Die Alpen im Jahr 2020

Rund 35 Forscherinnen und Forscher trafen sich vergangene Woche im Universitätszentrum Obergurgl, um die neue transdisziplinäre Forschungsplattform der LFU Innsbruck „Alpiner Raum – Mensch und Umwelt“ vorzustellen und zu positionieren.
Obergurgl - das Leben in den Alpen.
Bild: Obergurgl - das Leben in den Alpen.

„Im Gegensatz zu den Universitätszentren in denen fokussiert und eventuell  interdisziplinär gearbeitet wird, handelt es sich bei der Forschungsplattform „Alpiner Raum – Mensch und Umwelt“ um ein Querschnittsthema“, bringt es Forschungsvizerektor Prof. Tilmann Märk in seinen Grußworten auf den Punkt: „Der Mehrwert des Zusammenschlusses liegt in der ganzheitlichen Betrachtung eines Themas aus Sicht vieler Disziplinen, d.h. es geht um transdisziplinäres Arbeiten.“

Vom 18. bis zum 21 September 2005 fand das erste offizielle Meeting der Forschungsplattform „Alpiner Raum – Mensch und Umwelt“ in Obergurgl statt. Die Konferenz diente vorrangig einer Bestandsaufnahme des verfügbaren Wissens an der LFU über sozio-ökonomische, kulturelle und naturwissenschaftliche Entwicklungen des Alpenraums. Drei Ziele standen dabei im Vordergrund: eine Vermittlung der Themen und Methoden aller beteiligten Fakultäten und Arbeitsgruppen, eine interdisziplinäre Sicht der Ergebnisse sowie eine Abwägung mittelfristiger Szenarien über den zu erwartenden Zustand der Alpen im Jahr 2020.

Alpine Forschung hat globale Bedeutung

24 Prozent der Landfläche der Erde sind mit Gebirgen überzogen und über 25 Prozent der Weltbevölkerung leben in oder in unmittelbarer Nähe von Gebirgen. In Europa befinden sich mehr als 50 Prozent der Gemeinden in den Bergen. Für sie stellt das Gebirge Heimat und Lebensgrundlage dar. Die Erforschung des alpinen Lebensraums betrifft daher nicht nur Tirol, sondern viele Regionen weltweit.

Die Alpen sind ein einzigartiger Natur-Kultur-Raum für dreizehn Millionen Menschen. Für die LFU Innsbruck sind die Alpen ein Großlabor für die Untersuchung globaler Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Umwelt. Im Rahmen der Forschungsplattform „Alpiner Raum – Mensch und Umwelt“ werden verschiedene Forschergruppen quer durch alle Fakultäten zusammengeführt. Sie untersuchen unter anderem die Ursachen für Naturkatastrophen und entwickeln neue Schutzmaßnahmen. Gemeinsame Projekte aus verschiedenen Disziplinen werden gezielt entwickelt.

Ziele der  Forschungsplattform

  • Messung der direkten und indirekten menschlichen Einflüsse auf alpine Ökosysteme und deren Folgen für die Bevölkerung
  • Entwicklung von Grundlagen, Strategien und Methoden für eine nachhaltige Nutzung des Alpenraums
  • Erarbeitung von Szenarien über die Auswirkung künftiger klimatischer und sozialer Veränderungen
  • Untersuchung von juristischen, technischen und medizinischen Aspekten des globalen Wandels
  • Studien über die Rolle des Alpenraums als verbindende Region zwischen Nord und Süd

„Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 28 Instituten der LFU Innsbruck und assoziierten Institutionen haben bisher über 150 Beiträge zu diesem Thema verfasst“ berichtete der designierte Koordinator der Forschungsplattform Prof. Roland Psenner.

Die Ergebnisse, Referate und Posterabstracts dieser Tagung werden auf Angebot von Vizerektor Märk „in Form eines Sammelbandes in unserem universitätseigenen Verlag IUP (Innsbruck University Press), im Rahmen unserer Konferenzserie gedruckt“.