Mit wenig Geld erfolgreiche UnternehmerInnen auf Zeit

Aus 5 Euro kann man eine ganze Menge machen. Das haben Studierende der LFU beim 5-Euro-Business Wettbewerb Sommer 2006 wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Insgesamt 25 Studierende entwickelten in sieben Teams eine Geschäftsidee, um diese innerhalb einer sechswöchigen Praxisphase mit nur 5 Euro Startkapital auf dem „realen“ Markt umzusetzen.
v.l. Christian Mathes (CAST), Peter Rathgeber, Michael Waldner (Team „pocketEvents“), Gabi Wöll (Team „Radschlag“), Stephan Laske (LFU).
Bild: v.l. Christian Mathes (CAST), Peter Rathgeber, Michael Waldner (Team „pocketEvents“), Gabi Wöll (Team „Radschlag“), Stephan Laske (LFU).

Insgesamt erwirtschafteten die sieben 5-Euro-Teams einen Gewinn von 3.700 Euro. Kürzlich haben sie sich in Managementpräsentationen der Bewertung einer erfahrenen Jury gestellt. Am selben Tag wurden die Sieger im Foyer des Sowi-Gebäudes prämiert.

Ein außergewöhnlicher, doppelter Punktegleichstand einzelner Teams sorgte dafür, dass insgesamt zwei erste Plätze sowie weitere zwei zweite Plätze vergeben wurden. Die Bewertung ergab sich aus einer Kombinationswertung der eingespielten Gewinne und der überzeugenden Darstellung von Geschäftsidee, Strategie und Durchführung in den Managementpräsentationen. Die Preisgeldsumme belief sich auf insgesamt 2.400 Euro.

 

Die Siegerteams

Einen jeweils ersten Platz erkämpften die Teams „Radschlag“ und „pocketEvents“. Das Team „Radschlag“ bot einen Sommer-Sicherheitscheck und Reparatur-Service für Fahrräder von Studierenden direkt vor dem Sowi-Gebäude zu attraktiven Preisen an - das Angebot wurde begeistert angenommen und von zahlreichen Studierenden entsprechend genützt.

„pocketEvents“ entwickelte einen WM-Veranstaltungskalender für Studierende. Die „Fußball WM Edition“ fasste Veranstaltungen und Gelegenheiten, diese zu verfolgen, mit Spielplan und Mannschaftsinformation in einem Pocket-Heftformat zusammen; die „Alternative Edition“ spezialisierte sich auf der Gegenseite des Heftes auf Veranstaltungen für „Nicht-Fußballinteressierte“. Die Finanzierung des Guides erfolgte über Sponsoren.

Den zweiten Platz errangen ex aequo die Teams „Tiroflip“ und „Kickerbörse.at“. „Tiroflip“ hatte sich mit der Entwicklung und Vermarktung eines „ultimativen“ Tiroler Holz-FlipFlops beschäftigt. Der FlipFlop mit Sohle aus heimischem Fichtenholz sollte seinen Trägern Summerfeeling, Spaß und Freiheit vermitteln; und deren Naturverbundenheit transportieren. Mit dem Slogan „Ich steh auf Tirol“ wurde er darüber hinaus zum idealen Erinnerungs-Stück an den Tirol-Urlaub so mancher Gäste. Das Lifestyle-Produkt brachte hohe Verkaufszahlen.

Die „Kickerbörse.at“ entwickelte und vermarktete eine kostenlose Internetplattform für mehr als 600.000 Amateurfußballer aus über 3.600 Mannschaften. Die Online-Datenbank stellte Spielerakten, Transferliste, Diskussionsforum und diverse Serviceleistungen zur Verfügung. Die Betreiber schätzen vor allem auch die Zukunft der „Kickerbörse.at“ als sehr aussichtsreich ein.

 

5-Euro-Business – der Nutzen

„Um die Praxisphase parallel zum Studium erfolgreich zu meistern, benötigten die Studierenden Know-how, viel Engagement und Motivation, Kreativität und Flexibilität für so manchen Widerstand von Markt- und Kundenseite. Leicht „verdient“ waren beim 5-Euro-Business weder Gewinn noch der zugehörige Seminarschein“, weiß Dr. Sandra Rothenberger vom Institut für Strategisches Management, Marketing & Tourismus der LFU Innsbruck.

„Gebracht hat der Wettbewerb neben monetärem Gewinn erste Gewandtheit im unternehmerischen Handeln und Training von unternehmerischen Schlüsselqualifikationen wie Eigeninitiative, Entscheidungsfreude, Teamfähigkeit und Selbständigkeit. Beides hilft – bei der späteren Gründung eines eigenen Unternehmens und/oder beim Start in zunächst nichtselbständige Karrieren“, berichtet Christian Mathes vom CAST. Personalchefs und –berater interessieren sich bei Vorstellungsgesprächen bereits erfahrungsgemäß stark für 5-Euro-Business Teilnahmen von Bewerberinnen.

 

5-Euro-Business – die Details

Veranstalter des 5-Euro-Business Wettbewerbs Innsbruck sind CAST und das Institut für Strategische Unternehmensführung und Leadership der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Die Wirtschaftskammer Tirol und das Gründerservice der Wirtschaftskammer Tirol unterstützen das Projekt tatkräftig. Alle TeilnehmerInnen werden während der gesamten Projektdauer von einem Betreuungsteam begleitet und beraten.

 

Aufgebaut ist der Wettbewerb in einem Dreiphasen-Modell

Im Theoriemodul, dem Wahlkurs „ABC der Unternehmensgründung“, wird das unternehmerische Rüstzeug zur Verfügung gestellt. In Seminaren und Workshops wird Know-how zu Themen wie Teambildung, Ideenfindung, Unternehmerpersönlichkeit, Recht, Businessplan und Finanzplanung vermittelt.

Im Praxismodul werden die Studierenden für fünf Wochen zu richtigen Unternehmern, die spielerisch am realen Markt agieren können.

Die Phase 3 beim 5-Euro-Business Wettbewerb stellen schließlich eine Projektausstellung und die Präsentation der jeweiligen Geschäftspläne im Rahmen der heutigen, offiziellen Abschlussveranstaltung dar. Die Präsentation von Strategien und Ergebnissen der „Unternehmen auf Zeit“ erfolgte im Rahmen von Managementpräsentationen vor einer fachkundigen Jury ab 08.30 Uhr. Die Prämiierung der Plätze 1-3 erfolgte ab 17.00 Uhr.

„Unsere Universität ist schon lange kein Elfenbeinturm mehr, in dem fern ab der Realität geforscht und unterrichtet wird“, berichtet der Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft, Prof. Stephan Laske. „Im Interesse unserer Studierenden und unserer Wirtschaft vermitteln wir neben Methoden und Techniken auch Werte, Einstellungen, unternehmerisches Tun und Handeln sowie Kreativität und Umsetzungsvermögen. Wertvolles Instrument dazu ist auch der in 2004 etablierte 5-Euro-Business-Wettbewerb.“

„Wir möchten in enger Kooperation mit unserer Universität und dem CAST die Zahl der Gründungen von HochschulabsolventInnen steigern. Mit dem 5-Euro-Business Wettbewerb kann dies langfristig gelingen. Unternehmerische Selbständigkeit soll zu einer selbstverständlich in Betracht gezogenen Alternative bei der Berufswahl von AbsolventInnen werden“, so der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Tirol, KR Ing. Peter Rathgeber.