Brennende Fragen rund um den Brenner Basistunnel

Mögliche Finanzierungsmodelle für den Brenner Basistunnel und die brisante Frage nach einer realistischen Kostenprognose standen beim zweiten Symposium zum weltweit anspruchsvollsten Tunnelbauprojekt im Vordergrund. Auf dem Boden der Universität Innsbruck konnten bau-, aber auch vertrags- und finanzierungstechnische Aspekte jenseits von Interessenslagen diskutiert werden.
Brennende Fragen rund um den Brenner Basistunnel waren Thema eines Symposiums an der Uni Innsbruck.
Bild: Brennende Fragen rund um den Brenner Basistunnel waren Thema eines Symposiums an der Uni Innsbruck. [Foto: BEG]

Bereits zum zweiten Mal veranstalteten die Fakultät für Bauingenieurwissenschaften und die Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften von 28. bis 29. Februar das Internationale Symposium Brenner Basistunnel und Zulaufstrecken. Bei der Eröffnung des Symposiums war auch Rektor Karlheinz Töchterle anwesend, um die rund 350 Teilnehmer aus dem In- und Ausland zu begrüßen. „Der Brenner Basistunnel ist ein interdisziplinäres Anliegen, ich freue mich sehr, dass sich die Universität Innsbruck so kräftig daran beteiligt“, so der Rektor in seinen Eröffnungsworten.

 

Im Grunde liegende Kostenfaktoren

„Im Mittelpunkt des heurigen Symposiums stehen zentrale Fragen rund um die Finanzierung von Infrastruktur-Großprojekten“, beschrieb Organisationsleiter Walter Purrer die Ausrichtung der Tagung. Dem Dialog mit der Praxis wurde dabei ein besonderer Stellenwert eingeräumt. So berichteten zahlreiche hochkarätige Referenten über die Arbeiten an der Unterinntaltrasse, die Vorabreiten zum Brenner Basistunnel sowie über Erfahrungen mit vergleichbaren Großprojekten. Auf dem Programm standen die Schwerpunkte: Vertragsmodelle für Tunnelbau Großprojekte, laufende Bauarbeiten im Unterinntal sowie Tunnelbautechnik, Geotechnik und Geologie. – Insbesondere die geologische Prognose beeinflusst die Projektstrategie sowie die Kostenkalkulation für den Brenner Basistunnel maßgeblich und ist ein „im Grunde liegender Kostenfaktor“, wie es der Leiter des Institutes für Geologie und Paläontologie, Rainer Brandner, formulierte.

Einen Höhepunkt bildete die Podiumsdiskussion am Ende des ersten Veranstaltungstages: Unter der Moderation von Frank Staud diskutierten einschlägige Fachleute das Thema „Kostenentwicklung von Infrastruktur-Großprojekten“ und stellten sich auch den Fragen von Landesrat Hans Lindenberger, der die Landeshauptleute von Nord- und Südtirol, Herwig van Staa und Luis Durnwalder, vertrat.

 

Universität ist ideale Projektpartnerin

Mit einer Länge von 55 km und seiner außergewöhnlichen Lage zählt der Brenner Basistunnel zu den anspruchsvollsten Tunnelbauvorhaben der Welt. „Die Universität ist ein neutraler Ort, an dem es zu schonungsloser Offenlegung und Diskussion aller mit derartigen Großprojekten verbundenen Probleme kommen kann“, erklärte der Dekan der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften Manfred Husty. Die Universität sei keinem Auftraggeber verpflichtet und damit der ideale Partner für die Begleitung eines Infrastruktur-Großprojektes: „Hier kann ohne tagespolitische Aspekte in aller Breite diskutiert werden“, betonte Husty.

Bereits seit vielen Jahren werden an der Universität die Rahmenbedingungen für den Brenner Basistunnel erforscht: Insbesondere das Institut für Geologie und Paläontologie, das Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften sowie das Institut für Infrastruktur mit dem Arbeitsbereich für Eisenbahnwesen und Öffentlichen Verkehr wirken maßgeblich an der Realisierung des Brenner Basistunnels mit.

Text: Eva Fessler

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