Experten stellen Zunahme von Naturkatastrophen in Aussicht

Vergangene Woche fand im ICT-Technologiepark der alpS-Tag an der LFU Innsbruck statt. ExpertInnen des Zentrums für Naturgefahren Managements stellten laufende Projekte und Ergebnisse vor.
Dipl.-Ing. Christian Trojer führt dem interessierten Auditorium seine Produktneuheit vor.
Bild: Dipl.-Ing. Christian Trojer führt dem interessierten Auditorium seine Produktneuheit vor.

Im Zentrum des Tages stand die gute Zusammenarbeit zwischen ForscherInnen der LFU und ExpertInnen von alpS. Allgemeine Expertenmeinung zum Thema Naturgefahren war: „Katastrophen werden in den kommenden Jahrzehnten zunehmen“.

Im Jahr 2003 wurde alpS, das Zentrum für Naturgefahren Management als Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis, ins Leben gerufen. „Diese Kooperation baut auf einem gegenseitigen Geben und Nehmen auf“, erklärt Dr. Eric Veulliet, Geschäftsführer von alpS: „Wir profitieren von der Beteiligung einer großen Zahl von WissenschafterInnen der LFU an unseren Projekten, die uns Input liefern“. Andererseits hat sich alpS zu einem beliebten Arbeitgeber für UniversitätsabsolventInnen etabliert. AlpS beschäftigt insgesamt 50 Personen, über 30 davon sind AbsolventInnen der LFU.

AlpS arbeitete in den letzten vier Jahren mit einem Gesamtbudget von über neun Millionen Euro. Neben den 50 MitarbeiterInnen sind außerdem 25 wissenschaftliche BeraterInnen über Werkvertrag und rund 20 freie MitarbeiterInnen bei alpS beschäftigt. Diese arbeiten an 25 Projekten im Bereich des Naturgefahren Managements. Derzeit gibt es bei alpS 32 laufende Dissertationen und über drei Dutzend Diplomarbeiten. „15 Institute der LFU Innsbruck sind in Projekte eingebunden“, weiß Prof. Johann Stötter, Leiter des Instituts für Geographie: „alpS ist das nötige Bindeglied der Universität in die „reale“ Welt“, erklärt Stötter dem Auditorium.

Risiko nimmt zu

AlpS beschäftigt sich mit den regional wahrscheinlichsten Naturgefahren wie Lawine, Felssturz, Hochwasser, Sturm, Muren und Erdbeben. „Jedoch dürfen wir die Untersuchung der zukünftigen Probleme nicht außer acht lassen“, betont Veulliet: „Hagelsturm, Dürre, Feuer und Sandsturm könnten durch die Auswirkungen des Klimawandels zum Problem werden“. In einer Sache sind sich die ExpertInnen auf jeden Fall einig: „Der Klimawandel hat in den letzten Jahren einen tendenziellen Anstieg an Naturkatastrophen mit sich gebracht. Es passiert mehr, und die Schäden werden größer. Dieser Trend zeigt nach oben. Das Risiko wird in naher Zukunft noch zunehmen“.

„Überschwemmungen sind die teuersten Naturkatastrophen“, erklärt Dipl.-Ing. Stephan Senfter. Mit 200 Millionen Dollar weltweit im letzten Jahr ist die Schadenssumme erheblich angestiegen.

Produktneuheit präsentiert

Als Höhepunkt des alpS-Tages wurde eine Produktneuheit zum Hochwasserschutz von Gebäuden präsentiert. Dipl.-Ing. Christian Trojer entwickelte mit seiner Projektgruppe ein System für Gebäudeöffnungen, das im Hochwasserfall eine Abschottung des Gebäudes durchführt. Dieses Produkt besteht aus einer Abschottplatte, leicht anpassbar an Fenster und Türen eines Gebäudes mit einer aufblasbaren Dichtung. Die rasche und einfache Montage am Gebäude ist ebenso ein Vorteil wie die einfache Konstruktion und damit kostengünstige Herstellung. Praxistests anhand eines Containers im reißenden Flussbett bewiesen, dass das Produkt den Anforderungen eines Hochwassers problemlos gerecht wird. Mehrere Stunden in reißendem Wasser zeigen die geforderte Festigkeit und Dichtheit der Abschottung. „Die Ergebnisse sind durchaus erfolgsversprechend“, freut sich Trojer über den Erfolg. Nun geht er daran, die Vorserienreife für dieses Produkt zu erreichen.