25 Jahre Hochschulkurs aus Gesundheitsökonomik

Das Institut für Finanzwissenschaft der Uni Innsbruck veranstaltete kürzlich in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Gesundheitsökonomik den 25. Hochschulkurs aus Gesundheitsökonomik. Ziel dieser jährlich stattfindenden Veranstaltungsreihe ist es, „Entscheidungsträger im Gesundheitswesen“ mit neuen gesundheitsökonomischen Erkenntnissen zu konfrontieren.
gesundheitsoekonomik
Bild: Symbolbild Sandoz GmbH

Dabei wird dem Diskurs zwischen Ökonomik und den übrigen Gesundheitswissenschaften, zwischen theoretischen Erkenntnissen und der praktischen Anwendung und zwischen Repräsentanten unterschiedlicher Gesundheitssysteme besonderes Augenmerk geschenkt. Diese Veranstaltung leistet somit einen wichtigen Beitrag zur universitären Transferfunktion. Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung wurden am Beispiel des Gesundheitsreformgesetzes 2005 aktuelle Fragen der Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitswesens  sowie neuere Ansätze der ökonomischen Evaluierung im Gesundheitswesen diskutiert.

Wahl von Krankenversicherungen

Prof. Peter Zweifel (Universität Zürich) zeigte auf Basis von Befragungsdaten aus der Schweiz, wie die in der Marketingliteratur bewährte Methode der Discrete Choice Analysis erfolgreich genutzt werden kann, um die Präferenzen von Individuen für die Wahl von unterschiedlich umfangreichen Leistungspaketen der Krankenversicherung zu ermitteln.

Ausgehend von einem Standardpaket mit einer bestimmten Versicherungsprämie werden den Befragten mehrere Leistungspakete mit Leistungseinschränkungen (z.B. Beschränkung auf kostengünstige Ärzte, Verschreibung von Generika) vorgelegt. Sie werden gefragt, in welchem Ausmaß die Prämien reduziert werden müssten, damit sie diese Leistungseinschränkungen akzeptieren würden.

Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass die Zahlungsbereitschaft der Befragten für solche Leistungsreduktionen sehr unterschiedlich sind. Dies gilt selbst dann, wenn Faktoren wie z.B. das Einkommen kontrolliert werden. Diese Methode kann damit für die Gestaltung von Tarif- und Leistungspaketen von Privaten und Sozialen Krankenversicherungen wertvolle Hinweise geben und zu einer Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen beitragen.