Erfolgreicher Auftakt des Software Circle Tirol 2006

Zahlreiche TeilnehmerInnen aus Wirtschaft und Forschung fanden sich am 12. April in den Veranstaltungsräumen von trans IT zur ersten Veranstaltung des Software Circle Tirol (SWCT) ein. Dipl.-Informatiker Christoph Holz begrüßte Werner Wild (evolution Consulting), der zum Thema Agile / Lean Software Development referierte.
v.l. Mag. Christian Putzer, Werner Wild, Mag. Barbara Weber, Dipl. Informatiker Christoph Holz.
Bild: v.l. Mag. Christian Putzer, Werner Wild, Mag. Barbara Weber, Dipl. Informatiker Christoph Holz; Bildquelle: Holz

Der Software Circle Tirol dient dem Erfahrungsaustausch und Networking von Tiroler IT-Professionals und damit der Stärkung des IT-Standortes Tirol. Die Nähe zu Universität und Wirtschaft bringt regionale SpezialistInnen zur Diskussion über "cutting edge" Themen aus dem IKT-Bereich zusammen. trans IT, das universitäre Transfercenter, ist Gründungsmitglied des SWCT und unterstützt diesen als erste Ansprechstelle für Kooperationsprojekte der angewandten Forschung u.a. durch die Zurverfügungstellung von Veranstaltungsräumen. Werner Wild eröffnete vergangene Woche die Veranstaltungsreihe und präsentierte die neuesten Erkenntnisse zur Agilen Softwareentwicklung und Extreme Programming.

Featuritis ade!

Noch immer sind bei Softwareprojekten erschütternde Erfolgsquoten zu verzeichnen:

  • Nur rund 10% aller Projekte sind zeit- und budgetgerecht,
  • Nur rund 20% der Features einer Software werden wirklich benötigt,

so die zentralen Aussagen von Werner Wild. Zum Einstieg in das Thema wählte Wild die aktuelle Unternehmens- bzw. Organisationsentwicklung bei TOYOTA. Er zeigte auf, dass der Erfolg und die Effizienz in der Produktion durch agile Methoden bzw. Lean Management wesentlich gesteigert würden. Die Rückschlüsse, die Wild daraus für Software Development ableitet, formuliert er in sieben Regeln des Lean Software Development. Diese zielen u.a darauf ab, unnötigen Ballast - wie beispielsweise Features, die niemand braucht - von vorneherein zu vermeiden und damit Kosten für Entwicklung und Wartung zu sparen. Wild untermauerte seine Statements durch seine langjährigen Erfahrungen mit Softwaregroßprojekten aber auch mit einer Studie zu Standardsoftware und der Frage wie viel der enthaltenen Features tatsächlich immer genutzt würden. Das überraschende Ergebnis: nur rund 7 % der Features werden immer genutzt; 45 % finden keinerlei Verwendung.

 

Neben dem Lean Software Development widmete sich Wild auch dem Thema Agile Softwareentwicklung, welches sämtliche Business Prozesse dynamisiert. Die Reduktion auf das Wesentliche und eine vertrauensvolle Basis zwischen Auftraggeber und Entwickler sind die Grundvoraussetzungen für die Effizienzsteigerung durch Lean Software Development. Wild zum Abschluss: „Man muss auch in der Softwareentwicklung weg vom Projektgedanken hin zum Software-Produkt-Denken gelangen, bei dem sich jedes Feature auf Dauer rechnen muss.“

 

Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen des SWCT

 

Am 3.5. informiert Robin Hengl (e-seal, Kitzbühel) zum Thema Offshoring/Nearshoring. Am Beispiel Rumänien, das als wichtiger Nearshoring-Standort im IT-Bereich gilt, werden Vor- und Nachteile vorgestellt und anschließend diskutiert.

 

Am 22.6. stellt Dr. Martin Hepp (DERI Innsbruck) das Thema “e-Procurement and beyond: Product Representation in the Semantic Web” vor. Schwerpunkt in diesem Impulsreferat ist die Koppelung von Webservices und Semantik am Beispiel E-Procurement.