination unter Ermüdungseinfluss oder unter Höhenexposition.

Labor: Leistungsdiagnostik und Biomechanik