Symposium: Vor 60 Jahren und Eröffnung der Ausstellung: Rückkehr ins Leben

Am 20. Juni 2005 veranstaltete das Innsbrucker Institut für Zeitgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Landesarchiv Bozen das eintätige Symposium "Vor 60 Jahren: Kriegsende in Südtirol" und eröffnete gleichzeitig die im GEIWI-Foyer gezeigte Ausstellung "Rückkehr ins Leben. SS-Geiseln am Pragser Wildsee".
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Bild: v.l. Prof. Rolf Steininger, VR Martin Wieser, Prof. Margret Friedrich, Dr. Christine Roilo vom Südtiroler Landesarchiv und Dr. Johann Passler, Bürgermeister von Niederdorf, folgen den Ausführungen der Vorträge. VR Wieser eröffnete anschließend die Ausstellung.

Unter reger Teilnahme von Publikum und Presse präsentierten sechs ReferentInnen ihre Forschungsergebnisse rund um das Kriegsende in Südtirol. Die Vorträge zum Innsbrucker Arbeitserziehungslager in der Reichenau und zum Polizeilichen Durchgangslager in Bozen rückten kaum erforschte Themen der Zeitgeschichte in den Mittelpunkt. Der mit Bildmaterial der US-Militärfotografen aufbereitete Vortrag zur amerikanischen Besatzung Südtirols vermittelte einen Einblick in die erste Nachkriegszeit. Brisantes bot die Darstellung der Flucht tausender Nationalsozialisten nach Kriegsende über die Alpenpässe nach Südtirol und von dort weiter Richtung Lateinamerika. Für die vielen anwesenden Zeitzeugen und Studenten war es ein interessanter und informativer Tag, der einmal mehr die Bedeutung der Erforschung regionaler Themen unterstrich.

Das Symposium war der wissenschaftliche Rahmen für die Ausstellung "Rückkehr ins Leben". In dieser wird die Verschleppung prominenter KZ-Häftlinge aus Deutschland nach Südtirol kurz vor Kriegsende festgehalten. Die 139 Häftlinge aus 17 Ländern Europas wurden in den letzten Kriegstagen von der SS aus Dachau über das Lager Reichenau ins Pustertal gebracht. Hier sollten sie dem Chef der Sicherheitspolizei und des SD, SS-Obergruppenführer und General der Polizei Dr. Ernst Kaltenbrunner, als Faustpfand für Verhandlungen mit den Westalliierten zur Verfügung stehen. Doch dazu kam es wegen des Kriegsendes nicht mehr.

Die Ausstellung im Foyer des GEIWI-Gebäudes der Universität (Christoph-Probst-Platz) ist noch bis 1. Juli 2005 zu sehen.