COMET-Entscheidung gefallen

Am Donnerstag hat die internationale Jury ihre Empfehlungen für das Förderprogramm COMET abgegeben. Das „alpS – Centre for Climate Change Adaptation Technologies“ wurde eingeladen, einen überarbeiteten Antrag für ein K1-Zentrum einzureichen. Zwei neue K2-Zentren wurden bewilligt, darunter das Austrian Center of Industrial Biotechnology (ACIB), an dem auch die Uni Innsbruck beteiligt ist.
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Bild: M.Mazi/pixelio.de

Der von der Universität Innsbruck und dem bestehenden alpS-Zentrum koordinierte Comet-Antrag „alpS – Centre for Climate Change Adaptation Technologies“ wurde am Donnerstag in Wien von einer internationalen Jury zur Förderung als K2-Zentrum abgelehnt. Das länderübergreifende Konsortium unter Tiroler Führung konnte sich nach intensivem, zweistufigem Wettbewerb nicht gegen die beiden Konkurrenten aus Niederösterreich und der Steiermark durchsetzen. Allerdings wurde das alpS-Konsortium durch die Jury eingeladen, bis Mitte Dezember einen überarbeiteten Antrag für ein kleineres K1-Zentrum einzureichen. Trotz des interessanten und aktuellen Themas, der hohen wissenschaftlichen Qualität und der guten internationalen Vernetzung konnte sich der Tiroler K2-Antrag nicht gegen die starken, großindustrieorientierten Mitbewerber behaupten. „Wir werden nun die sich mit der Einladung zum K1-Antrag bietende Chance im vollen Maße annehmen und nutzen“, zeigt sich Forschungsvizerektor Prof. Tilmann Märk zuversichtlich. „Zwar müssen wir finanzielle und inhaltliche Abstriche hinnehmen, doch halten wir daran fest, in Tirol ein Kompetenzzentrum zur Anpassung an den Klimawandel im Gebirge zu etablieren.“

 

Grundstein für internationale Projekte

Anstatt der beim K2-Antrag angepeilten 52 Millionen Euro für die ersten fünf Jahre können nun maximal 18 Millionen für die ersten vier Jahre beantragt werden. „Auch mit dem geringeren Budget werden wir innovative Projekte mit unseren Partnern aus der Wissenschaft und der Wirtschaft erfolgreich umsetzen können,“ ist Eric Veulliet, Geschäftsführer von alpS überzeugt. Hierbei wird man sich stärker auf regionale und nationale Belange konzentrieren müssen und damit dem hohen Interesse der regionalen Wirtschaft Rechnung tragen. „Auch ein K1-Zentrum wird einen hervorragenden Grundstein bilden, um europäische und internationale Projekte mittelfristig zu akquirieren und hiermit die Spitzenposition Innsbrucks in der Gebirgsforschung auszubauen“, so Annegret Thieken, die wissenschaftliche Leiterin von alpS.

 

Innsbrucker Beitrag zur Arzneimittelforschung

Ein Teil der Forschungsarbeiten des neuen K2-Zentrums ACIB befasst sich mit der Entwicklung von Systemen für die biotechnologische Produktion von Proteinen und Peptiden für Arzneimittel. „Dabei muss besonderes Augenmerk auf höchste Qualität und Reinheit sowie schnelle und einfache Einführung im Produktionsprozess gelegt werden“, sagt Prof. Bernhard Auer vom Institut für Biochemie der Universität Innsbruck. Mit Mitteln der molekularen Genetik und Gentechnologie stellt er mit seinem Team die dafür nötigen Bakterienstämme her. Einerseits soll dabei die schon im Vorläuferprojekt Austrian Center of Biopharmaceutical Technology (ACBT) entwickelte Npro Autoprotease Fusionstechnologie als Plattformtechnologie für eine möglichst breite Anwendung für unterschiedlichste Proteine und Peptide ausgebaut werden. Da diese Technologie aber nicht auf alle Proteine anwendbar ist, werden andererseits auch Systeme entwickelt, bei denen Proteine und Peptide bereits in wirksamer Form vermehrt werden. „Dies ermöglicht eine besonders einfache Reinigung des Zielprodukts und erleichtert auch die Erstellung eines kontinuierlichen Produktionsprozesses“, so Prof. Auer, der betont, dass die Lösung solch komplexer Aufgaben nur durch die interdisziplinäre Bündelung von Kompetenzen aus Wissenschaft und Industrie möglich ist. „Erst die Vernetzung in solchen Kompetenzzentren ermöglicht einzelnen Arbeitsgruppen erfolgreich an der Erforschung so komplexer Themen mitzuwirken“, sagt Auer. An dem neuen K2-Zentrum sind neben den Innsbrucker Biochemikern unter anderem auch das Spin-off Unternehmen Inonimed unter der Leitung des Ionenphysikers Prof. Armin Hansel sowie die Firmen Sandoz und Biocrates beteiligt.

 

(cf)