Spitzenkräfte erzielen Höchstleistungen

Christian Gansch eröffnete mit seinem Vortrag „Einheit durch Vielfalt“ die Ringvorlesung am Institut für Unternehmensführung. Als renommierter Dirigent, vierfach prämierter Grammy Awards Gewinner und Coach referierte der gebürtige Österreicher erstmals seit 25 Jahren wieder in seinem Heimatland.
Christian Gansch
Bild: Christian Gansch

Auf anschauliche und humorvolle Weise skizzierte Gansch die Strukturen im Orchester: Der Dirigent, der eine Schar an „Spitzenkräften“ vereint, die auf engstem Raum Höchstleistungen erzielen sollen. Das Abteilungsdenken der einzelnen „Instrumente“, ihre Besonderheiten und Eitelkeiten der einzelnen Instrumentengruppen zeigen, dass der äußere Schein der Harmonie eines Symphonieorchesters oft trügt: „Es handelt sich um einen komplizierten Organismus mit komplexer Struktur“, erklärt Gansch.

 

Orchester ist eine lebendige Einheit

Die Besonderheit eines Orchesters ist die Notwendigkeit einer wertfreien Kommunikation. Probleme, die sich beim Zusammenspiel zwischen den Instrumentengruppen ergeben, müssen aufgrund fehlender Rückzugsmöglichkeiten der Akteure sofort gelöst werden. Gansch weiß: „Ein Orchester ist nur durch diese Art von Prozessen eine lebendige, kreative Einheit!“

Teamfähigkeit hindert Kreativität

Gansch betrachtet einige „Erfolgskonzepte“ aus dem Unternehmensbereich überaus kritisch. So hindere die Konzentration auf Menschen mit „Teamfähigkeit“ vielfach Kreativität und insbesondere Temperament. „Es geht darum, in Teams Vielfalt zuzulassen, damit aus der Vielfalt eine harmonische Einheit wird“, fordert Gansch. Feste Vorgaben seien nichts Schlechtes, im Gegenteil – passive Dirigenten würden nicht akzeptiert. Vom Dirigenten wird die Wahrnehmung seines Führungsanspruches erwartet. Die technische Umsetzung ist Aufgabe des Orchesters. Durch die bestmögliche Koordination der Kräfte wird eine gemeinsame Vision umgesetzt. „Großes entsteht in der Musik nur, wenn alle aufeinander hören. Das ist keine Pflicht, sondern ein Bewusstseinszustand“, so Gansch.

Emotionalität ist die Basis damit Innovation entstehen kann. Gastgeber Prof. Hans Hinterhuber und Christian Gansch einigten sich daher auf die Formel: Leadership = Sein + Wissen + Tun. Im Orchester, wie im Unternehmen.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Raiffeisen Landesbank Tirol, Sektion Freie Berufe.