Top-Ausbildung in Wissenschaftlichem Rechnen

Das erste vom FWF unterstützte Doktoratskolleg an der Uni Innsbruck widmet sich der rechnergestützten interdisziplinären Modellierung. 28 DissertantInnen werden eine erstklassige Ausbildung in den Bereichen Hochleistungsrechnen, interdisziplinäres Modellieren und Datenanalyse erhalten. Der FWF fördert das neue Ausbildungsprogramm in den ersten vier Jahren mit über 2 Millionen Euro.
Bild aus einer sehr aufwändigen Computersimulation eines Galaxienhaufens
Bild: Bild aus einer sehr aufwändigen Computersimulation eines Galaxienhaufens

Neben Theorie und Experiment gewinnt die Simulation als drittes Standbein der Forschung immer größeres Gewicht bei der Lösung von wissenschaftlichen Problemstellungen. Für viele komplexe Fragen können heute dank leistungsfähiger Computer Modelle erstellt und mögliche Lösungsansätze überprüft werden. An der Universität Innsbruck hat sich in den letzten Jahren eine Forschungsplattform für Wissenschaftliches Rechnen (Scientific Computing) herausgebildet, in der Forscherinnen und Forscher aus sehr unterschiedlichen Disziplinen eng zusammenarbeiten. Im Frühjahr konnte dieser Schwerpunkt den damals leistungsfähigsten Computer Österreichs in Betrieb nehmen, der heute von Arbeitsgruppen aus 32 Instituten genutzt wird. Die aktivsten Mitglieder dieser Forschungsplattform haben sich nun zusammengetan, um ihre Expertise den besten Studierenden im Bereich Hochleistungsrechnen zugänglich zu machen und die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre weiter zu stärken. Ab kommendem Jahr können 28 Nachwuchsforscher das Angebot nutzen. „Diese Doktorandenstellen werden international ausgeschrieben“, sagt die Sprecherin des neuen Doktoratskollegs, Prof. Sabine Schindler vom Institut für Astro- und Teilchenphysik. „Wir wählen dann die besten Kandidatinnen und Kandidaten aus den Bewerbern aus.“ Prof. Tilmann Märk, Vizerektor für Forschung, zeigte sich erfreut, dass nunmehr erstmals an der Universität Innsbruck ein FWF Doktoratskolleg bewilligt und damit auch das hohe Ausbildungs- und Forschungsniveau in diesem Fachbereich bestätigt wurde.

 

Von Informatik bis Physik

Die Ausbildung übernehmen zehn hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Innsbruck (Christoph Adam, Thomas Fahringer, Günter Hofstetter, Alexander Kendl, Stefan Kimeswenger, Michael Oberguggenberger, Alexander Ostermann, Michael Probst, Olaf Reimer, Sabine Schindler) aus den Bereichen Informatik, Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Physik. Gastprofessoren sowie Aufenthalte an ausländischen Forschungsstätten werden das Angebot ergänzen. Den Nachwuchswissenschaftlern wird Grundlagenforschung und angewandte Forschung in der Astro-, Plasma- und Molekül-Physik sowie den Bauingenieurwissenschaften und methodisch orientierte Inhalte aus Mathematik und Informatik vermittelt. Bestandteile der Ausbildung sind unter anderem das Erstellen von Simulationen auf unterschiedlichen Skalen, von Molekülen bis zu Galaxienhaufen, aber auch von verschiedenen Phasen, wie z.B. Gasen, Plasmen, Flüssigkeiten und Festkörpern, sowie die Entwicklung von innovativen mathematischen und statistischen Methoden und Konzepten zu effizienter numerischer Simulation, Datenanalyse, Visualisierung und Mustererkennung.

 

Schwerpunkt Hochleistungsrechnen stärken

Finanziert werden die Doktorandenstellen vom Wissenschaftsfonds FWF und der Universität Innsbruck. Für die ersten vier Jahre erhält das Doktoratskolleg vom FWF über 2 Millionen Euro. Das Programm läuft über maximal zwölf Jahre und wird alle vier Jahre evaluiert. „Unsere Absolventinnen und Absolventen erwarten nach dem Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung ausgezeichnete Berufschancen im akademischen Bereich und in der Industrie sowohl in Österreich als auch international“, ist Prof. Schindler überzeugt.

 

Die Doktoratskollegs Plus (DK-plus) des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF sollen Ausbildungszentren für den hoch qualifizierten akademischen Nachwuchs aus der nationalen und internationalen Scientific Community sein. Sie unterstützen wissenschaftliche Schwerpunktbildungen an österreichischen Forschungsstätten und fördern die Kontinuität und den Einfluss solcher Schwerpunkte. Doktoratskollegs sollen die Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden in Österreich auf ein internationales Spitzenniveau heben.

 

(cf)