Geschichtswissenschaften: Präsentation wissenschaftlicher Plakate

Drei Lehrveranstaltungen, die im Sommersemester am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie für Studierende des zweiten Studienabschnitts angeboten wurden, fanden Ende Juni ihren gemeinsamen Abschluss: In der Claudiana präsentierten DiplomandInnen und DissertantInnen vor versammeltem Publikum ihre Forschungsvorhaben.
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Bild: Studierende am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie präsentierten ihre Arbeiten.

„Das Präsentieren von Forschungsarbeiten mittels Poster hat sich auch in den Geisteswissenschaften als Technik schneller Wissensvermittlung längst etabliert“, waren sich Vizerektorin Margret Friedrich und Institutsleiterin Brigitte Mazohl anlässlich der Eröffnung der Veranstaltung einig. Insbesondere sei die Verwendung graphischer und medialer Hilfsmittel inzwischen auch in den historischen Wissenschaften nicht mehr wegzudenken: Ein wissenschaftliches Poster stelle einerseits „Werbematerial“, andererseits aber auch „Momentaufnahme der Arbeit“ dar, wobei man davon ausgehen könne, dass solche visuelle Darstellungstechniken in Zukunft an Bedeutung noch gewinnen werden, so Prof. Mazohl.

Die diesjährige öffentliche Präsentation ist jedoch nicht die erste, die das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck veranstaltete, um die praktischen Fähigkeiten seiner Studierenden bewusst zu fördern. In den letzten Jahren bemühten sich die historischen Institute der Universität verstärkt um eine visuelle Umsetzung von Forschungsvorhaben: Bereits 2008 erarbeiteten Studierende des DiplomandInnen- und DissertantInnenseminars im Fach Österreichische Geschichte unter der Leitung von Prof. Gunda Barth-Scalmani wissenschaftliche Poster zu ihren laufenden Abschlussarbeiten. 2009 fand ein diesbezüglicher Workshop der NachwuchswissenschaftlerInnen des Zentrums für Alte Kulturen mit Präsentation und Diskussion von Forschungsarbeiten statt.

„Erwartungen übertroffen“

In diesem Jahr erhielten die Studierenden die Gelegenheit, in der historisch suggestiven Atmosphäre des Claudia-Saales in der Claudiana, mitten in der Innsbrucker Altstadt, die visuellen Darstellungen ihrer Forschungsarbeiten zur Diskussion zu stellen. Die Vorträge deckten einen zeitlichen Bogen ab, der vom Mittelalter bis in die Gegenwart reichte; auch einige rezeptionsgeschichtliche Arbeiten wurden vorgestellt. In geographischer Hinsicht dominierte der europäische Raum, wobei die meisten Präsentationen Aspekten der österreichischen oder regionalen Geschichte gewidmet waren. Ins Auge fiel vor allem auch die Quellennähe, und bei einigen Forschungsarbeiten handelte es sich dezidiert um Quelleneditionen.

Das Präsentieren von Forschungsvorhaben vor einem versammelten Publikum, die Einhaltung des vorgegebenen Zeitrahmens, das Abfassen von Abstract und Lebenslauf stellten die Studierenden vor zahlreiche Herausforderungen. Diese Aufgaben seien jedoch mit Bravour gemeistert worden, so Prof. Barth-Scalmani in der Schlussdiskussion. Prof. Elisabeth Dietrich-Daum wies auf die gewinnbringende Zusammenarbeit zwischen den Lehrveranstaltungen hin: Die Förderung der Interaktion unter den Studierenden sei nicht ohne positive Stimuli geblieben, der Blick über den eigenen Forschungshorizont lohne sich jederzeit. Auch Prof. Klaus Brandstätter zeigte sich von der Leistung der Referierenden überrascht: Das professionelle Auftreten, der Einsatz grafischer Visualisierungen sowie Struktur und Inhalt der Präsentationen „haben alle Erwartungen übertroffen“.

 

Derzeit wird daran gearbeitet, die wissenschaftlichen Poster einer breiteren Öffentlichkeit über einen längeren Zeitraum zu präsentieren, um damit die Feedback-Chancen – auch durch „fachfremdes“ Publikum – zu erhöhen. In virtueller Form werden sie schon demnächst über die Homepage des Instituts für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie greifbar sein.

Subventioniert wurde die Veranstaltung von der Historisch-Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck, dem Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie sowie dem Vizerektorat für Lehre und Studierende.

 

(ip)